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Bewerbungsverfahren : So lassen sich Fehler bei der Bewerbung vermeiden

  • -Aktualisiert am

Formulierung, Rechtschreibung, Pünktlichkeit: Bei einer erfolgreichen Bewerbung geht es um das richtige Auftreten in allen Belangen. Bild: BartekSzewczyk/iStock/Getty Images

Der Bewerbungsprozess reicht vom Anschreiben bis zum Vorstellungsgespräch. Ein weiter Weg, auf dem genügend Fettnäpfchen warten. So lassen sich Fehler in der Bewerbung vermeiden.

          Eigentlich, so sollte man meinen, ist über die richtige Bewerbung schon fast alles gesagt und geschrieben. Doch das ist ein Trugschluss: Immer noch sind etliche Bewerbungen voller Fehler. Das beginnt bereits mit den Bewerbungsunterlagen. „Jeder vierte Bewerber bringt sich mit unnötigen Formfehlern um gute Jobaussichten“, schätzt Jochen Mai, der das Internetportal Karrierebibel betreibt. Das beginnt bei Rechtschreib- und Tippfehlern und setzt sich fort über unpräzise Anschreiben, wenn Bewerber ihr Anschreiben statt an einen konkreten Ansprechpartner nur pauschal an „Sehr geehrte Damen und Herren“ richten.

          Hinzu kommen etwa bei Onlinebewerbungen schlecht formatierte Unterlagen, unbenannte Dateien oder zu große PDF-Dokumente, die sich nur langsam öffnen lassen. Deswegen gilt: Lebenslauf, Zeugnisse, Referenzschreiben sowie eventuell das Anschreiben sollte man zu einem PDF zusammenfassen, das nicht mehr als 3 MB groß ist, empfiehlt Mai. Unseriöse E-Mail-Adressen wie MickeyMouse1973@web.de oder KL1990@aol.de sollten Bewerber meiden.

          Bewerbungsschreiben: Fehler vermeiden

          Auch an schlechten oder unpassenden Formulierungen verzweifeln viele Personaler. Konjunktive wie „Ich würde mich über eine Einladung sehr freuen“ sollten ebenso vermieden werden wie nichtssagende Betreffzeilen oder komplizierte Schachtelsätze. „Sind Bewerbungen schwer verständlich, werden sie von den Entscheidern schnell beiseitegelegt“, sagt Mai. Sein Rat: Bewerbungsunterlagen noch mal im Freundeskreis durchlesen lassen, um die schlimmsten Rechtschreibfehler zu vermeiden und die Verständlichkeit zu prüfen. Auch wenn sich das Bewerbungsschreiben langweilig oder leblos liest oder es kaum Aussagekraft besitzt, droht das Aus im Bewerbungsprozess. „Personaler bekommen sofort den Eindruck, da bewirbt sich jemand, der nur den Firmennamen ausgetauscht und Massenbewerbungen verschickt hat“, sagt der Experte. Der Anspruch ist: Ein Bewerbungsschreiben sollte ein Plädoyer für die eigenen Fähigkeiten, das Unternehmen und die Motivation sein, dort zu arbeiten.

          No-Gos beim Vorstellungsgespräch

          Doch Fettnäpfchen lauern nicht nur beim Verfassen von Bewerbungsschreiben oder Lebenslauf, sondern auch danach. Das beginnt mit dem Warten auf eine Antwort. Dauerndes Nachhaken nervt die Personaler. Zwei Wochen sollte man dem Unternehmen Zeit lassen, in der dritten Woche kann man anrufen und nachfragen. Kommt es dann zum Vorstellungsgespräch, können Bewerber bei der Auswahl der Kleidung danebengreifen. Klar ist, bauchfreie Mode bei Frauen und kurze Hosen bei den Herren sind ein No-Go.

          In der Regel ist bei Frauen ein Kostüm Pflicht, bei Männern ein Anzug. Berater Mai rät auch zur Krawatte. „Selbst wenn ich als overdressed gelte, mache ich nichts falsch damit; bin ich underdressed, dann schon eher“, sagt er. Auch das Thema Pünktlichkeit hat seine Tücken. Natürlich will niemand zu spät zum Termin kommen. Doch wer 20 Minuten zu früh erscheint, riskiert mit der Überpünktlichkeit einen schlechten Start ins Bewerbungsgespräch. „Damit setzen Bewerber Personaler unter Druck, alles stehen und liegen zu lassen und sich schnellstmöglich ihrer anzunehmen“, sagt Mai.

          Vorstellungsgespräch: Der letzte Eindruck zählt

          Für das Gespräch selbst empfiehlt der Experte: „Eine gute Vorbereitung ist wichtig, aber wer zu perfekt und zu roboterhaft rüberkommt, wirkt nicht glaubwürdig und sympathisch.“ Zudem sollten Bewerber das Gespräch nicht für eine Plauderstunde nutzen und mit Geschichten aus ihrem Leben aufzulockern versuchen. „Es gibt Personaler, die so etwas aufdringlich, unangenehm und unpassend finden“, weiß Mai. Im Vorstellungsgespräch gehe es eher um den Job und fachliche Inhalte. Und auch bei der Verabschiedung sind gute Manieren und Stil angebracht, die Bewerber etwa mit einer Formulierung wie „Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für mich genommen haben“ ausklingen lassen können. Das mag selbstverständlich klingen, ist es aber nicht. Aber ein falscher Abgang könnte im schlimmsten Fall den Job kosten. Denn was oft zählt, ist der letzte Eindruck.

          Quelle: F.A.Z.

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