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Mach dein Ding! : Der passende Job

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Macht, Leistung und Anschluss sind zwar die wichtigsten, aber längst nicht die einzigen Motive, die Wottawa in seinen Eignungstests abfragt. Softskills wie Frustrationstoleranz. Kommunikations- und Anpassungsfähigkeit spielen ebenfalls eine Rolle. Wer weiß, wie er tickt, was er kann und was ihn antreibt, weiß auch, in welchen Strukturen er sich am wohlsten fühlt. Bin ich besser in einem Konzern, in einem kleinen Unternehmen oder gar als Selbständiger in meinem eigenen Laden aufgehoben?

Konzernmenschen, sagt Wottawa, müssen zeitlich und örtlich flexibel sein. Sie reisen oft und arbeiten lang. Wer viel Wert auf Geld und Prestige legt, fühlt sich in einem großen Unternehmen vermutlich wohler als in einem kleinen. Zudem müssen Konzernmenschen mit anonymen Strukturen zurechtkommen. Rationalität im Umgang mit Mitarbeitern ist ihnen wichtiger als der direkte Kontakt mit dem Chef. Zugleich dürfen sie nicht den Anspruch haben, Großes bewegen und gestalten zu können. Vielmehr sollten sie damit umgehen können, dass sie nur einen kleinen Verantwortungsbereich haben und alles mit dem Vorgesetzten abstimmen müssen. Anpassungsfähigkeit ist das A und O.

In einem kleinen Unternehmen hat man einen größeren Gestaltungsspielraum. Das klingt gut, erfordert Wottawa zufolge aber auch, dass man eigenmächtig handelt, anstatt auf Anweisungen von oben zu warten. Der Einzelne fällt mehr auf – und seine Arbeit mehr ins Gewicht. „Zudem ist die Abhängigkeit von Einzelpersonen größer.“ Während im Konzern für die objektive Einschätzung von Mitarbeitern auf Assessmentcenter zurückgegriffen wird, entscheidet im Kleinunternehmen häufig der persönliche Draht zum Chef über den weiteren Karriereverlauf. Eigeninitiative ist ein absolutes Muss.

Für was stehe ich morgens freiwillig auf?


Das gilt natürlich auch für Selbständige. Sie müssen Wottawa zufolge stark leistungsmotiviert sein und dürfen keine Angst vor Misserfolgen haben. Zudem müssen sie sich vermarkten können. Kontaktfreude ist eine wichtige Voraussetzung. Ein großes Sicherheitsbedürfnis hingegen ein No-Go. Auf den Punkt gebracht, heißt das: Wer Freiheit mehr schätzt als alles andere, dürfte sich in seinem eigenen Unternehmen am wohlsten fühlen.

Die richtigen Strukturen sind das eine Kriterium für den passenden Job, die richtigen Inhalte das andere. Beraterin Glaubitz fokussiert bei der individuellen Berufsfindung, die sie anbietet, auf Letztere. Im Gespräch mit ihren Kunden identifiziert sie deren Stärken und vor allem deren Leidenschaften. Denn die würden viele Menschen bei der Berufswahl merkwürdigerweise total vernachlässigen. „Es gibt die verbreitete Auffassung, dass Arbeit weh tun muss. Nach dem Motto: Qualität kommt von quälen.“ Viele ihrer Kunden hätten ein bestimmtes Studium, Praktika und Fortbildungen angefangen, weil sie glaubten, dass sie sich im Lebenslauf gut machten. Oder weil ihre Eltern das für sinnvoll erachteten. Doch dieses aktionistische Sammeln vermeintlich relevanter Qualifikationen habe weder Hand noch Fuß, solange man nicht sein ganz individuelles Berufsziel formuliert habe.

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