http://www.faz.net/-i7g-883vo

Lebenslauf : Weltreise, Sprachen, Auszeit - Was muss in den Lebenslauf?

  • -Aktualisiert am

Muss die Weltreise in den Lebenslauf? Der Bewerbungsberater rät zu Ehrlichkeit und „Mut zur Lücke“. Bild: Moodboard/Thinkstock/Getty Images

Oft wird er stiefmütterlich behandelt: der Lebenslauf. Dabei ist er ebenso wichtig wie das Anschreiben. Der richtige Aufbau zählt.

          Der Lebenslauf gilt vielen Bewerbern als lästiges Pflichtanhängsel des Anschreibens, doch Vorsicht. „Anschreiben und Lebenslauf sind eine Einheit“, sagt Bewerbungsberater Jörg Hallberg. Denn das, was das Anschreiben als Profil vorgibt, sollte im Lebenslauf in tabellarischer Form veranschaulicht werden.

          Das Ziel: Der Lebenslauf soll dem Personalverantwortlichen in knapper und übersichtlicher Form dokumentarisch aufzeigen, welche schulischen, akademischen und beruflichen Voraussetzungen und welche fachlichen Qualifikationen der Bewerber für den künftigen Job mitbringt.

          Lebenslauf: Der richtige Aufbau

          Name, persönliche Daten, Ausbildung, Berufserfahrung, sonstige Kenntnisse und ein Foto – das sind die Basisinformationen für den Lebenslauf. Dessen Aufbau kann variieren, vier unterschiedliche Typen definieren Karriereberater. Als klassisch gilt der chronologische Lebenslauf, bei dem die Karriereschritte dem Datum nach geordnet aufgelistet werden. Der letzte Abschluss oder der aktuelle Job-Status des Bewerbers kommen dabei nach oben, danach geht es rückläufig bis zu Beginn des Studiums oder bis zur Abiturnote. „Für den Entscheider ist es wichtig, kurz und schnell das Wichtigste über den Bewerber zu erfahren, alles andere kostet zu viel Zeit“, nennt Hallberg den wesentlichen Vorzug. Bei funktionalen Lebensläufen stehen dagegen vor allem Berufserfahrung und Leistungen im Vordergrund.

          Zielgerichtete Lebensläufe mischen die chronologische und die funktionale Form des Lebenslaufs, während kreative Bewerbungen vor allem im künstlerischen Umfeld passend sind. Das kann aber auch schiefgehen, wie der Regensburger Berater anhand eines Beispiels veranschaulicht. Als eine Unternehmensberatung High Potentials suchte, rollte ein Bewerber einen Fußball samt Bewerbungsunterlagen in die Rezeption mit der Botschaft, wenn ein Top-Player gesucht werde, sei er der Richtige. „Das klingt witzig, kam aber in der Personalabteilung gar nicht gut an“, erzählt Hallberg. Die Bewerbung fiel prompt durch.

          Aufbau des Lebenslaufs: Der Kontext zählt

          Genannt werden dürfen im Lebenslauf Hobbys, Berufe der Eltern oder auch Mitgliedschaften in Organisationen oder Vereinen – aber nur dann, wenn Bewerber einen Zusammenhang zur ausgeschriebenen Stelle herleiten können. Beispiel kirchliche und karitative Einrichtungen: „Für Bewerber kann es dann hilfreich sein anzugeben, dass sie früher Ministrant waren“, sagt Hallberg. Bei Bewerbungen für einen technischen Beruf könne es Sinn machen zu schreiben, dass zum Beispiel der Vater Maschinenbauingenieur und die Mutter technische Zeichnerin waren. „Entscheidend ist, dass der Kontext stimmt“, sagt Hallberg. Ansonsten könne man diese Informationen genauso weglassen wie nähere Angaben zur Grundschulausbildung. Sein Tipp: In den Lebenslauf gehört alles, was relevant für die Entscheidung eines Personalers sein könnte, damit dieser den richtigen Kandidaten findet.

          Diese Fakten sollten normalerweise auf eine Seite passen, es sei denn, Menschen mit unkonventionellen Lebensläufen bewerben sich auf eine Stelle. Möglich ist nach Anschreiben und Lebenslauf aber auch eine sogenannte Seite drei, um Stichpunkte aus dem Lebenslauf zu präzisieren. „Es kann zum Beispiel sinnvoll sein, nicht nur den Titel der Masterarbeit im Lebenslauf zu nennen, sondern auf einer Extraseite kurz zu beschreiben, um was es im Kern in der Masterarbeit ging“, rät der Experte. Dies mache deutlich, dass man sich wissenschaftlich mit den Inhalten des künftigen Jobs auseinandergesetzt habe. Andere Aufhänger können etwa Praktika oder Studieninhalte sein, wenn diese auf eine Stellenausschreibung passen.

          Bleibt die Frage mit dem Umgang von Lücken in der Berufsbiographie. Dies kann dann zum Thema werden, wenn Bewerber beispielsweise arbeitslos wurden, Familienangehörige pflegten oder sich eine berufliche Auszeit nahmen, indem sie auf Weltreise gingen. Der Regensburger Berater Hallberg empfiehlt Ehrlichkeit: „Gibt es für mehrere Monate Lücken, die sich nicht mehr kaschieren lassen, dann sollte man die angeben.“ Eine Weltreise zum Beispiel könne wichtig für den Spracherwerb oder die Persönlichkeitsentwicklung sein. Wer aktiv arbeitssuchend war, sich auf Kontaktmessen informierte oder neue berufliche Wege ausprobierte und scheiterte, solle das auch in den Lebenslauf schreiben. Im Vorstellungsgespräch werde der Personaler sowieso fragen, was man während der Zeit gemacht habe.

          Quelle: F.A.Z.

          Topmeldungen

          Opposition oder Regierung? : Goldene Leitern für die SPD

          Wie bekommt man die Sozialdemokraten wieder vom Oppositionsbaum herunter? Für Bundeskanzlerin Merkel könnte es sich als Glücksfall erweisen, dass im Schloss Bellevue ein Bundespräsident von sozialdemokratischem Blute sitzt.
          Mitfühlende Mutter Merkel: Doch Minderheit ist Mist!

          Fraktur : So viel Dank war nie

          Es fehlte eigentlich nur noch, dass der Cem dem Horst bei einem Joint das „du“ anbot.

          Ägyptische Sinai-Halbinsel : Über 200 Tote bei Anschlag auf Moschee

          Auf dem Sinai kommt es immer wieder zu terroristischen Angriffen eines IS-Ablegers. Beim Freitagsgebet hat jetzt ein Überfallkommando eine Bombe gezündet und auf Gläubige geschossen. Die Zahl der Opfer steigt ständig.