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Digitale Studienhelfer : Darf’s ein bisschen weniger sein?

  • -Aktualisiert am
Das Microsoft Surface Book ist ab 2.600 Euro im Fachhandel erhältlich.

Aus Smartphone wird Computer

Der größte Luxus wäre natürlich, überhaupt keinen Laptop zu brauchen. Ist das im Studium überhaupt machbar? Für die meisten Studierenden eher nicht. Aber Besitzer eines Samsung-Smartphones Galaxy S8 können zumindest ein futuristisches Experiment wagen. Unter dem Namen Samsung DeX verkauft der südkoreanische Konzern eine kleine, unscheinbare Dockingstation. Aber statt nur das Handy zu laden, macht DeX einen echten Computer daraus. Der Schritt ist eigentlich naheliegend; technisch gesehen sind moderne Smartphones auch nur Computer in einer anderen Verpackung. Entsprechend muss DeX nicht viel mitbringen, kostet einen Bruchteil des Handys und wiegt nur 230 Gramm. Geboten wird vor allem Anschluss: An die USB-2- und -C-Ports lassen sich Geräte anschließen, an den HDMI-Port ein Bildschirm. Maus und Tastatur finden per Kabel oder Bluetooth zum Handy. Aufbau und Anschluss klappen leicht und schnell, der Computer funktioniert verblüffend gut. Natürlich stößt auch ein aktuelles Smartphone wie das S8 an Grenzen, wenn die Nutzer zu viele Apps auf einmal öffnen. Aber eine reibungslose Erfahrung beim Surfen, Schreiben, Planen und Kommunizieren bietet das runde Dock allemal. Wer seine Notizen dann ab-fotografiert oder gleich diktiert, der steht das Studium vielleicht wirklich ohne Laptop durch.

Die Angelbird SSD2GO PKT mit 256 GB ist ab 240 Euro erhältlich, 1 Terabyte kostet beim Hersteller 708 Euro.

Wer Dokumente und Mitschriften im großen Stil fotografiert, der sollte sich nicht mit der Handykamera begnügen. Schneller und schöner geht es mit dem PUP, einem Handscanner. Nach einem großen Crowdfunding-Erfolg steht der verspielte kleine Barren kurz vor dem Verkaufsstart; eventuell können kurzentschlossene Käufer noch billig vorbestellen, bevor sich der Preis fast verdoppelt. Der PUP sieht aus, wie ein Handyakku oder eine Taschenlampe. Auf dem winzigen Display wird kurz ausgewählt, was mit dem Dokument nach dem Scan passieren soll: mailen, online speichern, veröffentlichen? Dann wird der PUP in die Hand genommen, ein roter Leuchtrahmen zeigt Größe und Ausrichtung des Scanbereichs, und mit einem einfachen Knopfdruck wird das Dokument gescannt und verarbeitet. So schnell ging das noch nie.

Der PUP-Scanner kann unter pup-scan.com noch kurze Zeit für etwa 184 Euro vorbestellt worden. Erhältlich sein soll er gegen Ende des Jahres, dann kostet er 359 Euro.

Brücken zwischen analogen und digitalen Dokumenten haben auch andere Hersteller gebaut. Bei Moleskine ist das eine echte Überraschung. Denn die Notizbücher (und nicht etwa Notebooks) sind ein Liebhaberstück für Menschen, die nicht gern am Computer tippen. Das Schreiben auf Touchscreens funktioniert inzwischen zwar, aber es wird sich nie so gut anfühlen wie das Gleiten eines Stiftes auf Papier. Und eine gut strukturierte Mitschrift per Hand ist flexibler als jedes Word-Dokument. Dass es trotzdem nicht immer analog geht, hat auch Moleskine verstanden und präsentiert das Smart Writing System. Es besteht aus einem smarten Stift, aus speziellen Papiernotizbüchern und aus Apps für Android oder iOS. Wenn der Stift nun in ein kompatibles Notizbuch oder in den Smart Diary/Planer schreibt, dann wird jeder Strich in Echtzeit erfasst. Und die Notizen leben auf dem Bildschirm weiter: Wie ein Film lässt sich ihr Entstehen abspielen, sie können ganz einfach verändert, modifiziert und geteilt werden. Plötzlich sind die ersten Mitschriften per Hand kein Umweg mehr, sondern ein ebenso sinnlicher wie produktiver Arbeitsschritt. Der Smart Diary/Planner geht noch einen Schritt weiter: Wer hier einen Termin in den Kalender einträgt, findet ihn im Kalender des Handys wieder. Und das sogar mit Handschrifterkennung.

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