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Aktivurlaub: Beste Reiseziele : Nahe Ziele gegen Fernweh

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Bild: iStock/Thinkstock/GettyIMages: molchanovdmitry

Es muss nicht immer die Rucksacktour durch Asien oder der Roadtrip in Neuseeland sein. Auch Europa bietet lohnende Reiseziele für aktive Auszeiten.

          Bouldern und klettern: Fontainebleau führt ein Doppelleben. Zum einen lockt das französische Städtchen mit seinem Renaissance-Schloss kulturbeflissene Touristen an, zum anderen mit seinen Wäldern felsverrückte Boulderer, die ohne Sicherung bis auf eine Höhe klettern, aus der sie noch abspringen können. Nirgendwo sonst gibt es so viele perfekt geformte Sandsteinblöcke auf einem Fleck. Mit ihren bizarren Formen und der elefantenhautartigen Oberfläche bieten sie nicht nur einen schönen Anblick, sondern auch perfekte Griffe und Tritte zum Bouldern in jedem Schwierigkeitsgrad. Netter Bonus: Der Waldboden besteht aus Sand – so weiß und fein, dass man meinen könnte, nicht Paris, sondern das Mittelmeer läge um die Ecke. Ein rundum magischer Ort, der zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert ist.

          Kletterer wiederum sind in Spanien besser aufgehoben. Vor allem in Katalonien finden sich unzählige gut abgesicherte Routen, etwa in Margalef, Montsant, Siurana oder Arboli. Eine echte Perle ist auch das Örtchen Chulilla, das sich mitsamt historischer Stadtmauer an steile Felswände schmiegt. Die imposanten Schluchten mit bis zu 100 Meter hohen Wänden bieten unbegrenzten Kletterspaß, aber auch traumhafte Wanderwege und für Schwindelfreie sogar eine über die Schlucht gespannte Highline.

           

          Wandern: Während unsere Alpen ziemlich überlaufen sind, findet man in Osteuropa noch den Stoff, aus dem echte Abenteuer gewoben sind: wilde Natur, Einsamkeit und Einfachheit. Wanderwütige kommen zum Beispiel in den Julischen Alpen in Slowenien oder den rumänischen Karpaten auf ihre Kosten. Erstere locken mit dem Triglav-Nationalpark und seinem rund 9.000 Kilometer umfassenden Wanderwegenetz, glasklaren Seen und verwinkelten Schluchten, Letztere mit dem dichtbewaldeten Piatra-Craiului-Gebirge. Dort gibt es gut erschlossene Wege, auf denen man von Hütte zu Hütte wandern und dabei das satte Grün genießen kann – die Karpaten sind nämlich vom größten Waldgebiet Europas bedeckt –, allerdings gibt es auch Bären, Wölfe und Luchse. Wer etwas Zeit und starke Waden mitbringt, kann sich auch auf den Peaks-of-the-Balkans-Trail wagen. Der erst vor wenigen Jahren eingerichtete Fernwanderweg schlängelt sich auf knapp 200 Kilometern und zehn Etappen durch das atemberaubend schöne Grenzgebiet zwischen Albanien, Montenegro und dem Kosovo.

           

          Kanu und Kajak: Zum Paddeln ist Polen ein echtes Traumziel. Die Masurische Seenplatte im Nordosten des Landes bietet mit über 3.000 miteinander verbundenen Seen eine riesige Auswahl an Routen, günstige Übernachtungsmöglichkeiten und weniger Mücken als skandinavische Ziele. Besonders beliebt ist die Krutynia-Tour, die auf dem Lampacki-See in Sorkwity beginnt und in Nida endet. Sie eignet sich auch für Anfänger und ist landschaftlich einmalig. Über 100 Kilometer geht es durch glasklares Wasser vorbei an wilden Schilflandschaften, dichten Wäldern und verschlafenen Dörfern. Die Tour kann beliebig verändert werden, denn die Weitläufigkeit der Masuren bietet viele Alternativen abseits der üblichen Ruderwege.

          Allen Mücken zum Trotz bleibt auch Skandinavien ein großartiges Ziel für Wasserratten – spektakulären Landschaften, unberührter Natur und dem Jedermannsrecht sei Dank. Letzteres macht Wildcampen am Ufer in der Regel problemlos möglich. Beliebte Ziele sind etwa der mächtige Ivalojoki-Fluss in Finnland oder die dänische Gudenå.

           

          Mountainbiken: In Saint-Tropez räkeln sich die Reichen am Strand, Cannes lockt mit seinem Filmfestival – und dazwischen liegt Fréjus, eine Art Mekka für Mountainbiker. Sie kommen aus aller Welt an die französische Côte d’Azur, um sich durch die Berglandschaft direkt am Meer zu strampeln und das bestens ausgebaute Trailnetz und den Bikepark zu genießen. Die gute Infrastruktur hat ihren Grund: Seit den achtziger Jahren findet in Fréjus mit dem Rocd’Azur jährlich das größte Bikefestival Europas statt. Ein weiterer Bonus: Die berühmten Schluchten von Verdon sind ebenfalls mit dem Bike erreichbar und immer einen Ausflug wert, der Strand liegt ohnehin vor der Haustür. Wer es wilder mag und ohne Wettergarantie klarkommt, sollte einen Ausflug nach Island auf die To-do-Liste setzen. Hoch im Norden lockt der sagenumwobene Laugavegur-Trail,der auf 54 Kilometern durch Lavawüsten, bunte Berge und bewaldete Täler führt und dabei zwei Nationalparks mit außergewöhnlicher Landschaftsvielfalt mit-einander verbindet. Rund um Landmannalaugar gibt es weitere Trails in unberührter Natur und unmittelbarer Nähe zu Vulkanen. Ein Geheimtipp für ambitionierte Biker.

           

          Surfen: Die gute Nachricht: Europa ist voller genialer Surfspots. Die schlechte: Das weiß auch jeder. Folglich ist es gar nicht so leicht, ein ruhiges Plätzchen zu finden und nicht ständig mit anderen Surfern um die beste Welle kämpfen zu müssen. Gute Chancen hat man derzeit noch im spanischen Galizien, wo sich mit etwas Geduld abseits bekannter Spots wie San Xorxe, Baleo, Malpicia oder Doniños durchaus noch menschenleere Strände finden lassen. Ein Geheimtipp ist auch Cornwall: An der Südwestküste Englands sorgt der Golfstrom zuverlässig für milde Bedingungen, es wachsen sogar Palmen, und manchmal schauen Delphine vorbei. Und sollte es doch mal kalt werden, sorgen ein paar Pints im Pub für Trost. Neben dem Surfmekka Newquay gibt es an der Küste viele Spots mit Beachbreaks für Anfänger – inklusive guter Surfschulen. Und weil am Ende eben doch die meisten in Südeuropa landen, ist alles etwas günstiger und entspannter. Trotzdem immer eine Reise wert: Ericeira in Portugal. Zwar ist der Spot bekannt, doch die Vielfalt der Wellen entschädigt für alles. Als einziges europäisches Ziel schaffte es der Ort in die acht „World Surfing Reserves“, das sagt eigentlich alles. Der Küstenabschnitt lohnt sich rauf und runter, Profis wie Anfänger werden hier gleichermaßen glücklich.

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