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Was machen Investmentbanker? : Gutes Geld gesucht

  • -Aktualisiert am

Bild: Ullrich Mattner

Nach der Krise funktioniert das Investmentbanking genau wie zuvor. Und die großen Banken suchen erneut nach Top-Absolventen. Gleichzeitig wachsen aber auch alternative Investment-Häuser heran, bei denen Moral mehr zählt als maximaler Gewinn. Auch dort ist Nachwuchs gefragt.

          Erfolg ist Björn Fabers zweiter Vorname. Der 26-Jährige ist auf dem Weg, ein Top-Investmentbanker zu werden. Dafür hat er seine Karriere früh durchkomponiert: Schon während seines BWL-Studiums hat Faber sechs Praktika gemacht, Sprachkurse absolviert und etliche Zusatzqualifikationen erworben. Er studierte an einer Pariser Business School und an einer Bad Homburger Privatuniversität. Beide Hochschulen zeichneten ihn als besten Studenten seines Jahrgangs aus. Seit Mai letzten Jahres durchläuft Faber nun ein Absolventenprogramm bei der UniCredit Group in München.
          Leute wie Faber stehen bei Arbeitgebern hoch im Kurs. Denn gute drei Jahre nach dem Ausbruch der Finanzkrise verdienen die Banken wieder eine Menge Geld - und wer das weiter tun will, braucht gute Mit­arbeiter. So wird die Hypo-Vereinsbank in diesem Jahr 200 Absolventen einstellen, die Commerzbank 180 und die Deutsche Bank plant allein in Deutschland mit rund 200 Jungbankern.
          Das weltweite Finanzdesaster scheint bei der Nachwuchssuche keine Spuren hinterlassen zu haben. Soziales Engagement etwa spielt bei der Auswahl nach wie vor eine untergeordnete Rolle. „Die Anforderungen sind dieselben wie vor der Krise. Banken geben nach außen hin vor, es habe sich viel geändert. Aber das Geschäft bleibt das gleiche“, sagt Wolfgang Gerke,
          Präsident des Bayerischen Finanz Zentrums. Seine ernüchternde Bilanz: „Ob sie wollen oder nicht: Im Investment Banking werden sie an Ihrer Performance gemessen.“ Vereinfacht heißt das: hoher Gewinn gleich hoher Bonus. Auch Friedrich Thießen, Professor für Finanzwirtschaft an der Technischen Universität Chemnitz, kann nur Detailkorrekturen, aber keinen grundsätzlichen Wertewandel feststellen: „Der Finanzsektor ist eine schnelllebige Branche, aber das System selbst verändert sich nur langsam.“
          Immer mehr Absolventen können jedoch mit dieser klassischen Investment-Welt nicht mehr viel anfangen, interessieren sich stattdessen für nachhaltig arbeitende Institute wie die Triodos Bank, die GLS Bank und die Umweltbank. Sie entscheiden beim Investment nicht nach maximalen Gewinnaussichten, sondern nach so­zialen und ökologischen Kriterien. So kommen für sie nur Unternehmen infrage, die stetig ihre Emissionen reduzieren, recyceln und auf die Einhaltung der Menschenrechte achten. Investments in Konzerne, die Waffen herstellen, Kinderarbeit zulassen oder Atomkraftwerke betreiben, sind tabu. Bei der Einschätzung ihrer Kundschaft müssen sie sich in der Regel auf die Bewertung durch Rating-Agenturen verlassen.
          Auch wenn nachhaltig operierende Banken seit der Krise stark wachsen - sie sind immer noch verhältnismäßig klein und bieten deshalb nur wenige Arbeitsplätze. Viele Bewerber gehen leer aus. So wollten im vergangenen Jahr 400 Absolventen bei der GLS Bank einen Trainee-Platz ergattern; genommen wurden nur vier. Bei ihren neuen Mitarbeitern achtet die Bank, die 2010 von Börse Online und n-tv zur „Bank des Jahres“ gewählt wurde, neben den Noten besonders auf die Motivation ihrer potentiellen Mitarbeiter. „Alle, die bei uns beginnen, sind motiviert, etwas in der Gesellschaft zu verändern“, sagt Anke-Kristin Bojahr, die
          für das Trainee-Programm verantwortlich ist. Viele der Bewerber hätten bereits während des Studiums in Studentenorganisationen mitgearbeitet, die sich mit Entwicklungshilfe auseinandersetzen.
          Auch Björn Faber kann sich vorstellen, später einmal bei einer solchen Bank zu arbeiten. „Dieser Bereich bekommt immer mehr Aufmerksamkeit, und das ist ganz einfach der notwendige Schritt aus den Lehren der Finanzkrise“, sagt der Bilderbuch-Banker. „Mich würde motivieren, das Renditeverständnis einer Bank mit dem nachhaltigen gesellschaftlichen Gewinn zu verknüpfen.“

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