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Veröffentlicht: 16.05.2017, 10:34 Uhr

Wiwi-Check Mit Auslandserfahrung und den richtigen Studienschwerpunkten punkten

Drei Praktiker erklären, welche Kandidaten sie bei Bewerbungen für ein Traineeprogramm bevorzugen.

von Annika Fröhlich
© F.A.Z.

Trainees brauchen Auslandserfahrung, um auf internationalem Boden verhandlungssicher aufzutreten.

Wenn wir uns Bewerbungen junger Wirtschaftswissenschaftler anschauen, achten wir ganz besonders auf Auslandserfahrung. Denn wir sind ein globaler Arbeitgeber, und jeden Trainee erwarten während des Programms internationale Projekteinsätze an bis zu vier verschiedenen Standorten. Deshalb ist es wichtig, dass sie sich sicher auf internationalem Boden bewegen können. Aus diesem Grund muss ein Bewerber bereits erste Auslandserfahrung vorweisen können. Ob Auslandspraktikum oder Auslandssemester spielt dabei keine Rolle. Voraussetzung sind aber immer mindestens drei Monate internationale Erfahrung. Und natürlich müssen zukünftige Trainees gut begründen können, inwieweit sie der Auslandsaufenthalt auf unser Programm vorbereitet hat. Ebenso zählen neben internationaler Erfahrung auch Fremdsprachen. Ein Bewerber sollte neben fließendem Englisch eine weitere europäische Sprache fließend beherrschen. Große Standorte haben wir in Deutschland und Großbritannien sowie in Schweden, Belgien, Frankreich, Spanien und den Niederlanden. Kandidaten, die eine Sprache dieser Länder beherrschen, punkten bei der Bewerbung besonders. Schließlich bilden wir mit unserem Traineeprogramm zukünftige internationale Führungskräfte aus. Es ist also wichtig zu lernen, wie man sowohl sprachlich als auch interkulturell erfolgreich mit Kollegen auf internationaler Ebene kommuniziert und sich auf interkulturelle Unterschiede einstellt.

Anthea Rzepka, Recruiterin für das „International Graduate Leadership Programme“ beim Touristikkonzern TUI in Hannover

Trainees sollten den richtigen Studienschwerpunkt und Praxiserfahrung mitbringen, weil die Handelsbranche sehr eigen ist.

Bewerber sollten wissen, worauf sie sich einlassen, wenn sie sich für den Handel entscheiden. Die Branche ist sehr bodenständig und menschenverbunden. Deswegen ist Praxiserfahrung für uns ein entscheidendes Kriterium. Ob Bewerber eine Berufsausbildung, Praktika oder Nebenjobs im Handel vorweisen können, ist dabei nicht wichtig. Hauptsache, sie bringen bereits ein gewisses Grundwissen über die Handelsbranche mit. Bei uns dreht sich alles um den Kunden, und wir arbeiten extrem kundenorientiert. Deshalb ist es ein zusätzlicher Pluspunkt, wenn Bewerber in ihrer Praxiserfahrung bereits viel Kontakt zu Kunden hatten. Unsere Trainees sollten sich außerdem für unsere Produkte begeistern können, damit dieser Funke dann auch auf den Kunden überspringt. Denn wir setzen unsere Trainees im Zuge des Programms in einem unserer Großhandelsmärkte ein.

Auch der Studienschwerpunkt ist für uns ein entscheidendes Kriterium, wobei es je nach angestrebter Fachabteilung Unterschiede gibt. Möchte sich ein Absolvent für unser Traineeprogramm im Vertrieb bewerben, sollte er den Schwerpunkt Vertrieb oder Handel gewählt haben. Wir bieten auch andere Traineeprogramme an, zum Beispiel im Category-Management. Da wäre dann der Schwerpunkt Einkauf und Handel wünschenswert. Neben dem richtigen Schwerpunkt erwarten wir einen überdurchschnittlichen Abschluss. Ob Bachelor, Master oder Fachhochschulabschluss spielt dabei allerdings eine untergeordnete Rolle.

Christine Hedfeld, Personalreferentin bei dem Großhandelsunternehmen Metro Cash und Carry Deutschland in Düsseldorf

Trainees müssen sich durch anspruchsvolle Praktika für das Programm qualifizieren, da viel Eigenverantwortung auf sie zukommt.

Wir haben bei Bosch extrem unterschiedliche Einsatzbereiche für Führungskräfte und deshalb ganz unterschiedliche Trainees mit sehr individuellen Lebensläufen. Neben typischen Voraussetzungen wie einem überdurchschnittlichen Masterabschluss und Auslandserfahrung achten wir vor allem auf Führungspotential. Da können Bewerber mit ganz verschiedenen Qualifikationen punkten. Gerade weil wir zukünftige Führungskräfte suchen, achten wir natürlich auf die Persönlichkeit. Bewerber sollten gut begründen können, warum sie über mehr Eigeninitiative und Selbständigkeit verfügen als andere. Deshalb reichen überdurchschnittliche Noten bei uns nicht aus. Wir wollen Kandidaten, die auch mal aus der Uni rausgekommen sind. Und die unternehmerisches Denken mitbringen. Dabei sind anspruchsvolle Praktika besonders wichtig. Wirtschaftswissenschaftler fangen bei uns typischerweise in kaufmännischen Bereichen an, also in Controlling, Logistik, Personal, Marketing oder Einkauf. Die Anforderungen sind daher ganz davon abhängig, für welchen Bereich sich ein Bewerber entscheidet. Industriepraktika sind natürlich in all diesen Bereichen sinnvoll. Aber wir legen uns nicht auf eine bestimmte Branche fest. Auch andere Praktikumsstellen sind interessant für uns, zum Beispiel in der Forschung beim Max-Planck-Institut oder ein Praktikum im Ausland. Wichtig ist, welche Qualifikationen sich der Bewerber dort angeeignet hat. Dasselbe gilt auch für erste Berufserfahrung.

Florian Schüller, Leiter der Nachwuchsprogramme beim Technologiekonzern Bosch in Gerlingen

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