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Recruitingmessen : Unternehmensluft schnuppern

  • -Aktualisiert am

Bild: Eva Revolver /SEPIA

Eine Recruitingmesse bietet den Vorteil, sich bei Firmen ohne klassisches Bewerbungsverfahren vorzustellen. Dabei geht es den Unternehmen vor allem um ein erstes Kennenlernen. Berufseinsteiger sollten daher nicht zu viel erwarten. Doch es gibt Ausnahmen.

          Ihre Bachelorarbeit hatte Katharina Czerner schon abgegeben, damit den Abschluss schon so gut wie in der Tasche – nur ein konkreter Plan, wo sie mit ihrem Studium für Angewandte Informatik anfangen sollte, fehlte der damals 22-Jährigen noch. Sie entschied sich kurzerhand, auf die Recruitingmesse Konaktiva der TU Dortmund zu gehen, eine der größten Unternehmerkontaktmessen in Deutschland, um dort mögliche Arbeitgeber kennenzulernen. „Ich hatte mir aber keine großen Erwartungen gemacht, dass etwas für mich dabei herauskommt“, erinnert sie sich. Am Ende kam es jedoch ganz anders: Schon wenige Tage nach ihrem Messebesuch erhielt sie einen Anruf von einem der Unternehmen, das sie auf der Messe kennengelernt hatte. Der E-Business-Spezialist Osudio war so begeistert von der jungen Frau, dass er sie direkt zum Vorstellungsgespräch einlud. Wenige Tage danach hatte Czerner ihren ersten Arbeitsvertrag als Softwareentwicklerin in der Tasche.

          Auf den Besuch referenzieren

          Für die heute 26-Jährige ist damit der Traum vieler Berufseinsteiger, die Recruitingmessen besuchen, wahr geworden. „Ich erlebe es immer öfter, dass junge Leute auf den Messen eine Art Job-Interview-Situation, oft verbunden mit einer direkten Stellenzusage, erwarten“, bestätigt Nadine Schmid von der Personalabteilung bei Zeiss. Die Regel ist das allerdings nicht. Wie das Technologieunternehmen Zeiss erwarten die Firmen in den meisten Fällen, dass sich interessierte Leute nach der Messe für das reguläre Bewerbungsverfahren einschreiben. Deshalb sollte man auch nicht mit zu hohen Erwartungen auf Recruitingmessen fahren, rät Walter Feichtner, Karrierecoach aus München. „Recruitingmessen bieten die tolle Möglichkeit, sich zugleich verschiedene potentiell interessante Unternehmen anzuschauen, sich zu orientieren, wonach diese Firmen genau suchen, und eine Idee davon zu bekommen, wie sie ticken“, so der Experte. Dagegen sei es eher unüblich, dass sich Unternehmen schon während einer Messe Kandidaten aussuchen oder gar Vorstellungsgespräche führen. „Pluspunkte bringt es, wenn man sich bei seiner späteren Bewerbung auf ein erstes Kennenlernen auf einer Recruitingmesse beziehen kann.“

          So läuft es normalerweise auch bei Osudio, wie Krisztina Tomori, Personalverantwortliche des Unternehmens, berichtet. Die Firma aus Lünen bei Dortmund nimmt regelmäßig an Recruitingmessen teil, um junge Leute beispielsweise für ihre Traineeprogramme zu finden. Am Stand sind daher immer wieder Vorgesetzte verschiedener Abteilungen vertreten, die über ihre Arbeit berichten; meistens ist sogar der Geschäftsführer dabei. „Wir wollen erste Kontakte knüpfen und zeigen, wer wir sind und was wir tun. Uns geht es nicht darum, sofort die Lebensläufe der Besucher zu screenen“, so Tomori. Vielmehr würde sie sich freuen, wenn die Leute dann nach der Messe wieder auf sie zukommen würden. „Wenn wir natürlich am Stand jemanden sehr Interessantes kennenlernen, bei dem wir den Eindruck haben, das könnte auf jeden Fall passen, notieren wir uns auch schon mal die Kontaktdaten dieser Leute, um von uns aus später auf diese zuzugehen.“

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