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A bis Z : Von A wie Aufbau bis Z wie zuhören

  • -Aktualisiert am

Die Bewerbung ist versandt, das Telefoninterview naht. Wie bereitet man sich am besten darauf vor? Und welche Fehler sollte man vermeiden?

          A wie Aufbau

          Der ausgedruckte Lebenslauf, eine kleine Liste der eigenen Fragen, ein Glas Wasser sowie Stift und Papier gehören dazu: In ein telefonisches Bewerbungsgespräch geht man wie in ein professionelles Meeting. Nicht nur weil „Moment, ich suche noch schnell einen Stift“ ziemlich unprofessionell klingt. Das Wissen um den „perfekten Aufbau“ dient auch als psychologische Stütze.

          F wie Fremdsprachen

          Erfordert die beworbene Stelle Fremdsprachenkenntnisse? Dann darf man als Bewerber mit Gesprächspassagen in der jeweiligen Sprache rechnen. Gut, wenn man dann nicht nur die wichtigsten Floskeln beherrscht, sondern auch die Eckdaten seines Werdegangs flüssig darlegen kann. 

          H wie Hintergrundgeräusche

          Vogelgezwitscher, Verkehrslärm, Kindergeschrei: Hintergrundgeräusche verraten nicht nur viel über den Bewerber, sondern schaffen auch Assoziationen. Wer im Garten telefoniert, weckt schnell den Eindruck von Naturverbundenheit, wirkt aber nicht unbedingt so, als brenne er darauf, im Büro täglich noch ein paar Überstunden dranzuhängen. Auch parallel zum Gespräch im Internet zu recherchieren fällt garantiert auf: Selbst die leiseste Tastatur ist für den Gesprächspartner hörbar.

          M wie Mimik

          Genervt mit den Augen rollen, Grimassen schneiden: Am Telefon vermeintlich kein Problem, schließlich kann man die Mimik nicht sehen. Stimmt – aber hören kann man sie schon. Wirklich geübte Telefonierer erkennen sogar, ob der Bewerber die Wahrheit sagt: Gesprächspausen und Stimmmodulation verraten mehr, als die meisten Bewerber ahnen. In Situationen, die besondere Überzeugungskraft erfordern, lohnt es sich aufzustehen, denn auch die Körperhaltung macht sich stimmlich bemerkbar. 

          O wie Offene Fragen 

          Wie war das genau mit dem Sabbatical? Was steckt hinter der Lücke zwischen Abitur und Universität? Potentielle Arbeitgeber nutzen gern das telefonische Bewerbungsgespräch, um schwammige Angaben im Lebenslauf zu klären. Oder anders gesagt: Falls es noch Vorbehalte gibt, dann kommen sie bei dieser Gelegenheit zur Sprache, denn letztlich geht es um die Kernfrage: „Lohnt es sich, diesen Kandidaten zum persönlichen Gespräch einzuladen?“

          P wie Position 

          Wer sagt eigentlich, dass man wichtige Telefonate am Schreibtisch oder im Sitzen führen muss? Natürlich absolviert man ein Telefoninterview nicht auf dem Laufband, aber sich leise durch die Wohnung zu bewegen, das geht schon, denn Bewegung senkt das Stresslevel. Gerade nervöse Bewerber können so Spannung abbauen. Matchbox-Autos und Stolperfallen sollten dann allerdings nicht herumliegen.

          U wie Unangemeldet

          Bewerber, die sich aktiv im Bewerbungsprozess befinden, sollten tagsüber nicht mit einem spaßigen „Partyzentrale Müller“ oder „Was?!“ abheben. Es kann durchaus passieren, dass der potentielle Arbeitgeber eine Rückfrage hat, die er schnell und unangemeldet am Telefon klären möchte. Personalprofis wissen zudem, dass man bei einem spontanen Anruf hier und da sehr interessante Einblicke bekommt.

          V wie Vorstellungskraft

          Gut möglich, dass der Gesprächspartner kein Mensch ist, mit dem man spontan Kaffee trinken wollte. Stellt man ihn sich von vornherein als gutaussehend und freundlich vor, fällt es jedoch leichter, sich auf das Gespräch einzulassen. Ob man Gesprächspartner vor wichtigen Telefongesprächen googeln sollte oder nicht, ist daher Ansichtssache. Danach fällt es nämlich mitunter schwer, sich Illusionen hinzugeben. Und manch einer, der auf dem Foto keinen guten Eindruck hinterlassen hat, erweist sich doch noch als angenehmer Zeitgenosse.

          Z wie Zuhören 

          Zuhören – bis zum Ende des Satzes – fällt vielen Menschen schwer. Dafür gibt es oft sogar eine gute Entschuldigung, denn in vielen Regionen Deutschlands ist es üblich, sich schon nach zwei Dritteln des Satzes ins Wort zu fallen: Man weiß doch schon, was noch kommt. Grob gesprochen, kann man hier von einem Nord-Süd-Gefälle ausgehen. Problematisch wird es, wenn die Gesprächspartner aus verschiedenen Regionen Deutschlands stammen. Schnellplauderer sollten daher besonders gut zuhören und sich anpassen.

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