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Promotion bei Rödl&Partner : „Eine berufsbegleitende Promotion ist kein Selbstläufer“

  • Aktualisiert am

Christian Maier, 34, ist im Bereich Capital Markets & Accounting Advisory Services bei der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Rödl & Partner in Nürnberg für die prüfungsnahe Beratung börsennotierter und international tätiger Familienunternehmen verantwortlich. Bild: privat

Christian Maier arbeitet als Associate Partner bei Rödl & Partner in Nürnberg. Seine berufsbegleitende Promotion wird von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg betreut.

          Herr Maier, wann haben Sie sich entschieden, eine berufsbegleitende Promotion zu beginnen? Und warum?

          Den Gedanken zu promovieren hatte ich bereits in der Schlussphase der Diplomarbeit. Ich wollte aber zunächst in den Beruf einsteigen und Praxiserfahrung sammeln. Nach den ersten Berufsjahren und meiner Lizenzierung als Certified Public Accountant suchte ich – zusätzlich zu meiner Tätigkeit – eine weitere persönliche Herausforderung. Eine Promotion war naheliegend. Weil ich meiner Arbeit in der Beratung gern nachgehe, kam für mich aber nur eine berufsbegleitende Promotion in Frage.

          Welche Rolle spielte bei der Entscheidung Ihr Arbeitgeber? Wurden Sie von ihm unterstützt?

          Schon beim Einstieg bei Rödl & Partner hatte ich den Wunsch nach einer späteren berufsbegleitenden Promotion geäußert. Als es dann tatsächlich an die Umsetzung ging, hat mich mein Arbeitgeber sehr unterstützt. Für die Wirtschaftsprüfung und die prüfungsnahe Beratung ist das Knowhow der Mitarbeiter ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Eine vielseitige fachliche und persönliche Weiterentwicklung der Mitarbeiter ist daher auch für die Unternehmen relevant. Mein Arbeitgeber ist mir mit einem flexiblen Arbeitszeitmodell entgegengekommen.

          Welche Qualifikationen waren bei der Bewerbung für die berufsbegleitende Promotion wichtig?

          Durch meine Diplomarbeit hatte ich bereits zu Studienzeiten einen guten Kontakt zu meinem späteren Promotionslehrstuhl. Nach der schriftlichen Bewerbung und einem persönlichen Gespräch bei dem Professor, den ich für die Betreuung angefragt hatte, erhielt ich rasch eine Zusage.

          Wie sah ein typischer Arbeitstag während der Promotion bei Ihnen aus?

          Da ich mit meinem Arbeitgeber ein Blockmodell vereinbart hatte, unterschied sich der typische Tagesablauf je nach Phase stark: Während der Arbeitsphasen saß ich in den frühen Morgen- und späten Abendstunden an der wissenschaftlichen Arbeit. In der Promotionsphase, in der ich freigestellt war, konnte ich in Vollzeit an meiner Promotion arbeiten. Die Tage während der Promotion waren mit 10 bis 14 Stunden allerdings länger als normale Arbeitstage. Unabhängig davon, in welcher Phase ich gerade steckte, habe ich zudem ungefähr zwei von drei Wochenenden an der Promotion gearbeitet.

          Promotion und Job bedeuten eine Doppelbelastung: Was hatten Sie sich möglicherweise anders vorgestellt?

          Promotion und Job sind definitiv eine Doppelbelastung und erfordern hohe Eigendisziplin – und vor allem Toleranz bei Freunden und Familie. Ein langer Atem und der richtige Ausgleich für die Arbeitsbelastung sind wichtige Erfolgsfaktoren. Zu Beginn der Promotion hätte ich mir nicht vorstellen können, dass der Spagat zwischen Job und Promotion manchmal so groß werden könnte.

          Was sind Ihre beruflichen Ziele?

          Als nächsten Schritt habe ich das Wirtschaftsprüferexamen in Angriff genommen. Mittelfristig möchte ich Partner werden. Mit der Promotion und einem bestandenem Wirtschaftsprüferexamen wäre ich für dieses berufliche Ziel bestens aufgestellt.

          Was würden Sie Berufseinsteigern, die über eine berufsbegleitende Promotion nachdenken, raten?

          Eine berufsbegleitende Promotion ist kein Selbstläufer. Sie erfordert viel Ausdauer und die Fähigkeit, sich immer wieder selbst zu motivieren. Wichtig ist auch eine gute Planung. Man sollte im Vorfeld klären, ob der Arbeitgeber einem genügend Flexibilität bieten kann, wenn unvorhergesehene Entwicklungen bei der Promotion mehr Zeit benötigen als ursprünglich gedacht. Außerdem sollte man während der Promotionszeit immer wieder das eigene Vorhaben kritisch reflektieren.

          Quelle: F.A.Z

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