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Die Virenjägerin: Wie Anne Caroline Krefis Leben rettet : Auf Leben und Tod

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340 Kilometer Luftlinie von ihrem Schreibtisch in Düsseldorf entfernt verfolgte Dr. Jürgen May vom Hamburger Tropeninstitut einen ähnlichen Forschungsansatz. Er untersuchte Malaria, eine der häufigsten Infektionskrankheiten der Welt, an der jedes Jahr mehr als eine Million Menschen sterben. Dabei ging es ihm unter anderem um den Zusammenhang zwischen dem Wohnort von Kindern und dem Malaria-Auftreten in Ghana. Was hatte Malaria mit dem Standort des Haushaltes in der Region zu tun? Welche Rolle spielten Niederschläge und Temperaturschwankungen? May fand Krefis für seinen Bereich so passend, dass er sie schon beim Bewerbungsgespräch fragte, ob sie so bald wie möglich anfangen kann. „Das war wie ein Sechser im Lotto“, sagt die gebürtige Pfälzerin, „ich habe keine Sekunde gezögert.“

Der Chief bot ihr morgens um neun Uhr morgens norwegischen Schnaps an, und sie hätte sich eher auf die Zunge gebissen, als abzulehnen.

Im März 2010 saß Dr. Krefis in einem Flieger der KLM mit Kurs auf Ghanas Hauptstadt Accra. Es sollte ihre erste Forschungsreise für das Institut sein. In Ghana lag das Kumasi Centre for Collaborative Research in Tropical Medicine (KCCR), eine Einrichtung des Bernhard-Nocht-Institutes und der Medizinischen Fakultät der Universität von Kumasi. Ein Areal mit vier weißen, einstöckigen Häusern, in dem Labore und Wohneinheiten untergebracht waren. Die Wissenschaftler kamen aus aller Welt und forschten hier unter anderem zu Lymphatischer Filariasis – einem Wurmbefall des Lymphsystems, zu Flussblindheit und Malaria. „Da war diese besondere Forscher-Atmosphäre“, sagt Dr. Krefis, „Man arbeitete mitten im Forschungsgebiet an der Lösung eines Problems.“

Morgens fuhr sie zusammen mit einheimischen Angestellten des Institutes in die umliegenden Dörfer. Dort suchten sie zuerst den Chief auf, das herrschende Oberhaupt über ein Dorf, denn der musste die Forschungen genehmigen. „Die Chief-Domizile waren einfach, aber komfortabel eingerichtet – von außen gar nicht mal prunkvoller als die anderen Häuser vor Ort“, sagt sie. Der Chief brauchte eine halbe Stunde, um sich in seine prachtvolle Robe zu werfen. Er setzte sich auf einen fein geschnitzten Stuhl und sprach über das Leid, das Malaria in seinem Land verursacht. Gerade Kinder seien sehr schwer betroffen. „Diese Krankheit muss endlich besiegt werden“, sagte er und sah so besorgt aus, als sähe er die Kinder gerade vor sich. Er war Krefis dankbar für ihr Engagement. Dann fragte er sie nach dem Leben in Deutschland und holte norwegischen Schnaps hervor. Es war neun Uhr morgens, aber Caroline Krefis hätte sich eher die Zunge abgebissen, als abzulehnen.

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