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Gastkommentar : Auf einer Wellenlänge: das Start-up und der Versicherungskonzern

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Johannes Dick ist Leiter Konzernentwicklung bei Axa Deutschland in Köln und Mitinitiator des „Axa Innovation Campus“. Der „Axa Innovation Campus“ sucht gezielt nach Gründerideen, die das Potential haben, das Thema Versicherung neu zu denken. Felix Swoboda ist Geschäftsführer des Onlineanbieters für Handwerkerdienstleistungen Homebell. Er gründete sein Berliner Start-up im Oktober 2015. Bild: Sylvia Wolf

Wie arbeiten klassische Versicherungen und Start-ups zusammen? Ein Gastkommentar.

          Auf den ersten Blick haben ein Versicherungskonzern und ein Start-up wenig gemein. Warum investiert ein Versicherer also in ein Start-up? Passen die beiden überhaupt zusammen? Konzerne besitzen meist eine langjährige Unternehmenshistorie, klare Strukturen und einen gewachsenen Kundenstamm. Dennoch müssen sie in der heutigen Zeit über den Tellerrand hinausschauen. Denn die zunehmende Digitalisierung macht gerade vor traditionellen Unternehmen nicht halt. Start-ups hingegen probieren, experimentieren. Ihr Markt ist noch nicht erschlossen, sie eröffnen Wege zu neuen Kundengruppen. Denn der Kunde von heute konsumiert durch die Nutzung von Apps und Webseiten zunehmend digital. Start-ups reagieren darauf mit Angeboten, die den Nerv des Kunden treffen, sei es in Sachen Funktionalität oder Bedienbarkeit. Diese Eigenschaften machen ein Start-up zum interessanten Geschäftspartner – auch für ein Versicherungsunternehmen.

          Der Schlüssel zum Erfolg liegt vor allem darin, die Vorteile beider Welten zusammenzubringen. Der eine hat Kunden, Reichweite, Marke – der andere womöglich bahnbrechende Ideen, eine spannende Plattform, oder er sitzt näher am Puls der Zeit. Durch die Zusammenarbeit mit Start-ups erhoffen sich Großunternehmen unter anderem Zugang zu innovativen Geschäftsmodellen und die Erschließung neuer Kundenkontaktpunkte. Als Versicherungsunternehmen reicht es heute längst nicht mehr, die versicherten Schäden finanziell auszugleichen. Versicherungen müssen kundenorientierter werden. Das Geschäftsmodell wird daher künftig ein anderes sein. Langfristig reicht es nicht mehr, allein Versicherungen zu verkaufen. Versicherungen wollen mehr sein als ein Regulierer – nämlich verlässlicher Begleiter in Sicherheitsfragen. Diesem Ziel folgt ein Geschäftsmodell wie das von Homebell: Professionelle Handwerkerleistungen sind online buchbar – und können im Schadensfall schnell von der Versicherung angeboten werden. Start-up und Konzern schaffen so gemeinsam einen Mehrwert für Kunden.

          Nicht nur Versicherungen, auch viele andere Unternehmen durchlaufen Veränderungen durch die Digitalisierung. Die Zusammenarbeit mit Start-ups hilft Versicherern, zum Partner für Kunden zu werden. Gleichzeitig verändert die Nähe zu Start-ups auch die Unternehmenskultur in den Konzernen. Nie war es für Absolventen attraktiver, in die Versicherungswirtschaft einzusteigen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, die Versicherung der Zukunft aktiv mitzugestalten. Kreativen Querdenkern bietet die Branche hierfür das richtige Umfeld. 

          Quelle: F.A.Z

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