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Handytarife : Das verflixte zweite Jahr

  • -Aktualisiert am

Bild: svetikd/iStock

Mobilfunk ist günstig geworden – gerade auch für Studenten. Doch ein paar Tricks und Fallen gibt es noch auf dem Weg zum Handytarif.

          Fragt man Verkäufer im Handyshop, was Studenten wollen, dann sieht man immer öfter eines: Sie zucken mit den Achseln. „Der typische Student kommt gar nicht mehr bei uns in den Laden“, sagt Daniel Uhlig, Ladeninhaber in Uni-Nähe. Junge Menschen vergleichen und bestellen online. Aber wonach fragen sie, wenn sie doch mal kommen? „In einem Wort? Daten.“ Ständig online zu sein ist für viele Studenten esssentiell. Aber das sagt noch wenig über den tatsächlichen Datenverbrauch aus. In der Werbung sind die Zahlen einfach ein geeignetes Lockmittel: Sechs Gigabyte Inklusivvolumen zu haben klingt besser als vier.
          Mobilfunktarife gibt es heutzutage günstig. Wer einfach nur online erreichbar sein und vor allem chatten will, der findet sein Glück im Discounter an der Kasse. Prepaid-Tarife bringen für ein paar Euro im Monat eine gute Grundausstattung. Das vergleichsweise kleine Datenvolumen reicht für die Gelegenheitsnutzung locker aus. Und bei dem tiefen Preisniveau gibt es auch nicht viel zu sparen, Studium hin oder her. Wer mehr will, der bezahlt auch mehr; vor allem für das Datenvolumen.

          Nutzungsverhalten analysieren

          Der individuelle Bedarf fällt sehr unterschiedlich aus. Zur Orientierung gibt es viele Faustregeln, aber Fakten sind leicht zu bekommen. Wer schon ein Smartphone besitzt, kann den bisherigen monatlichen Verbrauch gut versteckt in den Einstellungen ablesen. Hier lassen sich nicht nur Warnungen und Limits einrichten, hier lässt sich auch der tatsächliche Bedarf ablesen. Grob lässt sich die Nutzung in drei Kategorien einteilen. Tagtägliches Surfen und Chatten verbraucht wenig Daten; deutlich mehr werden es, wenn Musik und Podcasts gestreamt werden, und ganz extrem treibt Videostreaming den Verbrauch an.
          Der andere große Preistreiber ist das Smartphone selbst. Altersschwache Handys mit „Spider-App“ lassen sich einigermaßen günstig ersetzen, auch in der Mittelklasse ab 200 Euro finden Studenten Brauchbares. Aber Smartphones sind auch ein Statussymbol. Und teurere Handys machen oft die besseren Fotos. Aktuelle Topmodelle sind eines der wichtigsten Lockmittel der Mobilfunkanbieter. Aber hinter den subventionierten Handys lauern Rechenaufgaben: Wenn der Vertrag um eine Einmalzahlung von 400 Euro und weitere 18 Euro monatlich teurer wird, wie viel hat das Handy dann bei einer Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten gekostet? In der Summe ist das in aller Regel teurer als ein Neukauf ohne Vertrag; aber es gibt durchaus Tarife, in denen Kunden nicht übers Ohr gehauen werden. Und die Ratenzahlung kann helfen, exorbitante Kaufpreise für neue High-End-Geräte abzufedern.

          Achtung beim Telefonieren ins Ausland

          Alle großen Mobilfunkanbieter bieten besondere Tarife für junge Menschen und für Studenten mit Nachweis. Der Unterschied zu Regeltarifen beläuft sich meist auf ein paar Euro im Monat und das eine oder andere Gigabyte Datenvolumen. Sonst gilt das Übliche: Große Anbieter versprechen besseren Service, kleinere Anbieter kleinere Preise. Flatrates für Telefonie und SMS kosten wenig, Datenkontingente viel. Wer also Online-Zeiten und Handymodell im Blick hat, der findet leicht den idealen Anbieter – mit einer Einschränkung: Wer nicht in einer großen Stadt mit flächendeckend gutem Handynetz studiert, der sollte vor dem Vertragsabschluss schauen, ob das Netz des Wunschanbieters zu Hause und auf dem Campus auch gut ankommt.
          Kai-Oliver Kruske von der Verbraucherzentrale Hessen kennt noch zwei teure Details, die häufig übersehen werden. „Das Telefonieren von Deutschland ins Ausland kann je nach Vertrag noch sehr teuer werden“, warnt er. Seitdem die legendär hohen Roaminggebühren von der EU beschnitten wurden, denken viele Nutzer über das Thema gar nicht mehr nach. Und Kruske weiß, dass ein alter Trick immer noch angewendet wird: „Einige Angebote werben mit niedrigen Preisen in den ersten 12 Monaten, und ab dem 13. Monat wird es teurer.“ Bei zwei Jahren Mindestvertragslaufzeit kann es weh tun, wenn der Tarif plötzlich doppelt so teuer ist und das Studium noch längst nicht überstanden. Auch andere Kostenfallen können sich in kleingedruckten Fußnoten verstecken. Was soll etwa passieren, wenn das vereinbarte Datenvolumen abläuft? Einige Tarife drosseln das Tempo dann drastisch, andere buchen ungefragt ein kostenpflichtiges Zusatzpaket für den Monat. Und auch die Kündigungsfrist sollte im Blick bleiben: Wer sich nicht rechtzeitig vor Ablauf der Mindestvertragslaufzeit befreit, der kann auf einer teuren Verlängerung des Tarifs hockenbleiben. Die Kündigungsfristen sind nicht ohne – maximal drei Monate Frist sind zulässig, erklärt Kruske. Das ist die erste Pflichtaufgabe für alle Studenten, die ihr schickes neues Handy einrichten: den Kündigungstermin in den Kalender eintragen.

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