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Karriere im Karitativen : Die Non-Profit-Manager

  • -Aktualisiert am

Essen auf Rädern: Das Weihnachtsmahl wartet auf die Senioren in einem Wohnheim in Berlin-Mitte. Bild: Katja Hoffmann / laif

Sozialmanager wie Martina Philp sorgen dafür, dass soziale Einrichtungen ihr Geld effizient einsetzen und ihre Leistungen optimal an den Mann bringen. Dafür müssen sie die Geschäftszahlen im Blick haben, Meetings absitzen und Mitarbeiter anleiten – und doch unterscheidet sich ihr Job von dem gewöhnlicher Manager.

          Wenn Martina Philp sich Gedanken ums Geschäft macht, ist sie hellwach und konzentriert – selbst nach einem zweieinhalbstündigen Meeting. So wie heute, im Konferenzraum in der Landesstelle der Malteser Nordrhein-Westfalen, deren Marketing und Vertrieb Philp leitet. Ihr Vertriebsmitarbeiter aus Bonn rutscht ungeduldig auf seinem Stuhl hin und her, sein Kollege aus Aachen versucht, ein Gähnen zu unterdrücken. Aber ihre Vorgesetzte ist beharrlich: Martina Philp diskutiert, wie sich „Essen auf Rädern“ an mehr Kindertagesstätten verkaufen ließe, damit sich das Angebot für die Mal­teser besser rechnet. Denn Sozialmanager wie Martina Philp arbeiten zwar für die „gute Sache“, müssen aber auch kon­sequent managen. Für Hilfsorganisationen und Wohlfahrtsverbände, Kliniken und sozialen Einrichtungen planen sie neue Angebote, machen Marktanalysen, organisieren Abläufe und führen Mitarbeiter. Vor allem sorgen sie dafür, dass ihr Arbeitgeber Geld einnimmt und es effizient ausgibt. Das ist keine leichte Aufgabe, denn auch um soziale Dienstleistungen gibt es einen harten Wettbewerb
          zwischen den Anbietern: Wer besser und günstiger ist, überzeugt mehr Kunden.

          Sozialmanagement als Studienfach
          Das gilt auch für das „Essen auf Rädern“, für das Philp Abnehmer finden muss, damit es nicht zum Verlustgeschäft wird. Bereits ihr Vokabular outet die 31-Jährige als Business-Frau: Philp spricht von Trade-off, Marge, Fehlkalkulation und Corporate Design. Ihren Chef Oliver Mirring kürzt sie „OM“ ab, gering­fügige Beschäftigte bezeichnet sie als „GFB-Kräfte“, und das Geschäftsfeld Hospizarbeit, Palliativmedizin und Trauerbetreuung nennt sie einfach „Hopatra“.
          Die Abkürzungen haben einen Grund: Philps Zeit ist so knapp, wie ihr Job abwechslungsreich ist. Ein Meeting jagt das nächste, immer wieder klingelt ihr Telefon. Am anderen Ende der Leitung: Frustrierte Kunden, fragende Mitarbeiter, gestresste Pressesprecher. Zwischendurch bespricht sie sich mit ihrem Chef, entwirft Themen für das Kunden-Magazin und zeigt der Aus­zubildenden, wie sie in Excel Statistiken erstellt. Wenn Kürzungen anstehen, überlegt sie, wo sich am besten Geld einsparen ließe. „Um flexibel auf Anfragen reagieren zu können, plane ich nur etwa 60 Prozent meines Arbeitstages fest ein“, sagt Philp.
          Um auch mal in Ruhe arbeiten zu können, fängt Philp morgens eine Stunde vor ihren Kollegen an. Abends bleibt sie oft länger als die anderen. Und selbst wenn sie nach der Arbeit nach Hause kommt, lässt ihr Job sie nicht los. Vor kurzem ließ sie sich erschöpft auf die Couch fallen und sah dann im Fernsehen, wie ein Sender den Hausnotruf verschiedener Anbieter testete – einen Service, mit dem Senioren über einen kleinen Sender an einer Halskette Hilfe holen können. Die Malteser verloren den Test, weil sie statt eines Rettungs­wagens einen Hausarzt schickten. Wenn Philp von dem Bericht erzählt, flucht sie immer noch.
          Das zeigt, wie verbunden Philp sich den Maltesern fühlt, obwohl sie dort erst seit drei Jahren arbeitet und auf Umwegen zu dem Job kam. Zwar kann man „Sozialmanagement“ heutzutage an einigen wenigen Hochschulen studieren – etwa an der Hochschule Heilbronn (Bachelor) oder Uni Bonn (Master). Philp ließ sich dagegen nach ihrem Abitur erst mal zur Werbekauffrau ausbilden, arbeitete dann kurz für einen Tapetenhersteller, bevor sie anfing, BWL zu studieren. Während ihres Studiums jobbte sie bei den Maltesern. Die stellten sie im Jahr 2008 nach dem Ende ihres Studiums als Assistentin der damaligen Vertriebschefin ein. Ein Jahr später übernahm sie deren Job.

          Sozialmanager arbeiten zwar für die „gute Sache“, müssen aber auch konsequent managen. Bilderstrecke
          Sozialmanager arbeiten zwar für die „gute Sache“, müssen aber auch konsequent managen. :


           

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