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Promovieren bei der DZ BANK : „Mein Arbeitgeber unterstützt mich sehr individuell“

  • Aktualisiert am

Sven Schmitzs berufsbegleitende Promotion wird an der FOM, Hochschule für Ökonomie & Management, in Kooperation mit der spanischen katholischen Universität San Antonio de Murcia (UCAM) betreut. Bild: privat

Sven Schmitz hat BWL an der Fresenius Hochschule studiert. Aktuell arbeitet er als Produktmanager Loyalty im Bereich Transaction-Management der DZ BANK AG.

          Wann haben Sie sich entschieden, eine berufsbegleitende Promotion zu beginnen? Und warum?

          Während meiner Diplomarbeit hat mich das Thema Beyond Budgeting, ein alternatives Modell zur nachhaltigen Unternehmenssteuerung in Filialbanken, total fasziniert. Und ich habe begonnen, mir immer mehr Fragen zu diesem Thema zu stellen. In einer Zeit, in der die Margen für Filialbanken regulierungsbedingt und durch die Niedrigzinspolitik immer stärker reduziert werden, hat es mich sehr gewundert, dass etwa Anwender des Beyond-Budgeting-Modells ihre Effizienz, Kundenzufriedenheit und Profitabilität dauerhaft steigern konnten – und dass vor allem derartige Effizienzthemen in Deutschland kaum eine Rolle spielen. Glücklicherweise hat mein damaliger Betreuer diese Leidenschaft geteilt, und so sind wir über mehrere Jahre im Austausch zum Thema geblieben. Letztlich ist die Entscheidung, dieses Thema weiter zu vertiefen, in mein Promotionsprojekt gemündet.

          Welche Rolle spielte bei der Entscheidung Ihr Arbeitgeber? Werden Sie von ihm unterstützt?

          Mein Arbeitgeber ist mir bei der Umsetzung der Promotionsidee sehr entgegengekommen. Ich hatte immer den Eindruck, dass es ihm tatsächlich darum geht, mich bei meinem individuellen Projekt zu unterstützen. Dementsprechend war auch die Lösung, die für mich entworfen wurde, sehr individuell. Für mich war es sehr wichtig, meine Arbeitszeit zeitweise auf 80 Prozent reduzieren zu können, um meine Arbeit kontinuierlich voranzutreiben. Ein solches Commitment ist in Deutschland eher selten. Von daher bin ich meinem Arbeitgeber sehr dankbar, dass er mich so unterstützt.
           

          Welche Qualifikationen waren bei der Bewerbung für die berufsbegleitende Promotion wichtig?

          Zentraler Bestandteil meiner Bewerbung war ein Exposé, in dem ich mein geplantes Forschungsprojekt sehr genau beschrieben habe. Im Auswahlprozess wurden das Exposé und mein geplantes Forschungsvorhaben von der FOM geprüft. Ich bin sehr glücklich, dass meine Forschungsidee angenommen wurde.

          Wie sieht ein typischer Arbeitstag während der Promotion bei Ihnen aus?

          In der Regel versuche ich, mir mindestens einen ganzen Tag in der Woche nur für die Arbeit an der Dissertation zu reservieren. Ich fange dann gleich morgens früh an und arbeite recht konsequent durch. So ein Tag kann dann durchaus zehn bis zwölf Stunden Arbeit bedeuten – und ich konsumiere dabei wirklich sehr viel Kaffee.

          Promotion und Job bedeuten eine Doppelbelastung: Was haben Sie sich möglichweise anders vorgestellt?

          Ich glaube, die Herausforderung, die man am meisten unterschätzt, ist, sich über einen Zeitraum von mehreren Jahren immer wieder zu motivieren und kontinuierlich Leistung abzurufen. Auch dann, wenn Kollegen, Freunde und Verwandte beispielsweise Freizeit haben. Ich glaube, dass die meisten Promotionen nicht an fachlichen oder anderen Herausforderungen scheitern, sondern eben an dieser abzurufenden Motivation.

          Was sind Ihre beruflichen Ziele?

          Mein Traum wäre es, mich nach meiner Promotion auch beruflich stärker mit dem Thema Beyond Budgeting in deutschen Banken beschäftigen zu können. So könnte ich meine Promotion perfekt mit meiner beruflichen Arbeit verbinden.

          Was würden Sie Berufseinsteigern, die über eine berufsbegleitende Promotion nachdenken, raten?

          Ich glaube, für die Motivation, mehrere Jahre eine Doppelbelastung durchzuhalten, ist es wichtig, sich sehr stark mit dem eigenen Thema zu identifizieren und eine gewisse Leidenschaft für die eigene Fragestellung zu besitzen. Ich würde mir daher immer eine eigene Forschungsfrage überlegen. Außerdem konnte ich bei mir und anderen Promovenden beobachten, dass es ganz wichtig ist, zeitweise die Arbeitszeit auf 80 Prozent zu reduzieren. Diese Promotionen kommen einfach deutlich besser voran.

          Quelle: F.A.Z

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