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Medientechnologie : Das Medienangebot der Zukunft mitgestalten

  • -Aktualisiert am

Ein Trend der Zukunft: Virtual Reality Bild: Picture/alliance/KEYSTONE

Die Medienwelt wandelt sich so schnell wie niemals zuvor – und mit ihr die Branche, die Medientechnologie entwickelt und zur Verfügung stellt. Gefragt sind Berufseinsteiger mit Softwarewissen, die immer auch offen sind für Neues.

          Etwas bewegen, verändern, aktiv mitgestalten – Wünsche wie diese stehen auf der Liste von Studierenden und Berufseinsteigern ganz oben. In der Medienwelt haben sie dafür gute Chancen, denn die Branche vollzieht einen tiefgreifenden Wandel. „Das Zeitalter der Medien hat gerade erst begonnen“, so bringt es Professor Karlheinz Brandenburg, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie IDMT in Ilmenau, auf den Punkt. Und Brandenburg muss es wissen. Als Miterfinder des MP3-Audioformats in den 1990er Jahren hat er selbst Pionierarbeit geleistet – und beobachtet die Branche seitdem sehr genau.

          Doch wohin steuern beispielsweise Radio- und Fernsehanstalten, und welche Berufseinsteiger werden dort heute bevorzugt eingestellt? „Wir produzieren mittlerweile neben den Radioprogrammen auch mehrere Podcast-Sendungen, die nur noch über die App oder die Mediatheken abgerufen werden können“, erklärt Sebastian Roth, Abteilungsleiter Sendung und Produktion beim Deutschlandfunk in Köln. „Außerdem verändern wir uns derzeit in Richtung Bewegtbild.“ Im Vordergrund steht dabei die Idee des „Visual Radio“, das heißt, der Hörer soll näher an das Geschehen beim Radio herangeführt werden. Bewegtbilder aus den Aufnahmestudios, kurze Videosequenzen, die online gestellt werden, machen Radio für die junge Generation erlebbar. Und zugleich werden die Köpfe hinter den Sendungen sichtbar, wie etwa über das Infoangebot von Deutschlandfunk Nova, das auf Youtube zu finden ist.

          Die Digitalisierung verändert die Arbeit bei Radio- und Fernsehsendern nicht nur im Hinblick auf die inhaltlichen Angebote, sondern auch hinter den Kulissen. „Die neuen technologischen Möglichkeiten, vom Tonband über den Computer bin hin zu Files und Festplatten, machen schon seit Jahren ganz andere Workflows möglich. Die Geschwindigkeit in der Produktionsphase hat sich extrem erhöht. Audiobearbeitung hat heute ein neues Niveau der Einfachheit erreicht“, sagt Roth. Gegenwärtig bedeute Digitalisierung im Radiobetrieb aber vor allem Vernetzung. „Alles kann auf der Datenbank abgelegt werden, und auf diese kann man wiederum von überall aus zugreifen.“ Dafür benötigt man Profis mit technischem Wissen. Auch bei der Erstellung von Podcasts oder beim Pflegen der Websites und der Mediatheken sei die komplette Bandbreite an Softwarekompetenz gefragt. „Wenn wir Leute einstellen, müssen die heute Audio schneiden können, aber auch die IT beherrschen. Es kann beispielsweise vorkommen, dass man IT-Netzwerke aufbauen muss; und zugleich gilt es, die Geräte zu bedienen. Hierfür benötigt man die entsprechenden Softwarekenntnisse“, erklärt Roth.

          Medientechnik basiert auf Ingenieurwissenschaften

          Beim Deutschlandfunk sind vor allem Mediengestalter im Einsatz, die meist im eigenen Haus ausgebildet werden. Auch Medientechnologen und Medieningenieure können in Sendung und Produktion diese Aufgaben übernehmen. Sie kämen allerdings meist eher bei Planungsthemen ins Spiel, sagt Roth. „Wir haben beispielsweise eine Medieningenieurin in der Sendung sitzen. Sie ist unter anderem für die Disposition, also für die Planung, zuständig.“ Das biete sich an, da die studierten Medientechniker und Medieningenieure meist über einen breiten Horizont im Managementbereich verfügten, erläutert Roth.

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