https://www.faz.net/-i7g-8fkjg

Drei Fragen an ... : „Spaß haben, die Welt verändern und dabei auch noch Geld verdienen“

  • Aktualisiert am

Nach Stationen als Wirtschaftsjurist und Berater hat Philipp Kreibohm selbst gegründet. Heute ist der promovierte Jurist Vorstand von Home24. Bild: Home24

Philipp Kreibohm, promovierter Jurist und Vorstand von Home24, darüber, wie man erfolgreich gründet und wie die Zukunft des Online-Möbelkaufs aussieht.

          Herr Kreibohm, wann wussten Sie, dass Sie Gründer und Vorstand werden wollen?

          Es gab keinen konkreten Zeitpunkt, an dem ich wusste, dass ich Gründer werden wollte. Ich habe immer versucht, das zu tun, wovon ich überzeugt bin. Und ich glaube, neben viel Glück und dem richtigen Timing war es wichtig, an meinen Vorhaben immer konsequent dranzubleiben. Wir leben in einem Zeitalter, in dem wir durch den Einsatz von Technologie schon in relativ jungem Alter und mit relativ geringem Kapitaleinsatz viel erschaffen und verändern können. Das ist eine fantastische Chance, die wir auch in Deutschland viel mehr nutzen sollten.

          Ob Konkurrenten im Markt oder Fragen der Profitabilität: Mit Ihrem Geschäft stehen Sie jeden Tag vor neuen Herausforderungen. Wie gehen Sie mit dem Druck um?

          Mit der Zeit wird man routinierter. Wir wissen, dass wir bei Home24 ein engagiertes und gutes Team haben, auf das wir uns zu 150 Prozent verlassen können. Außerdem haben wir in den vergangenen Jahren viel gelernt. Das heißt, wir kennen inzwischen den Markt und wissen, wie wir uns organisieren müssen. Wir optimieren unser Produkt von Woche zu Woche. Was eigentlich viel mehr in Bewegung ist als der Markt und die Konkurrenz, ist der Kunde: Hier müssen wir zu jeder Zeit ein offenes Ohr haben, um die Bedürfnisse zu verstehen und neue Entwicklungen früh zu erkennen. Nur so können wir unsere Kunden langfristig glücklich machen.

          Wenn Sie an die Zukunft denken: Wo wollen Sie in zehn Jahren stehen – und folgen Sie dabei einem konsequenten Lebensplan?

          Momentan macht der Online-Möbelhandel nur 3 bis 5 Prozent des Möbelmarktes aus, allerdings prognostizieren verschiedene Studien ein Wachstum von 56 Prozent für die nächsten Jahre. Besonders Frauen zeigen eine hohe Affinität zum Online-Möbelkauf. Ich denke also, dass es noch sehr viel Luft nach oben gibt. Wir bleiben hungrig, weil wir noch viel optimieren können. Es geht immer besser und schneller. Gibt es einen konkreten Lebensplan, der bis ins letzte Detail durchdacht ist? Nein, natürlich nicht. Vielleicht ist es am ehesten wie bei Brecht: Spaß haben, die Welt verändern und dabei auch noch Geld verdienen.

          Das Interview führte Julia Hoscislawski.

          Topmeldungen

          Der technische Fortschritt löst auch Ängste aus

          Weltwirtschaftsforum : Die breiten Massen bleiben zurück

          Gesellschaften driften auseinander: Während in informierteren Schichten Optimismus herrscht, sind andere systemkritischer und skeptischer denn je, zeigt eine neue Studie. Auch in Deutschland.
          Starker Rückhalt: Andreas Wolff im Tor der Deutschen.

          Handball-WM : Deutschlands hart erarbeitetes Halbfinal-Glück

          Das Duell mit Kroatien ist Handball hardcore. Mit Leidenschaft und Teamwork gewinnen die Deutschen ein Drama und stehen im WM-Halbfinale. Doch eine schwere Verletzung trübt die Freude.

          Brexit-Kommentar : Mays Plan B ist Plan A

          Bei keiner wichtigen Frage änderte Premierministerin May ihre Haltung. Sie will nun wieder reden – mit den Abgeordneten und der EU. Dass es jetzt schnell gehen muss, kann sogar ein Vorteil sein.

          Personalie Patzelt : Zwischen den Fronten

          Werner Patzelt soll der sächsischen CDU helfen, ihr Wahlprogramm auszuarbeiten. Seit das feststeht, ist um ihn eine Kontroverse entbrannt – die auch alte Konflikte mit der TU Dresden wieder befeuert.