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Als Jurist bei Linklaters : „Ich sehe in der Digitalisierung ein großes Mandatspotential“

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Simon Grolig, 29, hat Jura an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf studiert und das zweite Staatsexamen abgelegt. Bild: Thomas Wisnewski Photography

Simon Grolig ist seit September 2017 Associate bei der Wirtschaftskanzlei Linklaters im Bereich Competition und Antitrust und nimmt als einer der Ersten das innovative Arbeitszeitmodell „Your Link“ in Anspruch.

          Herr Grolig, welchen Berufseinstieg haben Sie gewählt und warum?

          Nach einer kurzen Bewerbungsphase habe ich bei Linklaters LLP im Bereich Kartellrecht angefangen. Im Zeitraum meiner Stellensuche bewarb Linklaters erstmals das neue und innovative Arbeitszeitmodell „YourLink“. Es verspricht trotz der Tätigkeit in einer internationalen Großkanzlei verlässliche und fest planbare Arbeitszeiten. Das beworbene Modell erschien mir ideal: Während meines Referendariats hatte ich die Vielfalt der Fälle und die Qualität der Arbeitsergebnisse in einem entsprechenden Arbeitsumfeld zu schätzen gelernt, und gleichzeitig lag mir viel an einer angemessenen Work-Life-Balance.

          Was sind Ihre Hauptaufgaben?

          Das Aufgabenfeld ist weit und abwechslungsreich. Ich bin von Beginn an in verschiedene große, internationale Mandate im Bereich der Fusionskontrolle sowie in Kartell- und Missbrauchsverfahren eingebunden und daher auch in die Aufarbeitung öffentlichkeitswirksamer Kartellverfahren involviert. Die neben diesem juristischen Tagesgeschäft anfallenden Aufgaben, wie die Organisation von hausinternen Workshops oder die Betreuung von Praktikanten, bereiten mir viel Freude.

          Wie wird sich Ihr Berufsfeld durch die Digitalisierung verändern?

          Ich sehe in der Digitalisierung ein großes Mandatspotential. Gerade die digitalen Märkte sind, nicht zuletzt weil sie rechtlich noch weitgehend unerschlossen sind, ein Bereich mit viel Konfliktpotential im Hinblick auf kartellrechtliche Probleme – und damit auch ein Zukunftsmarkt für uns. Der Einsatz von Legal Tech und Artificial Intelligence gibt uns darüber hinaus die Möglichkeit, Mandanten schneller und günstiger Ergebnisse zu liefern. Damit können wir uns auf die qualitativ hochwertige Arbeit stürzen. Ich stehe den zum Teil sehr drastischen Prognosen gelassen gegenüber.

          Was erhoffen Sie sich davon?

          Ich denke, ich kann mir dadurch kartellrechtlich spannende Themen erschließen oder vielmehr an der Erschließung mitwirken. Und vielleicht spezialisiere ich mich dann zukünftig in dem Bereich.

          Welche beruflichen Ziele haben Sie?

          Mein primäres Ziel ist es, gute Arbeit zu leisten. Mein Arbeitsmodell wird teilweise noch kritisch beäugt. Deswegen ist es mir wichtig, zu zeigen, dass der neue Weg für beide Seiten – Kanzlei und Mitarbeiter – gut ist. Klar würde ich mich freuen, wenn ich die Möglichkeit eines beruflichen Aufstiegs und der damit verbundenen Weiterentwicklung hätte. Es ist jedoch auch logisch, dass diese Schritte – im Vergleich zu den Kollegen auf dem konventionellen Karriereweg – verzögert eintreten.

          Simon Grolig, 29, ist seit September 2017 Associate bei der Wirtschaftskanzlei Linklaters im Bereich Competition und Antitrust. Er hat Jura an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf studiert und das zweite Staatsexamen abgelegt.

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