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Consulting : Karriere als Consultant bei Bain & Company

  • -Aktualisiert am

Veronika Riederle arbeitet seit 2011 für die Unternehmensberatung Bain & Company. Bild: Privat

Wie läuft eine Karriere als Consultant in den unterschiedlichen Beratungshäusern ab? Der HOCHSCHULANZEIGER hat nachgefragt: Veronika Riederle erzählt von ihrem Job bei Bain & Company.

          Warum haben Sie sich für eine Karriere in der Beratung entschieden?

          Eigentlich hatte ich die Beratungsbranche bis kurz vor Studienende nicht in Betracht gezogen. Während des Studiums habe ich mir im Rahmen von Praktika oder Werkstudentenstellen Konzerne, Start-ups, aber auch die akademische Laufbahn angesehen. Kurz vor Abschluss meiner Diplomarbeit hatte ich das Gefühl, dass mir irgendetwas fehlt. So bewarb ich mich unter anderem bei Beratungen.

          Welchen Berufseinstieg ins Consulting haben Sie gewählt und warum?

          Zunächst habe ich mich um ein Praktikum bemüht. Erstens wollte ich mir die Beratungsbranche erst einmal unverbindlich ansehen, zweitens hatte ich eigentlich vor, in einem Start-up zu arbeiten, und drittens wollte ich nach dem Studium auf Weltreise gehen. Doch das Praktikum bei Bain hat mir sehr gut gefallen, und ich wurde in das Nachwuchsförderungsprogramm aufgenommen. Ein halbes Jahr später – nach meiner Weltreise – begann ich dann fest bei Bain.

          Wie haben Sie sich auf die Auswahlverfahren im Bewerbungsgespräch vorbereitet?

          Ich hatte mich bei mehreren Beratungen beworben. Einerseits wollte ich mir ein Bild von den kulturellen Unterschieden der großen Managementberatungen machen, andererseits ging es mir darum, Übung zu bekommen und Souveränität aufzubauen. Bei meinen favorisierten Arbeitgebern bewarb ich mich zuletzt. Zur Vorbereitung habe ich mit Freunden und Bekannten gesprochen, die bereits in einer Beratung tätig sind. Darüber hinaus habe ich zwei Übungsbücher mit Case-Studys durchgearbeitet und mir auf Onlineforen und der Bain-Website weitere Beispiele angesehen.

          Welche Qualifikationen waren Ihren Ansprechpartnern im Bewerbungsgespräch wichtig?

          Wie bei allen großen Beratungen waren bei Bain unter anderem analytische Fähigkeiten, lösungsorientiertes Denken, Kreativität und Teamgeist gefragt. Der Umgang im Bewerbungsprozess und in den Gesprächen war sehr persönlich und kollegial. Das hat mir besonders gut gefallen.

          Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus? Wie lange arbeiten Sie?

          Normalerweise sind wir Berater montags bis donnerstags beim Kunden. Montagmorgen heißt es früh aufstehen, um rechtzeitig mit dem Flieger zum Projektstandort zu kommen – meist irgendwo in Zentraleuropa. Wir fangen den Arbeitstag gewöhnlich mit dem Kunden zusammen an und verlassen meistens mit ihm das Unternehmen. Danach folgt das gemeinsame Abendessen mit dem Team. Je nach Projektlage arbeite ich dann noch etwas weiter – im Durchschnitt ein bis zwei Stunden. Am späten Donnerstagnachmittag steht der Rückflug an. Freitags arbeite ich entweder im Bain-Büro oder von zu Hause aus und starte dann rechtzeitig ins Wochenende. Wochenendarbeit ist bei uns nicht üblich, kann allerdings in bestimmten Projektsituationen vorkommen.

          Was sind Ihre hauptsächlichen Aufgaben?

          Meine Aufgaben bei Bain sind sehr vielfältig und haben sich mit den Karrierestufen weiterentwickelt. Im Kern geht es immer darum, zusammen mit dem Kunden Lösungen für bestimmte Problemstellungen zu erarbeiten. Dabei ist die direkte Interaktion zwischen den Kunden und unserem Projektteam das A und O. Excel und PowerPoint sind unsere wichtigsten Arbeitsmittel. Inhaltlich sind die Problemstellungen vor allem am Anfang sehr vielschichtig, da wir als Berufseinsteiger zunächst als Generalisten ausgebildet werden, bevor wir uns in unsere gewünschte Richtung spezialisieren können.

          Was haben Sie sich anders vorgestellt, was hat Sie überrascht?

          Vor meinem Praktikum dachte ich, dass in der Beratung Konzepte auf dem Papier erarbeitet werden und die Umsetzung dem Kunden selbst überlassen bleibt. Tatsächlich aber ist die Implementierung ein ebenso wichtiger Bestandteil. Dabei arbeiten wir sehr eng mit dem Kunden zusammen, um die erfolgreiche Umsetzung sicherzustellen. Positiv überrascht war ich auch davon, wie viel man innerhalb kurzer Zeit lernen kann und wie schnell ich mich im Beratungsumfeld weiterentwickelt habe.

          Was sind Ihre beruflichen Ziele?

          Mein Ziel ist es vor allem, mich immer weiterzuentwickeln und an Themen zu arbeiten, die mich herausfordern. Ich kann mir durchaus vorstellen, in der Beratung weiter Karriere zu machen. Eine Option wäre für mich aber auch, in die Selbständigkeit zu gehen. Im nächsten Jahr stehen bei mir allerdings eher private Ziele im Vordergrund. Ich bin schwanger und freue mich sehr auf die Zeit mit meinem ersten Kind.

          Was würden Sie Studierenden raten, die eine Karriere im Consulting anstreben?

          Ich empfehle jedem, mit verschiedenen Beratungen zu sprechen und sich ein genaues Bild zu machen – von den vielfältigen Möglichkeiten der Beratungsbranche, aber auch von den Unterschieden, die zwischen den einzelnen Beratungshäusern bestehen. Vor meinem Einstieg habe ich Informationsveranstaltungen und Workshops mehrerer Unternehmen besucht, um herauszufinden, welche Beratung am besten zu mir passt.

          Steckbrief

          Position:                      Consultant

           

          Alter:                            27 Jahre

           

          Studium:

          1. TU München und Columbia University of New York, Diplom in TUM-BWL (Kombination aus BWL und Maschinenbau; 2011)
          2. CDTM München, Honours Degree in Technologiemanagement (2011)

          Quelle: F.A.Z.

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