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Berufseinstieg Außenhandel : „Bei Sanktionen gibt es fast täglich Änderungen“

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Bild: Marcel Salland

Kevin Heidenreich, Leiter des Referats Grundsatzfragen der Außenwirtschaft und Entwicklungspolitik beim DIHK, spricht über den Berufseinstieg im Außenhandel.

          Herr Heidenreich, noch heute gilt im Handel, dass man sich auf der Karriereleiter hocharbeitet. Oft beginnt der Berufseinstieg mit einer Ausbildung. Ist das im Außenhandel auch der Fall?

          Es gibt viele Wege in den Außenhandel. Der Klassiker ist aber tatsächlich die Ausbildung, etwa zum/zur Kaufmann/-frau im Groß- und Außenhandel – weil man dort alle wichtigen Fähigkeiten und Kompetenzen erlernt, die für die tägliche Arbeit wichtig sind. Die Ausbildung wird von vielen Abiturienten gemacht – ich würde sie als eine der anspruchsvollsten Berufsausbildungen in Deutschland bezeichnen. Aber natürlich ist auch der Quereinstieg weitverbreitet: Viele Leute mit einem klassischen BWL-Studium, gerade mit einer Ausrichtung in internationaler BWL, sind hier zu finden. Ebenso ist das duale Studium eine Einstiegsmöglichkeit.

          In welchen Bereichen sind Bewerber mit einem klassischen BWL-Studium besonders gern gesehen?

          Hochschulabsolventen werden eher gesucht, wenn es um die strategische Entwicklung und die Markterschließung geht. Dann geht es darum, mehr über den Rand zu schauen, interne Studien zu Absatzmärkten zu erstellen, umfassende Strategien zu erarbeiten und auch umzusetzen. Wobei man natürlich auch mit einer beruflichen Qualifizierung und der entsprechenden Erfahrung in dem Bereich sehr gut arbeiten kann.

          Was empfehlen Sie Bachelor- und Masterabsolventen eher: Direkteinstieg oder Traineeprogramm?

          Grundsätzlich ist im Außenhandel beides möglich. Die Wahl des Einstiegs hängt davon ab, wie die Tätigkeit genau aussieht und welche praktischen Vorerfahrungen der Einsteiger hat. Sind diese ausreichend vorhanden, ist ein Direkteinstieg sehr gut möglich. Fehlt hier noch etwas Erfahrung, schadet ein Traineeprogramm nicht – um ein paar andere Bereiche, wie Marketing, Einkauf oder Logistik, kennenzulernen.

          Welche Rolle spielen Weiterbildungen im Außenhandel?

          Hier muss man klar zwei Richtungen unterscheiden: Will ich persönlich weiterkommen, im Unternehmen aufsteigen? Dann bieten sich Weiterbildungen an wie beispielsweise zum Fachwirt für Außenwirtschaft. Im Bereich Außenhandel ist Weiterbildung in bestimmten Gebieten darüber hinaus allerdings auch von herausgehobener Bedeutung: Es gibt ständig Veränderungen der Rechtslage – gerade auf EU-Ebene – oder auch neue Dokumente bei der Produktüberprüfung beim Zoll. Stellen Sie sich vor, wie oft sich in der Türkei oder Ägypten Zulassungen ändern. Auch im Bereich Exportkontrolle und Sanktionen gibt es fast täglich Änderungen. Die IHKs bieten da vieles an – vom Basisseminar bis zum Spezialseminar.

          Das Interview führte Julia Hoscislawski. 

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