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Von Profis lernen : Guten Stil kann man nicht kaufen

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Klassisch elegant: So bewertet die Personalmanagerin Simone Stargardt den Kleidungsstil der Vorstandsvorsitzenden Julia Jäkel. Bild: picture alliance/Eventpress

Berufseinsteiger müssen das Rad nicht neu erfinden. Einen professionellen Businesslook kann man sich auch abschauen.

          Facebook-Gründer Mark Zuckerberg gehört zu den fünf reichsten Menschen der Welt. Seine Businesskleidung lässt das nicht vermuten. Der Vorstandsvorsitzende des sozialen Netzwerks trägt im Büro Jeans, graue T-Shirts und dunkelblaue Kapuzenpullis. Als der 34-Jährige ein Foto seines Kleiderschranks postete, auf dem etwa 15 gleiche Shirts und Pullis zu sehen waren, begründete er auf Nachfragen seinen Kleidungsstil damit, keine Energie auf „lächerliche Entscheidungen“ richten zu wollen.

          Simone Stargardt, Expertin für modernes Personalmanagement, hat eine weitere Erklärung für den Einheitslook: „Wer stets das Gleiche trägt, nutzt seine Kleidung wie ein Logo und will als Marke wahrgenommen werden.“ Vom bloßen Nachahmen rät die Inhaberin einer privaten Weiterbildungsakademie jedoch ab: „Etwas aus Überzeugung zu tragen wirkt authentisch, den Stil seines Idols zu kopieren eher peinlich.“ Dazu kommt: Bei einer Persönlichkeit wie Zuckerberg stört sich vermutlich niemand am Jeans- und T-Shirt-Look. Bei einem Berufsstarter, der in der IT-Abteilung einer Versicherungsgesellschaft anfängt, kann das unprofessionell wirken. „Der Kleidungsstil sollte zur Position und zum Unternehmen passen“, sagt Stargardt.

          Von Zuckerbergs Pragmatismus können sich angehende Manager dennoch etwas abschauen: „Wenn sich etwa ein Banker in einem gut sitzenden, dunkelblauen Anzug mit weißem Hemd wohlfühlt oder eine Unternehmensberaterin im Etuikleid mit Blazer, spricht nichts dagegen, diesen Look täglich zu tragen.“ Sich mit dem Kauf mehrerer gleicher Teile eine Art Arbeitsuniform zusammenzustellen sei eine gute Option für alle, die ohne viel Aufwand jeden Tag gut angezogen sein wollen oder müssen, findet die Unternehmerin. Die Teile sollten jedoch unbedingt hochwertig aussehen und von guter Qualität sein, lautet
          ihr Rat.

          Stilkunde: F.A.Z.-Hochschulanzeiger

          Einstecktuch in knalliger Farbe

          Wer statt mit einer Arbeitsuniform mit modischen Accessoires seine Persönlichkeit unterstreichen möchte, kann sich ein Beispiel an Unternehmer Ralf Dümmel nehmen. Der 51-Jährige beliefert mit seiner Handelsgesellschaft europaweit Einzelhändler und Discounter mit Aktionsware. Mit seiner Teilnahme als Investor in der TV-Serie „Die Höhle der Löwen“ ist er als „Mister Regal“ nicht nur deutschlandweit bekannt geworden. Auch Dümmels Kleidungsstil hat viele Fans gefunden. Zum meist dunklen Maßanzug trägt der Norddeutsche farbige Socken und ein Einstecktuch in einer Knallfarbe. Oft komplettiert ein Hemd in derselben Couleur den Dandy-Look. Stargardts Interpretation dazu: „Ralf Dümmel zeigt mit seiner Kleidung, dass er fest im Leben steht.“ Sein Look strahle Selbstbewusstsein und Erfolg aus. Wer sich mit einem eigenen Stil abheben will, indem er etwa – wie Dümmel – Einstecktuch statt Krawatte und farbige Socken trägt, sollte die grelleren Accessoires stets mit gedeckten Farben kombinieren, empfiehlt die 38-Jährige. „Es darf nicht der Eindruck entstehen, mit einem farbenfrohen Outfit von fehlender Kompetenz ablenken zu wollen.“

          Einen eher klassisch eleganten Businesslook trägt Julia Jäkel. Die Kleidung der Vorstandsvorsitzenden des Verlagshauses Gruner und Jahr ist hanseatisch-clean, hochwertig und entsprechend teuer. Dasobere Preissegment sieht jedoch nur, wer sich auskennt. „Mit ihrem unprätentiösen Look macht sie vieles richtig“, findet Stargardt. Oft unterstreicht Jäkel mit ihrer Kleiderwahl ihre sportlich-dynamische Ausstrahlung. So trägt die Managerin etwa zum Blazer neben klassischen Blusen auch Rollkragenshirts oder über der Bluse mit Bubikragen einen leichten Pullover. Daneben kombiniert die Medienfrau unifarbene Röcke oder Hosen mit grafisch gemusterten Oberteilen – oder umgekehrt. Bei der Farbwahl hält sich die 46-Jährige gern an Schwarz, Weiß, Grau, Blau oder Braun. „Ein akkurater Stil, hochwertig, doch ohne sichtbaren Luxus, passt als Businesslook fast immer“, fasst Stargardt Jäkels Look zusammen. Die stilsichere Verlagsfrau sei ein Vorbild für Geschäftsfrauen mit Anspruch an Mode und Eleganz.

          Wer unsicher ist, was einen guten Businesslook ausmacht, dem gibt Simone Stargardt folgende Tipps:

          1. Weniger ist mehr – Qualität vor Quantität

          Kaufen Sie lieber zwei qualitativ hochwertige Teile als vier von minderwertiger Qualität, und legen Sie sich nur das zu, was Sie auch wirklich täglich tragen möchten. Als Grundausstattung reicht ein Wochensatz an Basics.

          2. Modern – aber nicht zu stylisch

          Wie ein Fashion-Blogger sollte nur aussehen, wer in der Modebranche arbeitet. Alle anderen mixen besser modische Akzente mit zeitlosen Klassikern. Schuhe und Accessoires mit eingerechnet, sollte ein Business-Outfit maximal aus neun sichtbaren Teilen bestehen.

          3. Farben und Muster als Akzent

          Wenn Sie auffällige Farben oder Muster tragen möchten, kombinieren Sie diese mit gedeckten Tönen wie Dunkelblau, Grau oder Schwarz. Farbakzente lassen sich auch mit Accessoires wie Gürtel, Tüchern oder Schuhen setzen.

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