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Wenn sich Studenten selbständig machen : Meine kleine Firma

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Mit ihrer Idee gewinnen die Studenten den ersten Preis eines Gründerwettbewerbes. Anschließend steigt die Nachfrage. Studenten melden sich über Facebook, in der Uni verkaufen sie die ersten Schuhe; selbst der Uni-Präsident kauft ein Paar. Schnell merken sie, dass sie Unterstützung brauchen, und profitieren wiederum von einem Kontakt aus ihrer Zeit als Wollmützen-Verkäufer: Verpackung und Versand der Schuhe übernimmt fortan die Donauwerker GmbH, bei der psychisch kranke Menschen arbeiten.

Und das Studium? Jockwer und Rahimi grinsen sich an. „Zum Glück haben wir keine Anwesenheitspflicht mehr“, sagt sie vorsichtig. Manchmal habe sie sich schon die Frage gestellt: „Warum halse ich mir denn noch zusätzlich Stress auf?“ Die Arbeit an shoemates behindert natürlich ein wenig den Lernfluss in der Klausurphase. Rahimi und Langener, erzählt sie, hätten in der Anfangsphase in den Vorlesungen gesessen und ständig aufs Handy geguckt, ob schon wieder neue Aufträge reingekommen sind. Langener hat mittlerweile seinen Abschluss und schon einen Vollzeitjob, nach Feierabend und am Wochenende arbeitet er aber per Dropbox und Skype weiterhin am gemeinsamen Projekt. Drei bis sieben Stunden täglich, schätzt Rahimi, investiere er in shoemates: „Aber die Erfolgsmomente geben einem so viel.“ Die Arbeit haben sie sich inzwischen aufgeteilt: Jockwer ist für das Marketing verantwortlich, schreibt die Texte für die Homepage, arrangiert Fotoshootings; Rahimi und Langener regeln Buchhaltung, Budgets und Bestellungen. Dort haben sie gerade viel zu tun: Für 2014, sagt Rahimi, sieht ihr Jahresplan 10.000 verkaufte Paar Schuhe vor.

Übersetzung mittels Studenten

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Business
Übersetzung mittels Studenten
Gründer
Philipp Koch-Büttner (26, 2. v. l.) und Christopher Kränzler (24, r.), seit Frühjahr dabei: Julius Parrisius (28, l.) und Alexander Gigga (26, 2. v. r.), Studenten am Karlsruher Institut für Technologie


In einer alten Schweinemarkthalle im Osten von Karlsruhe trägt der Wirtschaftsingenieurstudent Christopher Kränzler, 24, einen Kasten Club Mate in einen angerosteten Seefrachtcontainer. Der Container ist sein Büro. Der alte Schlachthof ist der sogenannte Kreativpark von Karlsruhe. Hier sollen sich besonders innovative Firmen niederlassen, und die Stadt hielt es für eine originelle Idee, ausrangierte Container übereinanderzustapeln und zu vermieten. Einen Container hat die Firma lengoo gemietet: ein Übersetzungsdienstleister, von Karlsruher Studenten gegründet, der internationale Studenten in ihre Muttersprache übersetzen lässt. Neben Kränzler sitzen hier Mitgründer Philipp Koch-Büttner, 26, sowie die im Frühjahr hinzugekommenen Julius Parrisius, 28, und Alexander Gigga, 26. Auf Giggas Schreibtisch steht ein Blaulicht, wie man es von Polizeiautos kennt. „Das leuchtet bei uns immer, wenn wir einen neuen Kunden haben“, erklärt Parrisius. Der Container hat in letzter Zeit häufig blau geleuchtet.

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