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Die Virenjägerin: Wie Anne Caroline Krefis Leben rettet : Auf Leben und Tod

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Im Norden von Schweden forschte sie an der räumlichen Ausbreitung des Hantavirus, das ein grippeähnliches Fieber auslöst, welches Lunge und Nieren angreift. Dort sezierte sie Mäuse und fand gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern heraus, dass die Infektionen besonders bei Urlaubern in Sommerhäusern auftraten, die in der Nähe von Wäldern standen. Aber erst ein anderes Forschungsergebnis stieß dann auch in Deutschland auf Interesse. Sie untersuchte das Hantavirus in Baden-Württemberg und fand unter anderem heraus: Je wärmer die Winter wurden, desto mehr Menschen nahe Buchenwäldern waren betroffen. Die Mas-terarbeit, die sie daraus machte, wurde mehrfach veröffentlicht.

340 Kilometer Luftlinie von ihrem Schreibtisch in Düsseldorf entfernt verfolgte Dr. Jürgen May vom Hamburger Tropeninstitut einen ähnlichen Forschungsansatz. Er untersuchte Malaria, eine der häufigsten Infektionskrankheiten der Welt, an der jedes Jahr mehr als eine Million Menschen sterben. Dabei ging es ihm unter anderem um den Zusammenhang zwischen dem Wohnort von Kindern und dem Malaria-Auftreten in Ghana. Was hatte Malaria mit dem Standort des Haushaltes in der Region zu tun? Welche Rolle spielten Niederschläge und Temperaturschwankungen? May fand Krefis für seinen Bereich so passend, dass er sie schon beim Bewerbungsgespräch fragte, ob sie so bald wie möglich anfangen kann. „Das war wie ein Sechser im Lotto“, sagt die gebürtige Pfälzerin, „ich habe keine Sekunde gezögert.“

Im März 2010 saß Dr. Krefis in einem Flieger der KLM mit Kurs auf Ghanas Hauptstadt Accra. Es sollte ihre erste Forschungsreise für das Institut sein. In Ghana lag das Kumasi Centre for Collaborative Research in Tropical Medicine (KCCR), eine Einrichtung des Bernhard-Nocht-Institutes und der Medizinischen Fakultät der Universität von Kumasi. Ein Areal mit vier weißen, einstöckigen Häusern, in dem Labore und Wohneinheiten untergebracht waren. Die Wissenschaftler kamen aus aller Welt und forschten hier unter anderem zu Lymphatischer Filariasis – einem Wurmbefall des Lymphsystems, zu Flussblindheit und Malaria. „Da war diese besondere Forscher-Atmosphäre“, sagt Dr. Krefis, „Man arbeitete mitten im Forschungsgebiet an der Lösung eines Problems.“

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