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Gastkommentar : Die Förderung der Kleinen im Blick

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Bild: Sylvia Wolf

Warum das Bundesministerium für Bildung und Forschung Unternehmen in der Medizintechnikbranche unterstützt. Ein Gastkommentar von Bildungsministerin Johanna Wanka.

          Vom Röntgengerät bis zum Herzschrittmacher, von Prothesen bis zur Dialysemaschine: Die Medizintechnik leistet einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Gesundheitsversorgung. Wie aber können wir sicherstellen, dass wir das Potential der Digitalisierung ausschöpfen und die Prävention, Diagnose und Therapie von Krankheiten zukünftig weiter verbessern? Anwendungsfelder sind Roboter im Operationssaal, in der Rehabilitation und in der Pflege oder der Ersatz verletzter Körperfunktionen oder Organe durch intelligente Implantate. Bereits heute ist absehbar, dass smarte Medical-Apps ihren Nutzern und Ärzten wichtige Informationen zum Gesundheitszustand an die Hand geben. Wie können wir dazu beitragen, dass Digital Health nicht nur ein schönes Schlagwort bleibt, sondern Realität im medizinischen Alltag wird?

          Die Förderung der Medizintechnikbranche durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) adressiert all diese Anwendungsfelder. Mit dem Fachprogramm Medizintechnik verfolgen wir das Ziel, den richtigen Rahmen für Innovationen zu schaffen. Nur auf diese Weise kann die Medizintechnikbranche in Deutschland ein zentraler Wachstumsmotor für unsere Wirtschaft bleiben. Schon heute erzielen deutsche Medizintechnikunternehmen rund 29 Milliarden Euro Umsatz im Jahr und beschäftigen mehr als 133.000 Menschen. Zahlreiche der rund 1.200 kleinen und mittleren deutschen Firmen sind zudem Weltmarktführer in ihrem Bereich. Gerade hier haben Forschung und Entwicklung einen hohen Stellenwert – für uns Grund genug, dass wir deren Innovationskraft weiter stärken wollen.

          Wir wollen Wissenschaft und Wirtschaft darin unterstützen, neue Medizinprodukte für den Versorgungsalltag zum Wohle der Patientinnen und Patienten zu entwickeln. Dabei ist auch zu entscheiden, wie viel Automatisierung und Robotik wir uns leisten wollen und können, wie kompliziert Geräte sein dürfen, damit sie fehlerfrei bedient werden können.

          Aber die beste Technik wäre nichts ohne die Menschen, die sie entwickeln, die sie einsetzen und täglich nutzen. Im Mittelpunkt des Fachprogramms steht daher eine bessere Zusammenarbeit aller relevanten Akteure – von den Ingenieuren und IT-Experten im Unternehmen über die Ärzte in der Klinik bis hin zum Personal in der Pflege. Gemeinsam können sie bedarfsgerechte Innovationen entwickeln.

          Klar ist aber auch: Der Nachwuchs ist unser Garant dafür, dass wir mit dem Wandel Schritt halten können. Der rasante Fortschritt in der Miniaturisierung, Automatisierung oder Digitalisierung erfordert besondere Kompetenzen. Wir brauchen bestmöglich qualifizierte akademische Talente, die fachübergreifend denken können. Es gilt, die Hightech-Lösungen intelligent in der Praxis umzusetzen. Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses – über die verschiedenen Disziplinen hinweg – steht bei uns im BMBF daher ganz oben auf der Agenda. Die besten Köpfe werden uns helfen, auch künftig Weltmarktführer in der Medizintechnik zu sein. Ich würde mich freuen, wenn Sie dabei sind!

          Johanna Wanka ist seit Februar 2013
          Bundesministerin für Bildung und Forschung und Mitglied der Bundesregierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Von 2000 bis 2009 war sie Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur in Brandenburg, von 2010 bis 2013 diente sie im gleichen Ressort als Ministerin in Niedersachsen. Davor wirkte sie viele Jahre in Forschung und Lehre. An der Universität Leipzig studierte sie von 1970 bis 1974 Mathematik.

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