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Berufseinstieg : „Ich bin von Natur aus neugierig“

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Jeans Louis Bisangwa hat Wirtschaftswissenschaften an der Boston University studiert und im Anschluss einen Master in Management an der Vlerick Business School in Gent (Belgien) abgeschlossen. Bild: BASF

Jean Louis Bisangwa, 30, ist Globaler Controller in der Geschäftseinheit Mining Solutions des Chemiekonzerns BASF. Ein Gespräch über seinen Berufseinstieg.

          Sie arbeiten als Globaler Controller. Welche Aufgaben haben Sie dabei genau?

          Unser Geschäft hat viele Schnittstellen zu den Rohstoffmärkten. Das finde ich sehr spannend, weil sie für mich so etwas wie den Puls der Weltwirtschaft darstellen. Es geht in meinem Job darum, einen Überblick über die gesamte Gewinn- und Verlustrechnung der Einheit zu haben und dabei einen Fokus auf die Entwicklung von Umsatz und Ergebnis zu legen. Ich bin für die Budgetplanung und Prognoserechnung verantwortlich und analysiere diese Daten, um unsere Kostenstrukturen zu verbessern. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Terminen wie Monatsabschlüsse, Budget-Runden oder Management-Meetings, die wir vorbereiten müssen. Für diese Aufgaben ist eine sehr enge Koordination der verschiedenen Organisationseinheiten gefragt. Es steckt viel mehr dahinter, als ich selbst erwartet hätte.

          Welche Rolle spielt Ihr wirtschaftswissenschaftliches Studium für Ihre Tätigkeit?

          Letztendlich dreht sich in meinem Job alles darum, wirtschaftliche Kennzahlen zu interpretieren. Mein Studium hat mir die nötige Bandbreite vermittelt, um Themen von der Produktion über das Marketing bis hin zur Preisbildung zu verstehen. Um die Zahlen richtig verstehen zu können, muss ich die unterschiedlichen Stakeholder aus all diesen Bereichen einbinden. Ich habe also auch viel mit Menschen zu tun und muss die richtige ‚Sprache‘ finden, um erfolgreich mit ihnen zusammenzuarbeiten. Das macht mir großen Spaß.

          Sie sind als Trainee bei der BASF eingestiegen. Welche Jobpositionen haben Sie seitdem durchlaufen?

          Während des Traineeprogramms, das insgesamt 18 Monate gedauert hat, war ich in verschiedenen Positionen tätig: Los ging es bei der BASF-Pensionskasse als Analyst für das Asset Management. Danach war ich in der Einheit Treasury als Spezialist für das Kreditrisiko-Management eingesetzt – gefolgt von einer Auslandstätigkeit als Finanzcontroller im BASF-Servicecenter in Südafrika. Während der letzten Station war ich im Unternehmensbereich Pflanzenschutz in der Bewertung von Geschäftsfeldern tätig. Seit elf Monaten arbeite ich nun auf meiner jetzigen Stelle.

          Gibt es etwas, was Sie beim Berufseinstieg überrascht hat?

          Ich war sehr überrascht, wie viel Energie und Zeit meine Kollegen in mich investiert haben, als ich als Berufsanfänger gestartet bin. Ich bin von Natur aus neugierig – und habe dafür genau das richtige Unternehmen gefunden. Hier gibt es ein Seminarprogramm für Neueinsteiger, dessen Inhalte weit über die der eigenen Einheit hinausgehen. Mein Chef hat mich zum Beispiel dazu ermutigt, ein Seminar zu besuchen, das Nicht-Chemikern Grundlagenwissen aus der Chemie vermittelt.

          Was würden Sie WiWi-Studierenden für ihre Karriere raten?

          Die Welt um uns herum verändert sich schnell – neue Technologien sorgen dafür, dass alles immer stärker miteinander vernetzt ist. In einem solchen Umfeld sollte man neugierig und kreativ bleiben und bereit sein, sich aus seiner Komfortzone zu bewegen. Schlussendlich geht es immer darum, innovative Ideen zu haben und motiviert zu arbeiten.

          Das Interview führte Julia Hoscislawski.

          Quelle: F.A.Z.

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