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Mess- und Regelungstechnik : „Ich würde gern noch mehr Führungsverantwortung übernehmen“

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Karsten Prigoda, 28, ist Teamcoach, verantwortlich für 25 Mitarbeiter und für das Distribution Center (DCO) bei Bürkert Fluid Control Systems, einem Hersteller von Mess-, Steuer- und Regelungssystemen für Flüssigkeiten und Gase in Baden-Württemberg. Bild: Bürkert

Einmal im Job geht das Lernen weiter: Wir haben Berufseinsteiger gefragt, wie sie im Unternehmen vorankommen und welchen Beitrag ihre Arbeitgeber dabei leisten.

          Herr Prigoda, welche Rolle spielt Ihr wirtschaftswissenschaftliches Studium für Ihre heutige Tätigkeit?

          Das Fernstudium hat mir überhaupt erst die Möglichkeit gegeben, die aktuelle Stelle zu bekommen. Die Inhalte des Studiums kann ich im Alltag anwenden, wenn es um Personal- und Teamführung oder um betriebswirtschaftliche Fragen, wie etwa Investitionsrechnungen, geht. Das Studium hat definitiv viele Themen abgedeckt, die mir beruflich regelmäßig weiterhelfen.

          Welchen Berufseinstieg haben Sie gewählt und warum?

          Mir war nach der Schule die berufliche und betriebliche Praxis sehr wichtig. Deswegen habe ich zuerst eine Ausbildung zum Industriekaufmann begonnen, um zu sehen, ob mir das Berufsfeld wirklich liegt. Nach der Ausbildung wollte ich unbedingt im Unternehmen bleiben. Die Entscheidung für ein berufsbegleitendes Fernstudium war dann leicht für mich, weil ich von Bürkert gefördert und unterstützt wurde.

          Wurde das Thema Weiterbildung schon im Bewerbungsgespräch angesprochen?

          Weiterbildung war gleich nach der Ausbildung ein Thema, das ich mit meinem damaligen Vorgesetzten und dem Personalreferenten diskutiert habe. Wir haben in Absprache einen Entwicklungsplan aufgesetzt.

          Welche Art von Weiterbildung bietet Ihr Arbeitgeber an?

          Generell hat Bürkert ein sehr breites Weiterbildungsprogramm, in dessen Rahmen jeder Mitarbeiter innerhalb seiner Rolle weiterentwickelt wird. Teils finden die Weiterbildungen während der Arbeitszeit statt. Andere werden als Werkabendschulungen durchgeführt.

          Welche berufliche Förderung ließ und lässt Ihnen der Arbeitgeber zuteilwerden?

          Innerhalb des Unternehmens wurden mir sehr viele Weiterbildungen angeboten, die der Arbeitgeber auch immer finanziell getragen hat. Das waren beispielsweise eine Ausbildung zum Prozessoptimierer und eine Ausbildung zum Luftsicherheitsbeauftragten. Als ich dann Führungskraft wurde, habe ich unser internes „Corporate Leadership Development“-Programm mit sechs Modulen an jeweils zweieinhalb Tagen durchlaufen. Zudem durfte ich an einem Einzelcoaching teilnehmen. Auch bei meinem Fernstudium wurde ich finanziell unterstützt. Außerdem konnte ich für diese Zeit – ganz unkompliziert – meine Arbeitszeit für drei Jahre reduzieren. Momentan fokussiere ich mich auf Exportthemen und mache hier Weiterbildungen. Auch für mein anstehendes Masterstudium werde ich Förderungen erhalten.

          Welche beruflichen Ziele haben Sie?

          Im kommenden Jahr will ich mein Masterstudium beginnen und erfolgreich absolvieren. Ich würde gern noch mehr Führungsverantwortung und einen größeren Bereich übernehmen. Langfristig traue ich mir auch durchaus eine Funktion als Geschäftsführer in einem Unternehmen zu.

          Was würden Sie Studierenden der Wirtschaftswissenschaften für die Karriere raten?

          Die wichtigste Erfahrung in meiner bisherigen Karriere war, dass Arbeitseinsatz, hohe Motivation und ein gutes Verhalten gegenüber Kollegen, Vorgesetzten und Kunden auf Dauer belohnt werden. Das Studium öffnet dabei natürlich gewisse Türen. Jedem Studierenden würde ich immer raten, auch als Persönlichkeit zu überzeugen. Denn das kann im Unternehmen einen sehr großen Einfluss haben – wie man an meiner beruflichen Entwicklung sehen kann: Ich habe die aktuelle Führungsposition, für die eigentlich ein Studium Voraussetzung war, schon einige Zeit vor dem Studienabschluss bekommen. Gerade weil mir eben mit meinen persönlichen Eigenschaften, wie Fleiß, Zuverlässigkeit und einer positiven Grundstimmung, bereits vorher eine solche Aufgabe zugetraut wurde.

          Karsten Prigoda, 28, hat an der Europäischen Fernhochschule Hamburg Europäische Betriebswirtschaftslehre (BA-Abschluss 2016) studiert. Er ist Teamcoach, verantwortlich für 25 Mitarbeiter und für das Distribution Center (DCO) bei Bürkert Fluid Control Systems, einem Hersteller von Mess-, Steuer- und Regelungssystemen für Flüssigkeiten und Gase in Baden-Württemberg. Als Logistikexperte kümmert er sich mit seinem Team unter anderem um die Lagerung, Kommissionierung und Verpackung aller Produkte aus den Bürkert-Werken in Deutschland und Triembach (in Frankreich) und den Versand an Bürkert-Niederlassungen und Endkunden weltweit. 

          Quelle: F.A.Z

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