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Mach dein Ding! : Der passende Job

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Von Wahl kann oftmals gar nicht die Rede sein. Uta Glaubitz, Berufsberaterin in Berlin und Autorin des Bestsellers „Der Job, der zu mir passt“, sagt: „Bei vielen Menschen rührt die berufliche Unzufriedenheit daher, dass sie sich nie wirklich entschieden haben. Erst wollten sie sich möglichst lange alle Optionen offenhalten. Und dann geraten sie mehr oder weniger zufällig irgendwo rein.“
Wie beispielsweise Felix Langguth. Er hatte nach dem Examen kein festes Ziel vor Augen. Er hat Sozial- und Wirtschaftswissenschaften studiert und lange damit geliebäugelt, eine wissenschaftliche Karriere an der Uni anzustreben. Als er merkte, dass sich das kaum realisieren lässt, bewarb er sich für ein Volontariat in einer Agentur für Politikberatung – „weil dort zumindest teilweise wissenschaftlich gearbeitet wird“. Langguth bekam die Stelle und arbeitete daraufhin unter anderem an Berichten über die Zukunftsperspektiven von Regionen mit, die von der Agentur im Auftrag von Ministerien verfasst wurden. Nach einem guten halben Jahr stellte er überrascht fest, dass ihm das wissenschaftliche Arbeiten gar nicht so viel Spaß machte wie immer gedacht. „Ich hatte irgendwann keine Lust mehr, einsam am Schreibtisch zu sitzen und Studien auszuwerten.“

Drei Motive: Macht, Leistung, Anschluss


Langguth schaute sich in Online-Börsen nach einer neuen Stelle um. Was er dort las, passte nie hundertprozentig zu ihm, fand er. Schließlich landete er in einer mittelständischen Unternehmensberatung. Firmen sanieren, Businesspläne für Start-ups schreiben, Arbeitsprozesse optimieren – inhaltlich gefiel ihm der Job gut. „Aber mit den Unternehmensstrukturen kam ich auf Dauer nicht zurecht.“ Was ihn störte, war vor allem der patriarchalische Führungsstil des Firmeninhabers. „Darum habe ich nach drei Jahren den Job geschmissen.“

Berufsfindung durch Ausprobieren – dem Eignungsdiagnostiker Wottawa zufolge kann man sich das ersparen. Er hat Tests entwickelt, die Schulabgängern oder Studenten helfen sollen, den zu ihrer Persönlichkeit passenden Beruf zu finden. Drei Motive bilden dabei die wichtigsten Kategorien: Macht, Leistung, Anschluss. Von allen drei gibt es eine positive und eine negative Variante, die zudem sehr unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. Positiv gewendet äußert sich das Machtmotiv in der Feststellung: „Ich gestalte gerne selbst.“ Das negative Pendant lautet: „Ich lasse mir nicht reinreden.“ Die positive Variante des Leistungsmotivs lautet: „Ich suche den Erfolg und will besser sein als andere.“ Die negative Form hingegen äußert sich in der Feststellung: „Ich darf nichts falsch machen.“ Was schließlich das Anschlussmotiv angeht, lautet dessen positive Wendung: „Ich arbeite gerne mit anderen zusammen“; die negative: „Ich möchte nicht, dass mich andere nicht mögen.“

Führungskraft oder Spezialist?


Was nun lässt sich mittels dieser insgesamt sechs Kategorien ermitteln? Zum Beispiel, ob sich jemand als Führungskraft eignet oder besser als Spezialist in der Entwicklungsabteilung eines Unternehmens aufgehoben ist. Eine Führungsposition erfordert laut Wottawa, dass man überdurchschnittlich stark darauf aus ist, selbst zu gestalten und besser zu sein als andere; dass man zudem nicht besonders viel Wert auf Anschluss legt – „vor allem nicht in dem Sinne, dass man von allen gemocht werden will“. Wer hingegen als IT-Experte eines Konzerns arbeiten wolle, der dürfe kein ausgeprägtes Machtmotiv haben. „Er sollte zwar durchaus leistungsmotiviert sein – allerdings sollte sein Anreiz in erster Linie darin liegen, möglichst keine Fehler zu machen. Besser zu sein als andere ist für einen Experten, dem sowieso keiner reinreden kann, nicht so wichtig.“

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