http://www.faz.net/-i7g-898rx

Karriere als Wirtschaftsprüfer : Klischee: Wirtschaftsprüfer machen sich selbständig

Klischee: „Wirtschaftsprüfer steigen nach ein paar Jahren aus der Wirtschaftsprüfung aus und gehen in die Industrie oder machen sich selbständig“ Bild: Ulf K./Sepia

„Wirtschaftsprüfer steigen nach ein paar Jahren aus der Wirtschaftsprüfung aus und gehen in die Industrie oder machen sich selbständig“ – so lautet ein gängiges Klischee. Jana Zemmrich von PricewaterhouseCoopers bewertet es.

          Klischee:  „Wirtschaftsprüfer steigen nach ein paar Jahren aus der Wirtschaftsprüfung aus und gehen in die Industrie oder machen sich selbständig“

          Jana Zemmrich, 32, Wirtschaftsprüferin bei PricewaterhouseCoopers:

          Daniel Schleidt

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Wirtschaftsprüfern wird oft unterstellt, dass sie häufig nur ein paar Jahre im Job bleiben und danach zum Mandanten wechseln. Das ist nur teilweise der Fall. Sicher, nach ein paar Jahren muss man sich entscheiden, ob man das Wirtschaftsprüferexamen ablegen möchte, um den Karriereweg weiter beschreiten zu können. Einige Kollegen wechseln dann in die Wirtschaft und manchmal sogar direkt zu einem ehemaligen Mandanten. Der Beruf des Wirtschaftsprüfers ist aber in jedem Fall abwechslungsreich und bietet eine ganze Reihe von Entwicklungsmöglichkeiten. Als Wirtschaftsprüfer geht es darum, das Unternehmen als Ganzes zu verstehen und die Realität hinter den bloßen Zahlen sichtbar zu machen. Dadurch sorgen wir Wirtschaftsprüfer für Vertrauen in der Wirtschaft. Am Ende des Tages sind es die Testate, die die Entscheidungsgrundlage für den Aufsichtsrat, die Aktionäre eines Unternehmens und der Gesellschaft sind. Um der verantwortungsvollen Aufgabe gerecht werden zu können, müssen Wirtschaftsprüfer viel mit den Mitarbeitern des Mandanten sprechen und die Abläufe des Unternehmens schnell und umfassend verstehen. Wirtschaftsprüfer haben dabei mit vielen unterschiedlichen Branchen zu tun; ganz gleich ob Automobilindustrie, Chemieunternehmen, Lebensmittelhersteller oder Banken – wir haben die Möglichkeit, überall einmal hinter die Kulissen zu schauen. Dadurch kann es vorkommen, dass der ein oder andere Kollege Interesse an einer Karriere außerhalb der Wirtschaftsprüfung entwickelt.“

          Das sagt die Redaktion:

          Grundsätzlich stimmt es, dass gerade die „Big Four“ (KPMG, Deloitte, EY und PwC) einen starken Ausbildungscharakter besitzen und von Arbeitnehmern als Ausbildungsstätten genutzt werden, um anschließend in die Wirtschaft zu wechseln oder sich selbständig zu machen. Allerdings sind die Abwanderungsraten der Big Four sicherlich nicht höher als die anderer Wirtschaftsprüfungsgesellschaften.

          Quelle: F.A.Z.

          Topmeldungen

          Nach Aus für Jamaika : Ihr gelbes Wunder

          Auch die AfD hatte auf eine große Koalition gehofft. Sie versprach sich von Jamaika goldene Zeiten in der Opposition – nun muss sie jedoch die Liberalen fürchten.