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Was ist Assetmanagement? : Geld stinkt nicht

  • -Aktualisiert am

Bild: Source for Alpha

Assetmanager kümmern sich um das Vermögen anderer Menschen. Berufseinsteiger sollten zwar keine Angst vor Zahlen haben, müssen aber keine Mathe-Nerds sein.

          Die meisten Menschen können sich unter der Jobbezeichnung von Luca Frignani wenig vorstellen. Der 29-Jährige ist seit Anfang dieses Jahres „Client Portfolio Manager“ beim Frankfurter Vermögensverwalter Source for Alpha. Hinter dem sperrigen Titel steht eine durchaus konkrete Aufgabe: Frignani erklärt den Kunden von Source for Alpha, was mit dem Geld geschieht, das sie dem Vermögensverwalter anvertraut haben. „Ich bin die Schnittstelle zwischen dem Team, das das Kundengeld verwaltet, und den Kunden. Ich betreue sie in allen Fragen“, erklärt er.

          Im Asset- oder Portfoliomanagement geht es – einfach gesagt – darum, aus Geld mehr Geld zu machen. Sind die Kunden besonders wohlhabend, spricht man von Wealth-Management. Dazu zählen in der Regel Mindestvermögen ab einer Höhe von zweistelligen Millionenbeträgen. Ein Assetmanager verdient in Deutschland im Schnitt zwischen 3.200 und 6.200 Euro pro Monat, zeigt eine Auswertung des Onlineportals
          gehalt.de. Kommen Führungsverantwortung oder Boni dazu, kann der Verdienst auch deutlich höher ausfallen. Die Jobaussichten sind gut: Die Finanzbranche hat sich von der Krise in den Jahren 2008 und 2009 längst erholt. Sowohl große Assetmanagement-Unternehmen als auch kleine Vermögensverwalter suchen Nachwuchs. Rund 60 Prozent der unabhängigen Firmen der Branche in Deutschland wollen im laufenden Jahr neue Mitarbeiter einstellen, zeigt eine Umfrage des Instituts für Vermögensverwaltung im Auftrag der Münchener V-Bank. Dabei sind ihnen Bewerber mit einem Hochschulabschluss am liebsten, vor allem solche mit einem Master.

          Mit Leidenschaft für Kapitalmärkte

          Nachwuchs-Geldmanager Frignani ist in dieser Hinsicht der Traum jedes Personalchefs. Er kann einen Bachelorabschluss der Privatuni EBS vorweisen, Praktika bei namhaften Privatbanken und ein abgeschlossenes Traineeprogramm bei dem Schweizer Geldhaus UBS, außerdem einen Master der französischen EDHEC Business School. Nicht jeder angehende Assetmanager muss einen solchen Lebenslauf vorweisen, sagt Christan Funke, Vorstand von Source for Alpha. „Wir hatten beispielsweise auch schon mal einen Mitarbeiter, der Psychologie studiert hatte und kurz davor stand, Profimusiker zu werden.“ Kenntnisse in Wirtschaftswissenschaften und IT seien allerdings wichtig, ebenso eine gewisse Leidenschaft für die Kapitalmärkte.

          Edmund Keferstein sieht das ähnlich. Der 26-Jährige ist Junior-Portfoliomanager bei Union Investment, der Investmentgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken. „Man sollte Inter­esse für die Börse mitbringen, teamfähig sein und eine Affinität zu Zahlen haben“, sagt er. Mathematik spielt in Kefersteins Arbeitsalltag eine wichtige Rolle. Er analysiert mit Hilfe mathematischer Modelle, was an den Kapitalmärkten passiert, kauft Wertpapiere und spricht mit Kunden darüber, was die Entwicklungen an den Börsen für ihr Geld bedeuten. „Als Assetmanager muss man immer auf dem Laufenden bleiben und wissen, was in der Politik, der Geldpolitik und an den Finanzmärkten passiert“, sagt er.

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