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Karriere als Wirtschaftsprüfer : Klischee: Wirtschaftsprüfer müssen schuften

Klischee: „Wirtschaftsprüfer verdienen viel Kohle, müssen dafür aber auch schuften“ Bild: Ulf K./Sepia

„Wirtschaftsprüfer verdienen viel Kohle, müssen dafür aber auch schuften“– so lautet ein gängiges Klischee. Valerie Rauova, 33, Senior Manager Audit bei Deloitte bewertet es.

          Klischee: „Wirtschaftsprüfer verdienen viel Kohle, müssen dafür aber auch schuften“

          Valerie Rauova, 33, Senior Manager Audit bei Deloitte:

          Daniel Schleidt

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Dieses Klischee kann ich weder bejahen noch verneinen. Der Einstieg bei einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bedeutet eine lange Lehrzeit, die natürlich nicht mit einem Spitzengehalt beginnt und mit der ein oder anderen Überstunde verbunden ist – in der Busy Season deutlich mehr als in anderen Berufen. Dafür kommen Mitarbeiter bei Wirtschaftsprüfungsgesellschaften täglich mit neuen Fragestellungen und Unternehmen in Berührung und lernen unterschiedlichste Menschen kennen. Durch diese spannende Tätigkeit entwickelt man sich fachlich und persönlich enorm weiter. Als nächsten Karriereschritt unterstützen Wirtschaftsprüfungsfirmen Berufsexamina und berufsbegleitende Masterstudiengänge. Die Ausbildung gipfelt dann im Wirtschaftsprüferexamen, einem der schwierigsten deutschen Berufsexamina. Wer bestanden hat, kann stolz auf sich sein! Das würdigt auch der Arbeitgeber mit einer Gehaltsanpassung. Dafür trägt man als leitender Angestellter und Unterzeichner von Bestätigungsvermerken nun auch viel Verantwortung. Der Zuarbeiter wird zum Manager, der Mandanten eigenverantwortlich betreut, Prüfungsteams leitet und sich mit interessanten Fach­themen beschäftigt. Arbeitsbelastung und weitere Karriereper­spektiven hängen dann von den persönlichen Zielen ab. Wer eine Partnerposition anstrebt, muss neben sehr guten Fachkenntnissen auch Leistungsbereitschaft und Akquisestärke beweisen. Als Partner hat man das Ende der Karriereleiter erreicht und kann seine Arbeitszeit selbst bestimmen. Und dann ist wohl auch der finanzielle Ausgleich angemessen.“


          Das sagt die Redaktion:

          Nach Angaben des Gehaltsportals „Gehalt.de“ haben Berufsanfänger in der Wirtschaftsprüfung ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 65.500 Euro. Die Arbeitszeiten sind von Arbeitgeber zu Arbeitgeber verschieden und hängen immer auch vom jeweiligen Tätigkeitsbereich ab. Nach Angaben der Wirtschaftsprüferkammer ist die Arbeitsbelastung während der Busy Season, von November bis Mai, durchaus hoch. Bei vielen Arbeitgebern könne die Mehrbelastung später ausgeglichen werden, heißt es. Wie sich das in der Realität niederschlägt, ist von Unternehmen zu Unternehmen verschieden, die Stunden aber komplett aufzuholen eher unwahrscheinlich. Außerhalb der Busy Season halten sich die Arbeitszeiten in der Regel im Rahmen, wenngleich überall hohe Reiseaktivitäten eingefordert werden. Und: Je höher ein Wirtschaftsprüfer auf der Karriereleiter nach oben klettert, desto höher ist auch das Gehalt – Führungskräfte verdienen im Durchschnitt 130.400 Euro pro Jahr.

          Quelle: F.A.Z.

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