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Energie, Wasser, Umwelt : Der Mix macht‘s

  • -Aktualisiert am

Bild: Tibu/iStock/thinkstock

Wie sehen die zukünftigen Herausforderungen im Energiesektor aus? Und welche Perspektiven bieten sich dort für Berufseinsteiger?

          Ricardo Peniche Garcia stammt aus Mexiko, ist 32 Jahre alt und schreibt seine Dissertation an der TU Harburg. Thema seiner Arbeit: die Analyse verschiedener Optionen zur Integration von erneuerbaren Energien in städtischen Energiesystemen. „Ich habe mit Hilfe von Software verschiedene Möglichkeiten für die zukünftige Energieversorgung von Städten untersucht“, erläutert der Doktorand am Institut für Energietechnik.

          In Mexiko hat Ricardo Peniche Maschinenbau und Elektrotechnik studiert. Seinen Master in „Global Production Engineering“ mit Schwerpunkt auf Solartechnologien hat er an der TU Berlin absolviert und danach einige Zeit für einen Hersteller von Solarfeldern gearbeitet.

          Über seine Motivation sagt Peniche: „Deutschland ist ein Pionier für erneuerbare Energien. Es sind interessante Zeiten für die Energiebranche. Es ist bereits zu beobachten, dass erneuerbare Energien günstiger werden.“ Ihn interessieren vor allem die Energieerzeugung, die Sektorkopplung – also die Vernetzung der drei Energiesektoren Strom, Wärme, Gas – und die Weiterentwicklungen bei der Speicherung von Energie. Wichtige Werkzeuge zur Lösung und grafischen Darstellung energietechnischer Aufgabenstellungen sind für ihn die Programmiersprachen Modelica, Matlab und Python.

          Vier Jahre hat Peniche an seiner Promotion gearbeitet, nun sieht er sich auf dem Arbeitsmarkt um. „Der Energiesektor ist ein harter Markt mit internationalem Wettbewerb. Man muss bereit sein, für den Job auch das Land zu wechseln. Meine ehemaligen Kommilitonen aus Berlin haben bereits in England, Singapur oder Südafrika gearbeitet. Ich selber war in Spanien und Thailand tätig.“

          Aber derzeit stehen die Chancen für einen promovierten Ingenieur nicht schlecht, auch in Deutschland einen Job zu bekommen, denn der deutsche Energiesektor ist breit aufgestellt und innovativ (siehe Infokasten). Und trotz des derzeitigen Strukturwandels geht das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) insgesamt von einem „eher optimistischen Bild“ für den Arbeitsmarkt aus. Die positiven Wachstumsimpulse, die durch die Energiewende ausgelöst wurden, würden den Beschäftigungsabbau „bei den fossilen und nuklearen Energiequellen deutlich überwiegen“, so das IAB. Die Jahreseinstiegsgehälter für junge Akademiker liegen im Schnitt bei 52.000 Euro für Ingenieure, bei 46.000 Euro für BWLer und bei knapp 55.000 Euro für Informatiker.

          Bruttostromerzeugung in Deutschland 2016
          in Terawattstunden (TWh)*, insgesamt 648,4
          Stromerzeugung insgesamt
          Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien
          Quelle: AG Energiebilanzen, Stand März 2017
          *vorläufig ** regenerativer Anteil
          Angaben in Prozent

          Allerdings ist der Markt teilweise volatil, bedingt durch ausländische Konkurrenz einerseits und durch politische Vorgaben andererseits. Beispiel Solarenergie: Hier sank die Zahl der Beschäftigten in Deutschland laut Bundeswirtschaftsministerium von 2012 bis 2015 von 114.000 auf nur noch 42.000. Die deutschen Hersteller sahen und sehen sich einer starken Konkurrenz aus China gegenüber. Zudem sind die Einspeisetarife gesunken.

          Und schon wird spekuliert, dass auch beim Wind eine Flaute eintreten könnte. Mancher hatte nach dem Atomausstieg, den Bundeskanzlerin Angela Merkel nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima 2011 verkündet hatte, auf eine Art „grünes Wirtschaftswunder“ gehofft. Das schien sich zunächst zu bewahrheiten, vor allem bei der Windenergie. Doch nun ergeht es den Herstellern von Windanlagen wie denen anderer neuer Technologien: Hatte an dem neuen Markt einst Goldgräberstimmung geherrscht, folgten Wettbewerb und Überkapazitäten – und am Ende womöglich wie so oft der Preisverfall.

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