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Tipps für die Bewerbung : Bewerbungsschreiben: So klappt es mit dem Job

  • -Aktualisiert am

Wer sich unter Bewerbern abheben will, der braucht ein gutes Bewerbungsschreiben. Bild: BartekSzewczyk/Thinkstock/Getty Images

Das Bewerbungsschreiben ist die erste Visitenkarte, die Bewerber bei Unternehmen hinterlassen. Umso wichtiger ist es, viel Wert darauf zu legen. Die wichtigsten Tipps für das Bewerbungsschreiben.

          Der erste Satz eines Bewerbungsschreibens, das denken viele Bewerber, entscheidet oft darüber, ob sich Personaler wirklich die Mühe machen, die komplette Bewerbung zu lesen – oder eben nicht. Das stimmt. Wer mit Sätzen wie „Hiermit bewerbe ich mich als …“ oder: „Mit Begeisterung habe ich Ihre Stellenanzeige gelesen“ einsteigt, weckt kaum Elan weiterzulesen. Doch auch wer den Einstiegssatz kreativer gestaltet, hat bereits die erste Gelegenheit versäumt, positiv auf sich aufmerksam zu machen.

          „Der erste Hingucker kann bereits eine spannende Betreffzeile sein“, sagt Jürgen Hesse von der Bewerbungs- und Karriereberatung Hesse/Schrader. Ein Beispiel: „Nachhaltigkeit in der Entwicklung von neuen Informationstechnologien habe ich mir, Informatiker (45), als persönliches Ziel gesetzt – Können wir uns darüber austauschen?“ Wer es schaffe, mit zwei oder mit bis zu drei Zeilen Aufmerksamkeit, Spannung und eventuell sogar Neugierde zu wecken, sei im Vorteil, sagt Hesse. Altbacken wirkten dagegen Formulierungen wie „Meine Bewerbung auf Ihre Stellenanzeige vom 15. April“.

          Bewerbungsschreiben: Bieten Sie das gewisse Etwas!

          Das besondere Etwas zu bieten, um aus der Masse von Bewerbern herauszuragen, ist die große Kunst des Anschreibens. Möglichkeiten gibt es viele, die Betreffzeile ist nur eine Option. Ein raffiniertes PS am Ende des Anschreibens, eine persönliche Anrede und eine Schlussformel in leserlicher Handschrift „Mit freundlichen Grüßen aus Berlin“ samt Unterschrift mit Vor- und Nachname oder ein aufregender erster Satz sind dafür nur einige Beispiele. „Man kann sogar das komplette Anschreiben per Hand formulieren, wenn es lesbar und persönlich gehalten ist, warum denn nicht?“, sagt Hesse. Worauf es den Entscheidern auch ankomme, sei zu sehen, ob sich der Bewerber Mühe gegeben und Zeit in das Anschreiben investiert habe. Hat man sorgfältig formuliert und die wesentlichen Punkte, die den Bewerber für die Stelle qualifizieren, stimmig und anschaulich auf den Punkt gebracht, ist ein wesentliches Kriterium erfüllt. „Beim Anschreiben geht es mehr um den Ton, die Fakten ziehen sich die Personaler vor allem aus dem Lebenslauf“, sagt der Karrierecoach.

          Natürlich müssen für ein gelungenes Anschreiben auch die Inhalte stimmen. Erklären sollten Bewerber nicht nur, warum man sich gerade bei diesen Unternehmen um einen Job bemüht, sondern auch, welche Fähigkeiten und Qualifikationen man mitbringt, um die Stelle bestmöglich zu füllen. Manch Bewerber meint dagegen immer noch, er müsse Erfolge und Wissen zum Besten geben, die er an Hochschule, in Praktika oder bisherigen Jobs erworben habe. Doch steht das nicht in Verbindung zum Stellenprofil, ist es wertlos.

          Soft Skills für die Bewerbung immer wichtiger

          Immer stärker achten Personaler zudem auf Soft Skills wie Kommunikations-, Team- und Organisationsfähigkeit oder Einfühlungsvermögen. Diese bloß aneinandergereiht aufzuzählen, mache wenig Sinn, sagt Hesse. Deshalb sei Kreativität gefragt, um eigene soziale Kompetenzen glaubhaft zu schildern und für die Anforderungen der neuen Arbeitsstelle passgenau zu beschreiben. Das könnten etwa besondere berufliche Erfolge, aber auch außergewöhnliche Hobbys oder auch ein Ehrenamt sein.

          Als Selbstverständlichkeit sollte eigentlich gelten, dass die Formalien stimmen. Doch das ist offenbar ein Irrtum. 80 Prozent der Bewerbungen scheiterten an Formfehlern, schätzen Experten. Das beginnt bei falschem Firmennamen, Adressen und Ansprechpartnern und setzt sich bei ungenauen Datumsangaben fort, wenn statt des exakten Datums lediglich „Juli 2015“ geschrieben wird. Gravierend sind auch Rechtschreib-, Grammatik- und Zeichensetzungsfehler. Für manche Personaler kann das schon das K.o.-Kriterium sein. Abhilfe schafft, wer das Anschreiben Freunden zum Gegenlesen gibt oder es einen Tag liegen lässt und es, bevor es in die Post geht, nochmals durchgeht. Nicht zwingend gebunden fühlen muss man sich an die vermeintliche Norm, das Anschreiben auf eine Seite zu pressen. Das meint zumindest Berater Hesse: „Wer etwas mitzuteilen hat, darf auch eineinhalb Seiten schreiben, das fällt ja auch schon wieder auf“, meint er.

          Auf Besonderheiten im Lebenslauf lässt sich auch auf anderen Wegen aufmerksam machen. Man kann auch einzelne Sätze im Anschreiben visualisieren, zum Beispiel in Fett- oder Sperrschrift. „Hat man an einer internationalen Eliteuniversität einen Abschluss gemacht, darf man das gern im Text markieren“, sagt Hesse. Man solle es aber nicht zu übertrieben einsetzen.

          Quelle: F.A.Z.

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