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Vorstellungsgespräch : Gute Vorbereitung: So gelingt das Vorstellungsgespräch

  • -Aktualisiert am

Wer sich gut vorbereitet, kann gelassen ins Vorstellungsgespräch gehen. Bild: Fuse/Thinkstock/Getty Images

Gute Antworten, Fachwissen und das richtige Auftreten: Mit einer guten Vorbereitung gelingt auch das Vorstellungsgespräch.

          Wer die Einladung für ein Vorstellungsgespräch auf dem Tisch hat, darf sich freuen: Eine wesentliche Etappe im Bewerbungsrennen ist geschafft, nun geht es ins Finale. Umso wichtiger wird damit die Vorbereitung auf das Interview.

          Die Vorbereitung beginnt mit dem Lebenslauf. Dessen Fakten auswendig zu lernen reicht nicht aus. „Entscheidend ist, die Motivation für die einzelnen Schritte im Lebenslauf begründen zu können“, sagt die Bewerbungsberaterin Birgit Friedrich-Schäffer. Der Personaler interessiere sich eher für das Warum – also: Warum genau dieses Studium, warum dieser Schwerpunkt, warum dieser Job? Und er bohrt nach bei Misserfolgen und Schwachpunkten wie etwa einem längeren Studium, einer ungewöhnlichen Auszeit oder einer abgebrochenen Ausbildung. „Fast jeder Lebenslauf hat Ecken und Kanten, und Personaler fragen gerne nach den Ecken“, sagt die Expertin. Davon sollte man sich nicht aus der Ruhe bringen lassen, denn das könnte das gesamte Gespräch zum Kippen bringen. Stattdessen sollte man Erklärungen dafür liefern können. Das gilt auch bei unangenehmen Fragen wie „Warum sollten wir ausgerechnet Sie einstellen?“. Auch dagegen hilft eine gute Vorbereitung, denn: „Gerade wer später mal im Vertrieb oder generell mit Kunden arbeiten möchte, muss lernen, mit solchen Situationen umzugehen“, sagt Friedrich-Schäffer.

          Vorbereitung auf die „harten Fakten“

          Ein Bewerber sollte für das Gespräch aber auch Fakten über den potentiellen Arbeitgeber parat haben: Was macht das Unternehmen? Wie steht es am Markt? Was sind aktuelle Entwicklungen und Erfolge? Antworten darauf gibt es zumeist auf der Website des Unternehmens, oft etwas versteckter in Pressemitteilungen oder unter der Kategorie „Unternehmensphilosophie“. Dort finden sich auch interessante Informationen etwa zu den Werten des Arbeitgebers. Und selbstredend sollten Bewerber erklären können, was sie an der Stelle reizt, welche fachlichen Voraussetzungen sie mitbringen und welche Gehaltsvorstellungen sie haben. Friedrich-Schäffer, die Berufstätige und Studenten berät, weiß aus der Praxis, dass sich viele Studenten schwertun, den Inhalt der Bachelor- oder Masterarbeit wiederzugeben. Warum man sich für das Thema entschieden habe, wie man vorgegangen sei oder zu welchen Ergebnissen man gekommen sei, könnten viele nicht erklären. „Das ist ein echtes Manko“, sagt sie. Denn viele Fachvorgesetzte seien an den Erkenntnissen der wissenschaftlichen Arbeit ernsthaft interessiert.

          Vorbereitung aufs Vorstellungsgespräch: „Laut sprechen“

          Personaler wollen im Gespräch aber auch herausfinden, wie es um die Persönlichkeit des Bewerbers bestellt ist. Wie kommuniziert der Bewerber, wie stellt er Kontakt in einem Gespräch her, und passt er in das Team oder die Abteilung? Um in solchen Gesprächssituationen gut auszusehen, sagt die Beraterin, müsse man diese üben. „Viele Bewerber bereiten sich vor, indem sie ihre Unterlagen durchgehen und Beratungsbücher lesen, aber sie vergessen das Üben durch lautes Sprechen“, sagt sie. Ihr Rat: Bewerber sollten das Vorstellungsgespräch vorab einmal üben, indem sie Lebenslauf und Kern der Abschlussarbeit jemandem schildern. „Dadurch wird man sicherer und authentischer“, sagt sie.

          Unsicher sind viele Bewerber, wie sie im Gespräch auftreten sollen. Denn die Gefahr ist groß, auf der einen Seite zu überzeugt, auf der anderen Seite zu devot als Bittsteller aufzutreten. „Das ist eine Gradwanderung“, sagt Friedrich-Schäffer und empfiehlt, den Gesprächsverlauf abzuwarten. Komme gegen Ende des Interviews die Gelegenheit für Bewerber, Fragen zu stellen, könne man sich einbringen und so nicht nur Interesse, sondern auch Selbstbewusstsein zeigen. „Fachliche und organisatorische Fragen zum neuen Job zu stellen kommt immer sehr gut an“, weiß die Expertin. Wichtig seien auch konkrete Fragen zur Einarbeitung. „Gibt es einen Kollegen, der zur Seite steht, gibt es einen Einarbeitungsplan, wie sehen die ersten drei Monate in der Probezeit aus, oder woran konkret würden Sie meine Leistungen in der Probezeit messen?“, listet sie mögliche Fragen auf. Mit Antworten auf diese Fragen bekomme man einen besseren Einblick in die internen Abläufe.

          Ob das Gespräch dann wirklich optimal gelaufen ist, wird sich zeigen. Zwei Wochen danach sollte das Unternehmen sich eigentlich gemeldet haben. Wenn nicht, rät Friedrich-Schäffer zu einem Anruf. „Höflich zu fragen, wie der Stand der eigenen Bewerbung ist und ob man künftig Teil des Unternehmens ist, kann nicht schaden.“

          Quelle: F.A.Z.

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