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Gehalt im Job : Erfolgreiche Gehaltsverhandlung | Tipps für Berufseinsteiger

  • -Aktualisiert am

Chemieingenieure haben bei Gehaltsverhandlungen gute Aussichten auf ein gutes Ergebnis. Bild: Wavebreakmedia Ltd/Thinkstock/Getty Images

Im Vorstellungsgespräch empfinden besonders Berufseinsteiger die Frage nach dem Gehalt als das größte Problem. Sie wollen den Job, aber auch eine gerechte Bezahlung. Berufsanfänger sollten sich deshalb auf die Gehaltsverhandlung gut vorbereiten.

          Die Weggabelung im Vorstellungsgespräch ist normalerweise nach etwa einer Dreiviertelstunde erreicht. Was die Bewerberin oder der Bewerber können, ist mittlerweile klargeworden, und was von ihnen erwartet wird auch. Dann kommt eine Pause, es herrscht ein paar Sekunden lang Stille, und schließlich kommt eine ganz entscheidende Frage: „Was haben Sie sich denn so als Gehalt vorgestellt?“ Ein Fehler bei der Antwort kann entscheidend sein. Denn die gegenseitigen Erwartungen sollten zumindest ungefähr übereinstimmen. Falls nicht, endet der Termin meistens mit einem unverbindlichen „Vielen Dank für Ihren Besuch. Sie hören von uns.“

          Die Frage nach dem Gehaltswunsch empfinden viele Berufsanfänger als ziemlich unangenehm, die Gehaltsverhandlung wird so zum Balanceakt. „Wenn man zu wenig fordert, signalisiert man mangelndes Selbstvertrauen und wird als unerfahren und schlecht informiert eingeschätzt“, erklärt Personalberater Christoph Dyckerhoff von Dyckerhoff & Partner. Und wenn man zu viel verlangt, ist die Gefahr groß, seine Chance auf eine bestimmte Stelle zu verspielen. Berufsanfänger sollten sich deshalb vor der Gehaltsverhandlung informieren, welche Gehälter in etwa üblich sind. „Dafür kann man sich an Fachverbände oder auch an Managementberatungen wenden“, erläutert Dyckerhoff. Wichtig sei dann, nach der Entscheidungsfindung seine Vorstellungen selbstbewusst zu kommunizieren.

           

          Gehaltsverhandlung: Realistische Forderung stellen

          Grundsätzlich gilt: Die Gehaltsforderung sollte realistisch sein. Denn Gehälter entstehen durch Angebot und Nachfrage. Und die variiert nicht nur von Beruf zu Beruf, von Branche zu Branche und von Region zu Region, sondern hängt auch von der Unternehmensgröße, von der zu besetzenden Position und von den Qualifikationen des Kandidaten ab.

          Bei durchschnittlich 42.000 Euro pro Jahr liegt das Einstiegsgehalt eines Hochschulabsolventen, hat der Stepstone-Gehaltsreport für Absolventen ausgerechnet. 50.000 Fach- und Führungskräfte wurden für die Studie befragt. Dabei sind die Einkommensunterschiede auch für Hochschulabsolventen in ihrem ersten Job groß. Während sich Berufsanfänger beispielsweise in der Gastronomie- und Hotelbranche mit rund 26.000 Euro Gehalt zufrieden geben müssen, verdienen Hochschulabsolventen in der Chemieindustrie mit 50.646 Euro fast doppelt so viel. Vor allem Autobauer und Chemieunternehmen sind dafür bekannt, ihren Mitarbeitern hohe Gehälter zu zahlen. Darüber hinaus spielen die Unternehmensgröße, die Funktion und die Anstellungsart ­– Trainee oder Direkteinstieg – eine wichtige Rolle. Auch ein Masterabschluss zahlt sich aus und bringt im Schnitt 10 Prozent mehr Gehalt.

           

          Gehalt für Berufseinsteiger: Den Arbeitgeber kommen lassen

          Ute Jakobi, selbständige Beraterin für Orga­ni­sations- und Personal­ent­wick­lung, empfiehlt auch deshalb, „immer eine Gehaltsspanne zu nennen und dann den Arbeitgeber kommen lassen“. Für sich selbst solle man dabei aber eine Untergrenze definiert haben.

          Nach wie vor gibt es außerdem ein Ost-West- beziehungsweise Nord-Süd-Gefälle: Während in Süddeutschland, allen voran in Baden-Württemberg, Spitzengehälter gezahlt werden, sind die Jahreseinkommen in den neuen Bundesländern vergleichsweise niedriger. Denn in den südlichen Regionen befinden sich viele große Unternehmen und Firmen in Wachstumsbranchen – und diese können entsprechend höhere Gehälter zahlen. So verdienen junge Ingenieure in Süddeutschland rund 48.000 Euro im Jahr, während das durchschnittliche Einstiegsgehalt in Thüringen oder Mecklenburg-Vorpommern unter 40.000 Euro liegt.

          Weitere Informationen zum Gehalt:

          • Das Portal Lohnspiegel.de wird von mehreren Gewerkschaften und der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung betrieben. Die umfangreiche Datenbank basiert auf einer kontinuierlichen Onlineerhebung von Arbeitnehmern. Auch die Gewerkschaften selbst bieten gute Informationen zu Tarifgehältern.
          • Das Statistische Bundesamt erhebt regelmäßig Daten zur Gehalts- und Lohnstruktur in Deutschland. Entsprechende Berichte sind unter Destatis.de zu finden.

          Fach- und Berufsverbände geben oft besonders detailliert über die Gehälter ihrer jeweiligen Branche Auskunft. Eine Übersicht bietet die Website Berufsverband.de.

          Quelle: F.A.Z.

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