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Aktualisiert: 17.09.2015, 10:00 Uhr

Gesundheitsreport Prüfungsstress: Jeder fünfte Student hat psychische Probleme

Studierende leiden häufiger als andere junge Menschen an psychischen Erkrankungen. Das ist das Ergebnis eines aktuellen Gesundheitsreports.

© Antonio Diaz/iStock/Getty Images Stress im Studium: Psychische Erkrankungen treten bei Studierenden immer häufiger auf.

Jeder fünfte Studierende ist bereits in jungen Jahren belastet und benötigt therapeutische Unterstützung. Das ist das Ergebnis des aktuellen Gesundheitsreports der Techniker Krankenkasse sowie des TK-Campus Kompass. Für die beiden Studien wurden 2014 die Daten von rund 190.000 versicherten Studierenden ausgewertet. Zusätzlich befragte das Umfrageinstitut Forsa 1.000 Studierende zu ihrer gesundheitlichen Situation.

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Einer der Hauptstressfaktoren sind dabei für mehr als die Hälfte aller befragten Studierenden die Prüfungen. Ganz oben stehen dabei die angehenden Ingenieure: Sechs von zehn fühlen sich während der Prüfungsphasen gestresst. Doch auch Juristen und Wirtschaftswissenschaftler (56 Prozent) stehen bei anstehenden Klausuren und Examen unter großem Druck. Geisteswissenschaftler haben zwar vergleichsweise geringere Probleme als ihre Kommilitonen während der Prüfungsphasen, dafür fühlen sie sich während des Studiums insgesamt häufiger gestresst.  

Stress im Studium: Stressfaktoren neben den Prüfungen

Neben den Prüfungen sind auch andere Faktoren für den Stress im Studium verantwortlich. Je mehr die Studierenden neben der Uni organisieren müssen, desto größer ist in den meisten Fällen auch der Stressfaktor. Gut die Hälfte der Studierenden mit eigenem Haushalt fühlt sich oft erschöpft – bei Studierenden, die noch bei Mama wohnen, sind es „nur“ 38 Prozent. Auch der Spagat zwischen Nebenjob und Studium trägt zur steigenden Belastung bei Studierenden bei.

Neben der persönlichen Wohnsituation ist auch die Sorge, nach dem Studium keinen Job zu finden, einer der großen Stressauslöser. Dabei leiden Geisteswissenschaftler am meisten unter Zukunftsängsten. Angehende Ärzte und Psychologen lassen sich im Gegensatz dazu weniger vom Arbeitsmarkt stressen.

Wenn der Stress im Studium krank macht

Hält der Stress im Studium an, kann er auch krank machen. Die Studien ergaben, dass Studierende im Gegensatz zu anderen jungen Erwerbstätigen wesentlich häufiger psychologische Psychotherapeuten und auch Fachärzte für Nervenheilkunde konsultieren. Häufig leiden die betroffenen Studierenden dabei an Depressionen oder Angstzuständen. Jeder vierte Studierende hätte bei der Bewältigung seiner Probleme auch schon Hilfe vom Profi gebraucht.

Die meisten Studierenden bewältigen ihren Stress mit Hilfe von Familie und Freunden. Aber auch ungesunde Methoden werden zur Stressbewältigung genutzt. 43 Prozent der männlichen Hochschüler und ein Drittel der Studentinnen gaben an, mit einem Glas Wein oder Bier am besten entspannen zu können. Auch Cannabis oder Aufputschmittel stehen auf der Liste der Entspannungsmethoden.

(lik)

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