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Karriere als Wirtschaftsprüfer : Klischee: Wirtschaftsprüfer sind Zahlenmenschen

Klischee: „Wirtschaftsprüfer sind reine Zahlenmenschen“ Bild: Ulf K./Sepia

„Wirtschaftsprüfer sind reine Zahlenmenschen“ – so lautet ein gängiges Klischee. Patrick Mika, 33, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater bei Roever Broenner Susat Mazars am Standort Düsseldorf bewertet es.

           

          Klischee: „Wirtschaftsprüfer sind reine Zahlenmenschen“

          Daniel Schleidt

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Patrick Mika, 33, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater bei Roever Broenner Susat Mazars am Standort Düsseldorf:

          Ich muss gestehen, dass mein erster Berührungspunkt mit der Wirtschaftsprüfung zunächst mit dem Zahlenverständnis eines Wirtschaftsprüfers zu tun hatte. Das Kerngeschäft der Wirtschaftsprüfung ist die Prüfung des Jahresabschlusses der Mandanten. Würde ich behaupten, dass eine gewisse Affinität zu Zahlen, Buchhaltung und Bilanzierung sowie analytisches Denkvermögen nicht wichtig seien, würde ich mich unglaubwürdig machen.

          Jedoch darf man nicht denken, dass man als Wirtschaftsprüfer in einem verstaubten Keller oder einsam im Büro sitzt und Gesetze sowie Bilanzen durchwälzt. Das Gegenteil ist der Fall: Man steht im permanenten Kontakt zu Mandanten, um die Geschäftstätigkeit des zu prüfenden Unternehmens zu verstehen sowie Risiken, Sorgen und besondere Herausforderungen des Mandanten zu erörtern. Dabei hat ein Prüfer täglich mit sensiblen Informationen zu tun. Soziale Kompetenzen sollten daher unbedingt das Profil des Wirtschaftsprüfers vervollständigen.

          Ein Wirtschaftsprüfer arbeitet nicht nur rechtskonform und an den berufsständischen Anforderungen orientiert, sondern nimmt immer auch die Perspektive des Mandanten ein. Für mich persönlich gehören ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit und Empathie zu den Grundlagen, um auf die Sorgen und Bedürfnisse der Mandanten einzugehen und adäquat reagieren zu können.

          Der Beruf des Wirtschaftsprüfers setzt Spaß am Jonglieren mit Zahlen voraus. Aber ein Wirtschaftsprüfer sollte zudem über eine gewisse Neugierde und Extrovertiertheit verfügen, da der Kontakt zu Mandanten auf Augenhöhe und die damit verbundenen „soften“ Faktoren für eine erfolgreiche Prüfung den gleichen Stellenwert haben.“

          Das sagt die Redaktion:

          Das Klischee ist überholt, denn Wirtschaftsprüfer haben in der Tat sehr viel mit den Kunden zu tun, wenn der Fokus auch auf Zahlen liegen mag und dieses Verständnis vorausgesetzt wird. „Wer den Wirtschaftsprüferberuf anstrebt, sollte neben einem guten Zahlenverständnis auch Interesse für Wirtschaft und Recht mitbringen“, sagt Reiner Veith, Geschäftsführer der Wirtschaftsprüferkammer. Fremdsprachen- und IT-Kenntnisse seien ebenfalls sinnvoll. „Neben analytischem Denken ist außerdem eine rasche Auffassungsgabe unerlässlich. Wirtschaftsprüfer müssen sich in kürzester Zeit in die zu prüfenden Unternehmen hineinversetzen.“ Da in der Prüfung auf unterschiedlichsten Ebenen kommuniziert werden muss, sollten Interessenten außerdem ausgeprägte Kommunikationsfähigkeiten mitbringen.

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