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Praktikumsbericht : Erfahrungsbericht: Praktikum bei Lufthansa Technik

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Praktikum bei Lufthansa Technik: Lena Schupp kümmert sich um die Erneuerung der Flugzeugausstattung. Bild: Sonja Brüggemann/Lufthansa Technik AG

Als Wirtschaftswissenschaftler in ein technisches Unternehmen? Lena Schupp studiert International Cultural and Business Studies – und machte ein Praktikum bei Lufthansa Technik.

          Dass sie mal ein Praktikum im Technik-Bereich machen würde, damit hätte Lena Schupp zu Beginn ihres wirtschaftswissenschaftlichen Studiums nicht gerechnet. Inzwischen ist ihr fünfmonatiges Praktikum bei Lufthansa Technik in Hamburg fast beendet – und die 23-Jährige weiß heute sehr viel mehr von Flugzeugen und deren Ausstattung.

          Lena Schupp studiert in Passau im Bachelor International Cultural und Business Studies – BWL und Kulturwissenschaft quasi. Dennoch entschied sie sich für ein Praktikum in einem technischen Unternehmen. „Ich wollte ein deutsches Unternehmen kennenlernen, das international aufgestellt ist. Der Technik-Part war eine zusätzliche Herausforderung für mich, da ich mich ja im Studium bisher eher mit wirtschaftlichen und kulturellen Themen beschäftigt habe“, erklärt die Studentin. Und es gab noch einen zweiten Grund: Lena Schupp, kurz zuvor aus dem Auslandssemester in Südkorea zurückgekehrt, wollte sich Orientierung für ihre Zukunft verschaffen. Denn auf ihren Bachelor soll ein Master folgen.

           

          Praktikum bei Lufthansa Technik: „Ein bisschen wie Wohnzimmer renovieren“

          Lena Schupp hatte sich initiativ auf eine Stelle im Projektmanagement bei Lufthansa Technik beworben. Eingesetzt ist sie in der Abteilung für Aircraft Modification, die sich um die Modifikation von Flugzeugen kümmert. „Es ist ein bisschen wie Wohnzimmer renovieren“, erklärt die Kulturwissenschaftlerin: „Wenn Fernseher und Couch alt sind, werden sie ausgetauscht und das Wohnzimmer neu ausgestattet.“ So ähnlich sei das auch in Flugzeugen: Sitze, Elektronik, Ausstattung werden so umgebaut, dass sie den aktuellen Kundenbedürfnissen entsprechen und auf dem neusten technologischen Stand sind.

          Lena Schupp ist während ihres Praktikums in verschiedene Aufgaben der Abteilung eingebunden, hat zum Beispiel an einer Wettbewerbs- und Standortanalyse mitgearbeitet, Kundenanalysen gemacht und Geschäftsmodelle strategisch evaluiert. Eine weitere wichtige Aufgabe war, ein interkulturelles Training zu konzipieren, das das Bewusstsein ihrer Kollegen für andere Kulturen schulen soll – auf Neudeutsch: Cultural Awareness. In diesem Bereich hat sie schon im Studium Erfahrungen gesammelt und als Kulturtrainerin im Projekt „Die Fremdgänger“ mitgearbeitet. In interkulturellen Trainings bereiten Lena Schupp und ihre Kollegen dabei Schüler auf Auslandseinsätze vor.

          Solch ein Cultural-Awareness-Konzept für einen neuen Markt während ihrer Zeit im Praktikum zu erarbeiten war von vornherein als Ziel angesetzt. Und obwohl Lena Schupp sehr viel jünger ist als viele ihrer Kollegen, wird sie dennoch als Expertin wahrgenommen. „Ich habe während der Konzeption des interkulturellen Trainings regelmäßig Rücksprache mit meiner Betreuerin, die einen ähnlichen Hintergrund hat wie ich, gehalten. Das Team nimmt meine Anregungen ernst und sieht, dass ich schon viel Erfahrung habe“, sagt Schupp. Zudem achtet sie darauf, in ihren Trainings nicht einfach Vorträge zu halten, sondern versucht, diese interaktiv zu gestalten und auch Vorerfahrungen der Trainees mit einzubauen.

           

          „Vokabeln lernen“ im Praktikum bei Lufthansa Technik

          Dass die meisten ihrer Kollegen dabei einen Technik-Hintergrund haben, stört Lena Schupp gar nicht. Im Gegenteil: „Unser Team ist sehr gemischt, man ergänzt sich, das ist wirklich toll.“ Anfangs habe sie aber Schwierigkeiten gehabt, alle Begrifflichkeiten und Abkürzungen zu verstehen. „Es ist ein bisschen wie eine andere Sprache lernen“, sagt sie. „Aber nach ein paar Wochen hat man die Vokabeln drauf.“

          Die wichtigste Erfahrung aus dem Praktikum ist für Lena Schupp die Praxisnähe. „Man kann sehr viel mit meinem Studium machen, aber erst aus Praktika kommen die Erfahrung und eine berufliche Orientierung.“ Sie weiß heute, dass sie unbedingt weiterhin im internationalen Kontext arbeiten will, vielleicht sogar bei Lufthansa Technik. Zunächst will sie aber einen Master machen mit BWL-Schwerpunkt – und natürlich am liebsten international.

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