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Auslandsaufenthalt : Abgesichert in die weite Welt

  • -Aktualisiert am

Bild: mihailomilovanovic/iStock

Keine Frage: Ein Praktikum oder Semester in der Ferne bereichert das Leben. Doch auf was sollte man achten, um im Ausland richtig abgesichert zu sein?

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          Ob ein spezieller Krankenversicherungsschutz im Ausland nötig ist, lässt sich pauschal nicht sagen“, erklärt Stefan Grob, Referatsleiter Presse beim Deutschen Studentenwerk. „Es hängt vom Land, der Art des Aufenthalts und von einer dortigen Werktätigkeit ab“, sagt er. Grundsätzlich gilt jedoch: „Studierende sind innerhalb der EU und des Europäischen Wirtschaftsraums abgesichert, da es zwischen den zugehörigen Ländern Regelungen gibt“, sagt Florian Lanz, Pressesprecher des GKV-Spitzenverbands. „Die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland gilt also auch im europäischen Ausland. Allerdings kann das Leistungsspektrum im Zielland anders sein“, so Lanz. Außerhalb der EU gilt die gesetzliche Krankenversicherung bis auf einige Ausnahmen wie in der Schweiz oder Serbien allerdings nicht. Anders kann die Situation auch aussehen, wenn die Studierenden im Ausland zusätzlich arbeiten. Bei Praktikanten ist es noch komplizierter – hier gelten die Rechtsvorschriften des Landes, in dem man das Praktikum absolviert.

          Unter Umständen kann bei einem Studium außerhalb der EU der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) weiterhelfen: „DAAD-Stipendiaten bekommen eine kombinierte Kranken-, Unfall- und Privathaftpflichtversicherung“, sagt Bjoern Wilck vom DAAD. Auch Nichtstipendiaten können sich eventuell über den DAAD versichern. Falls das nicht möglich ist, bleibt nur der Schutz über eine Auslandskrankenversicherung. Hierzu sollte man sich beraten lassen: Wer im nichteuropäischen Ausland arbeiten möchte, braucht vermutlich eine andere Police als jemand, der sich auf das Studium fokussiert.

          Weltweiter Schutz

          „Außerdem sollte man eine Unfallversicherung abgeschlossen haben“, sagt Mathias Zunk, Verbraucherexperte beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Die Unfallversicherung gilt weltweit und rund um die Uhr, egal, ob der Versicherte sich beim Skaten das Bein bricht oder im Ausland in einen Unfall verwickelt wird. „Bei der Wahl der Versicherung sollte man prüfen, ob die Unfallversicherung auch Bergungs- und Überführungskosten nach Deutschland übernimmt“, sagt Zunk.

          Weitere wichtige Versicherungen sind die private Haftpflicht- und die Hausratversicherung. „In der Regel sind Studierende bei ihren Eltern haftpflichtversichert – zumindest wenn diese einen Familientarif haben“, so Zunk. Auch eine Rolle spielt, was man im Ausland machen wird, denn die Familienmitversicherung gilt nur für die erste Ausbildung. „Wer vor dem Studium bereits eine Ausbildung abgeschlossen hat, braucht eine eigene private Haftpflichtversicherung“, sagt Zunk. „Es kommt also auch darauf an, was man bisher gemacht hat und was man im Ausland machen möchte. Der Masterabschluss nach dem Bachelor zählt aber noch zur Erstausbildung.“ Die private Haftpflichtversicherung springt übrigens ein, wenn man einem anderen ungewollt einen Schaden zugefügt hat. Beispiel: Man will das Tablet eines Kommilitonen zur Seite legen und lässt es versehentlich fallen. Die private Haftpflichtversicherung gilt weltweit.

          Hausratversicherung lohnt sich immer

          Auch die Hausratversicherung gilt auf der ganzen Welt. Sie zahlt, wenn zu Hause beispielsweise eingebrochen und der Laptop gestohlen wurde oder wenn die Waschmaschine ausläuft und die Wohnung unter Wasser steht. Studierende sind bei ihren Eltern mitversichert, solange sie zu Hause wohnen, in einer WG oder im Studentenwohnheim. „Wer sich eine eigene Wohnung im Ausland nehmen möchte, wird sich selbst versichern müssen“, so Verbraucherexperte Mathias Zunk. Ausnahme: Man mietet eine möblierte Wohnung. Aber Achtung: „Manche Versicherungsverträge sind zeitlich begrenzt oder auf das Erststudium beschränkt“, so Zunk. „Darum sollte man auch in diesem Fall einen bestehenden Vertrag durchlesen, bevor der Auslandsaufenthalt beginnt.“

          Absicherung auf einen Blick

          1. Die Krankenversicherung fürs Ausland kann kompliziert sein. Darum sollte man sich besser früh genug darum kümmern. Erste Anlaufstelle ist die Gesellschaft, bei der man versichert ist.

           

          2. Eine Unfallversicherung ist sinnvoll. Bevor man abfliegt, sollte man jedoch klären, unter welchen Umständen sie nicht zahlt.

          3. Mit etwas Glück ist man bei der privaten Haftpflicht- und der Hausratversicherung noch bei den Eltern mitversichert. Auf jeden Fall vor dem Abflug die Verträge checken.

           

          4. Wer neue Versicherungen abschließen muss, sollte zunächst bei der Hochschule oder beim DAAD nachfragen, ob es dort spezielle Gruppentarife gibt. Diese könnten günstiger sein, als wenn man sich selbst versichert.

           

          5. Wer keinen Gruppentarif nutzen kann, sollte bei der Wahl der Versicherung darauf achten, dass sie auch für die künftige Lebenssituation im Ausland und für die entsprechende Aufenthaltsdauer gilt.

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