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Praktikum im Consulting : Praktikum als Consultant bei BCG: Von null auf hundert

  • -Aktualisiert am

Praktikanten im Consulting werden sehr schnell als vollwertige Teammitglieder anerkannt. Bild: Purestock/Thinkstock/Getty Images

Mehr durch Zufall kam Maria Jahnen zum Praktikum bei BCG, also beim Beratungsunternehmen The Boston Consulting Group. Hier durfte sie von Beginn an in Kundenprojekten mitarbeiten, musste sich zum Teil aber auch erst an das Berater-Sein gewöhnen.

          Der erste Tag eines Praktikums verspricht in der Regel nicht viel Aufregendes, umso überraschter war Maria Jahnen, als sie direkt mit zu einem neuen Kunden fahren sollte. Der Kunde, ein Unternehmen mit verschiedenen Produktionsstandorten, wollte seine Fertigungsweise verbessern. Zur Planung und Begleitung dieses Vorhabens hatte er die Berater der Boston Consulting Group engagiert.

          „Ich wurde von Anfang an als vollwertiges Teammitglied behandelt“, erinnert sich die heute 24 Jahre alte Jahnen an ihren Start ins Praktikum bei dem Beratungshaus im Sommer 2014. „Die Firma stellte verschiedene Produkte an unterschiedlichen Standorten her und wollte die Abläufe optimieren. Wir haben also analysiert, wo eventuell neue Produktionsstandorte Sinn machen würden, welche Standorte zusammengelegt oder aber geschlossen werden sollten.“

          Praktikum bei BCG: Maria Jahnen, 24, studiert Wirtschaftswissenschaften und interessiert sich für eine Karriere als Consultant.
          Praktikum bei BCG: Maria Jahnen, 24, studiert Wirtschaftswissenschaften und interessiert sich für eine Karriere als Consultant. : Bild: Privat

          Für Maria Jahnen ging es gleich von 0 auf 100 – für ein Praktikum bei einem Beratungsunternehmen eher die Regel als die Ausnahme. Den Consultinghäusern geht es darum herauszufinden, welcher Praktikant das Potential für einen Berater mitbringt und später womöglich übernommen werden kann. Also werden Praktikanten häufig auch von Anfang an wie Juniorberater behandelt und tragen Mitverantwortung an den Projekten.

          Was man sich vor der Bewerbung allerdings klarmachen sollte: Beratung ist nicht gleich Beratung. „Einen großen Kulturunterschied gibt es etwa zwischen einem mittelständischen Haus und einer Großberatung mit mehreren Tausend Mitarbeitern. Hier muss jeder für sich entscheiden, was wichtig ist“, sagt Ralf Strehlau, Vizepräsident des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater (BDU). Bewerber müssten sich die Frage stellen: Spielt der Name der Beratung eine Rolle? Oder will ich intensiver mit den Chefs und Führungskräften zusammenarbeiten, wie es in einer kleineren Beratung eher möglich ist?

          Praktikum bei BCG: Mehrstufiges Auswahlverfahren

          Jahnen entschied sich mit dem Praktikum bei BCG für eine Großberatung, der Kontakt kam während ihres Bachelorstudiums in International Management zustande. Vor dem Studium hatte sie sich nie mit der Beratungswelt beschäftigt, erst durch Kommilitonen erwachte ihr Interesse. Im Praktikum bei BCG wollte sie deshalb auch eigentlich erst einmal einen Schnupper-Workshop belegen. Weil aber keine Plätze mehr frei waren, riet man ihr, doch am Auswahlverfahren für ein richtiges Praktikum teilzunehmen. Warum nicht, dachte sich Jahnen.

          Das Auswahlverfahren sah dann so aus, dass sie im Düsseldorfer Büro der Beratung verschiedene Tests und Interviews absolvieren musste. Am Computer musste sie sich zum Beispiel 45 Minuten lang mit verschiedenen Fallstudien auseinandersetzen, um ihr analytisches Denkvermögen unter Beweis zu stellen. Danach folgten zwei Interviews von je einer Stunde, einmal zu ihrem Werdegang sowie zu Stärken und Schwächen. Im zweiten Gespräch wurde eine Fallstudie besprochen, sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch. Viele Beratungsunternehmen setzen heute bei der Bewerberauswahl auch auf Vorabinterviews per Telefon, Onlinetests oder Skype-Interviews, weiß BDU-Mann Strehlau.

          Ob man eine Zusage bekomme, hänge dann vor allem von den Vorerfahrungen ab. „Die Wahrscheinlichkeit, einen Praktikumsplatz bei einer Beratung zu bekommen, steigt mit der praktischen Erfahrung, die man mitbringt.“ So könne jemand im ersten Studienjahr schon eine Zusage bekommen, wenn er vorher bereits eine Berufsausbildung gemacht hat. „Die Frage ist immer, wie gut jemand in konkreten Projekten mitarbeiten kann.“

          Praktikum im Consulting: Nicht aus der Ruhe bringen lassen

          Maria Jahnen war die ganze Zeit ihres Praktikums über in der Projektarbeit eingebunden. Fast täglich musste sie sich neuen Herausforderungen stellen, langweilig wurde ihr nie. „Das kann einen natürlich auch schon mal an seine Grenzen bringen. Aber ich wurde immer von meinen Kollegen und Teammitgliedern unterstützt.“ Wichtig sei, viel zu fragen, wenn man etwas nicht versteht, und aufmerksam zu bleiben. Gleichzeitig dürfe man sich nicht davor scheuen, eigene Ideen einzubringen. Erst gewöhnen musste sie sich daran, dass man als Berater zum Teil unter der Woche zum Kunden reist und erst am Donnerstabend wieder zurückkommt.

          Insgesamt drei Monate lang unterstützte Jahnen das Team bei BCG. Ihr selbst, aber auch den Vorgesetzten gefiel ihre Arbeit so gut, dass die 24-Jährige ihre Beratertätigkeit fortsetzen will.

          Quelle: F.A.Z.

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