http://www.faz.net/-i7g-869lg

Tipps für die Bewerbung : Soft Skills: Das ist bei der Bewerbung wichtig

  • -Aktualisiert am

Im Team: Die steigende Wertigkeit von Teamfähigkeit ist ein Beispiel dafür, dass Soft Skills in der Bewerbung immer wichtiger werden. Bild: g-stockstudio/Thinkstock/Getty Images

Soft Skills werden in der Bewerbung immer wichtiger. Das hängt mit neuen Anforderungen im Arbeitsalltag zusammen.

          Früher war alles anders: Da dominierten oft Fachleute als Einzelkämpfer in Unternehmen, sie arbeiteten allein im stillen Kämmerlein und präsentierten im Anschluss ihre Ergebnisse. Doch dieser Typ ist kaum mehr gefragt. Soft Skills werden stattdessen in der Bewerbung immer wichtiger. Denn: Viele der alten Hierarchiestrukturen werden aufgebrochen, flache Hierarchien eingeführt. Teamarbeit ist angesagt, sei es in befristeten oder dauerhaften Projekten, in Kooperationen über Staaten- und Ländergrenzen oder über Abteilungen hinweg. Damit kommen neue Anforderungen auf Beschäftigte zu. „Man muss an vielen Schnittstellen mit Kollegen, Auftraggebern und Kunden kooperieren und verhandeln“, sagt Karrierecoach Maren Fischer-Epe, die Aus- und Weiterbildungen zu den Themen Führungskompetenz, Kommunikation und Persönlichkeit anbietet. Beschäftigte vor allem in mittleren und höheren Managementpositionen müssten Konflikte lösen, Menschen gewinnen, Kompromisse finden und sich auf Veränderungen einstellen. Ein Wissen, das sich in den Curricula der Hochschulen zumeist nicht erwerben lässt.

          Die Vielfalt dieser überfachlichen Kompetenzen, sogenannte Soft Skills, ist enorm. Selbstverantwortung, Lernfreude, Flexibilität oder Frustrationstoleranz zählen Experten wie Fischer-Epe zum Beispiel zu den persönlichen Kompetenzen, die sich vor allem auf die eigene Grundhaltung und Werteeinstellung beziehen. Kritik- und Dialogfähigkeit, interkulturelle Kompetenzen, Kontakt- und Kooperationsfähigkeit sind dagegen soziale Kompetenzen, auf die es im Umgang mit anderen ankommt.

          Soft Skills in der Bewerbung: Darauf kommt es an

          Zu den Soft Skills lassen sich auch Methodenkompetenzen rechnen, die die persönliche und soziale Wirkung unterstützen. „Wer Mitarbeiter führt oder in Projekten arbeitet, muss moderieren und präsentieren können, Verhandlungen führen oder sich auf dem Feld der Lern- und Arbeitsorganisation auskennen“, sagt Psychologin Fischer-Epe. Es reiche nicht mehr aus, ein guter Fachmann in seinem Spezialgebiet zu sein. „Heutzutage müssen vor allem Führungskräfte deutlich mehr können“, sagt sie.

          Wichtig im Arbeitsalltag vieler Beschäftigter ist vor allem die Fähigkeit, mit Konflikten umgehen zu können. Immer mehr Mitarbeiter, das weiß Karriereberaterin Svenja Hofert aus ihrem Beratungsalltag, seien nicht konfliktfähig. „Viele tun sich schwer damit, Feedback zu geben oder anzunehmen“, sagt sie. Es fehle oft auch an der Fähigkeit, über sich selbst kritisch nachdenken zu können, ohne ein Problem mit dem Selbstbewusstsein zu bekommen. Das aber wird immer notwendiger, da man heutzutage von allen Seiten beurteilt werde – von Auftraggebern, internen und externen Kunden oder Projektmitarbeitern.

          „Dies erfordert nicht nur die Fähigkeit, mit unangenehmen Aussagen konfrontiert zu werden und damit umgehen zu können, es erfordert auch einen stabilen Selbstwert“, sagt Hofert. Daran mangele es aber immer mehr Hochschulabsolventen, viele gingen stattdessen in den inneren Widerstand. Die Folge: Man sucht sich lieber einen neuen Job. Unterschätzt werde auch die Fähigkeit, für Veränderungen bereit zu sein, also zum Beispiel die Bereitschaft, sich selbstverantwortlich und in eigener Regie Neues anzueignen wie etwa digitale Kompetenzen. „Diese Veränderungsbereitschaft wird immer wichtiger, weil sich in Zukunft die Formen der Arbeit stark wandeln werden“, erklärt Hofert. 

          Soft Skills können in der Bewerbung den Unterschied ausmachen

          Studierende und Berufsanfänger können sich Soft Skills gut aneignen. Manche Career-Center der Hochschulen bieten Seminare zu Schlüsselqualifikationen, einiges lässt sich auch über Persönlichkeits- und Kommunikationstrainings lernen. Am besten, so urteilt Fischer-Epe, sei aber regelmäßiges Feedback in der Praxis. „Viel in Gruppen arbeiten, immer wieder für Reflexionsschleifen und für Möglichkeiten des Feedbacks sorgen, das hilft“, sagt sie. Einfache psychologische Modelle und Methoden wie etwa das aktive Zuhören, das Vier-Seiten-Modell der Kommunikation oder Feedbackregeln könnten den Lernprozess sehr gut unterstützen.

          Das fleißige Üben könnte sich bei der Karriereplanung auszahlen. Gut ausgebildet, sagt Beraterin Hofert, seien mittlerweile die meisten Hochschulabsolventen. Soft Skills könnten aber den Unterschied zwischen zwei gleich guten Kandidaten ausmachen.

          Quelle: F.A.Z.

          Topmeldungen

          Suche nach U-Boot : Flugzeug entdeckt Objekt auf Meeresgrund

          Bei der Suche nach dem vermissten argentinischen U-Boot sind die Retter laut Medienberichten auf eine Wärmequelle in 70 Metern Tiefe gestoßen. Wegen des Sauerstoffmangels spricht die Marine von einer „kritischen Phase“.

          F.A.Z. exklusiv : Lindner: Wir fühlten uns gedemütigt

          Im Interview mit der F.A.Z. spricht der FDP-Vorsitzende über die Gründe für den Ausstieg aus den Jamaika-Sondierungen. Vor allem einer Partei wirft Christian Lindner fehlende Kompromissbereitschaft vor.
          Der Jeep des Überläufers bleibt stecken.

          Korea-Konflikt : Video zeigt Jagd auf nordkoreanischen Soldaten

          Das Kommando der Vereinten Nationen in Südkorea wirft dem Norden vor, bei der Jagd auf einen Überläufer den Waffenstillstand gebrochen zu haben. Zum Beweis veröffentlicht es Videoaufnahmen, die an einen Actionfilm erinnern.
          Die Runde von Sandra Maischberger

          Talk-Kritiken : Im Beichtstuhl des Bundespräsidenten

          Nach dem vorläufigen Scheitern von Jamaika ist der Bundespräsident Herr des Verfahrens. Die Debatten in Talkshows zeigen: Auf das Staatsoberhaupt wartet keine leichte Aufgabe.