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Praktikum im Handel : Praktikum bei Edeka: Der Handel sucht Nachwuchs

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Maike Hoffmann, 26, hat Betriebswirtschaftslehre in Münster studiert und absolvierte ein Praktikum bei Edeka. Bild: Edeka-Zentrale

Ein Praktikum im Handel bietet viele Einblicke – etwa in die Bereiche Controlling, Einkauf oder Marketing. Maike Hoffmann hat es ausprobiert – mit einem Praktikum bei Edeka.

          Fast alles, was das Herz begehrt, kann man heute entweder in irgendeinem Geschäft oder über das Internet bekommen. Egal, woher die Ware kommt: Als Konsument muss man einfach nur noch zugreifen. Maike Hoffmann hat diese Welt schon immer fasziniert. Seit dem Abitur interessiert sie sich insbesondere für die Lebensmittelbranche, zu der sie damals auch ihre Facharbeit schrieb. Im Bachelor International Business an der HWR Berlin widmete sie sich dann speziell dem Handel mit Lebensmitteln.

          Nach dem Abschluss im September 2013 stand eine Frage für die 26-Jährige aber noch immer offen: Wie nämlich die Lebensmittel überhaupt in die Regale kommen, damit der Handel funktionieren kann. Um eine Antwort zu finden, entschloss sie sich, kurz vor dem Masterabschluss ein Praktikum bei einem Lebensmittelhändler im Einkauf zu absolvieren. Bereits auf einer Uni-Veranstaltung hatte sie die Verantwortliche für Personalangelegenheiten von Edeka kennengelernt. Den Kontakt nutzte sie, um initiativ nach einem Praktikumsplatz in der Zentrale des Unternehmens in Hamburg zu fragen. Bereits zwei Wochen später hatte sie die Einladung zum Bewerbungsgespräch in der Hand und schließlich auch die Zusage.

          Der Handel bietet durch die Differenzierung in verschiedene Bereiche wie Lebensmittel, Sport, Bekleidung oder Elektronikgeräte Anknüpfungspunkte für unterschiedliche Interessen. Günstig zudem: Viele Handelsunternehmen in Deutschland sind derzeit auf der Suche nach qualifizierten Nachwuchskräften, wie Marcus Hildebrandt, Vorstandsmitglied der Akademie Handel, weiß: „Gerade vielen Studenten ist nicht bewusst, welche Chancen der Handel bietet durch seine Vielfältigkeit und Unternehmensbereiche, auch um schnell Karriere zu machen.“ Für die Arbeit in der Branche geeignet sei, wer eine große Dienstleistungsbereitschaft mitbringe, gegenüber den Kunden und Mitarbeitern sowie Kollegen. Zudem sollte man Spaß und Freude am Handel und am Verkaufen haben und dazu Freude im Umgang mit Menschen mitbringen sowie eine gewisse Stressresistenz.

          Praktikum im Handel: Einstieg in der Saisonzeit

          Der Einstieg in ein Praktikum ist in der Regel über das ganze Jahr hinweg möglich. Hildebrandt empfiehlt jedoch, falls möglich, sein Praktikum zur Zeit des Saisongeschäfts des jeweiligen Handelsunternehmens zu machen, also etwa zur Weihnachtszeit. Bei Baumärkten spielt beispielsweise auch das Frühjahr eine entscheidende Rolle. „Der Einstieg sollte aber schon kurz vor der Saisonzeit liegen, damit genügend Zeit ist, sich in Ruhe in alle Abläufe einzuarbeiten und diese kennenzulernen.“

          Maike Hoffmann wählte für ihr Praktikum die Zeit zwischen April und August. Die fünf Monate sollten ihr einen umfangreichen Einblick in die Einkaufsabteilung der Zentrale von Edeka verschaffen. Dabei unterstützte sie zum einen die Einkäufer bei ihrer täglichen Arbeit, indem sie Informationen über neue Produkte einholte, die für das Sortiment interessant sind, Marktzahlen analysierte sowie an Verkostungen teilnahm.

          Zum anderen arbeitete sie an einem eigenen Projekt: Edeka will sein Sortiment sogenannter ethnischer Waren erweitern. „Hier ist Edeka breit aufgestellt, und das Angebot soll weiter optimiert werden. Dazu sammelte ich alle relevanten Marktdaten in Zusammenarbeit mit der Marktforschung und bereitete diese für den Einkauf auf.“ Um die Arbeit gut bewältigen zu können, brauche man auf jeden Fall analytische Fähigkeiten, rät die 26-Jährige. Auch ein gewisses Kommunikationsgeschick und eine hohe Flexibilität seien von Vorteil.

          Hoffmann nutzte ihre gesamte Zeit, um sich auf den Einkauf zu konzentrieren. Wer sein Praktikum in der Zentrale eines großen Handelsunternehmen macht, kann laut dem Experten Hildebrandt einen Teil der Zeit aber auch dazu nutzen, einen Einblick in die Arbeit einer Filiale zu gewinnen. Warum sich das lohnen kann? „Hier lernt man alle Abläufe vom Vertrieb über den Wareneingang bis hin zur Kasse und Filialverwaltung wirklich kennen. Zudem hilft es, die Bedürfnisse von Kunden und Mitarbeitern besser zu verstehen, für die man ja später die richtigen Lösungen entwickeln möchte.“

          Quelle: F.A.Z.

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