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Arbeiten im Start-up : „In einem Start-up zu arbeiten ist heute eine valide Option“

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Benedikt Franke ist CEO und einer der Gründer von Helpling, Europas führendem Online-Marktplatz für Haushaltsdienstleistungen. Bild: Saskia Uppenkamp

Benedikt Franke ist Gründer aus Leidenschaft. Im Interview spricht der Helpling-Geschäftsführer von seinen beruflichen Anfängen und davon, wie rasant sich die Start-up-Szene entwickelt.

          Benedikt, wolltest du schon von klein auf Gründer werden?

          Mit sechs, acht und zehn Jahren hatte ich natürlich keine Vorstellung vom Gründen. Was ich aber damals schon bemerkt habe, war, dass ich immer Spaß daran hatte, etwas auf die Beine zu stellen. Ich habe früh verstanden, dass etwas entsteht, wenn ich mich mit einer Sache beschäftige. Und ich wollte immer meine Zeit sinnvoll einsetzen und Freude an dem haben, was ich mache. Das konnte dann die Sandburg sein, die nicht einfach in sich zusammenfällt – oder auch der Erfolg mit den Fußballkollegen. Auch nach der Schule, bei der Auseinandersetzung damit, was ich beruflich machen will, stand immer im Vordergrund, dass ich die Früchte meiner Arbeit sehen möchte. So kam ich später zum Gründen. Denn als Gründer hat man den größtmöglichen Grad an Freiheit, selbst zu gestalten. Mit dem Gründen allein ist es aber noch nicht getan. Wenn es gut läuft, ist der Anspruch ja da, die Entwicklungen konstant weiterzutreiben. Man steht also jederzeit wieder am Anfang. Das ist der eigentliche Punkt, der mich immer weiter antreibt.

          Du arbeitest seit 2009 in der Gründerszene. Was hat dich damals an der Branche besonders begeistert?

          Ich bin 2009 zu Rocket Internet gegangen – das muss man sich anders vorstellen als heute. Damals hatte Internetarbeit noch nicht diesen Glamour. Es war eher ein recht persönliches Umfeld, in dem vor allem Menschen in meinem Alter gearbeitet haben. Nur wenige waren schon seit zehn Jahren dabei. Ich bin selbst auch durch persönliche Kontakte, durch meinen Mitgründer Philip Huffmann, dort gelandet.

          Nach zwei erfolgreichen Firmengründungen und zehn Jahren in der Szene: Bist du nach wie vor vom Gründerumfeld überzeugt?

          Absolut. Die Start-up-Welt ist in der Gesellschaft – zumindest in gewissen Teilen – angekommen. In einem Start-up zu arbeiten ist heute eine valide Option, wie man seinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Als ich 2009 den Leuten erzählte: „Ich mache jetzt nicht mehr Beratung, sondern arbeite bei einer Start-up-Schmiede in Berlin“, war das für viele nicht nachvollziehbar. Das hat sich inzwischen umgekehrt. Wer heute als Berufsanfänger in ein Start-up geht, muss nicht mehr mit Gehaltseinbußen rechnen. Das Ökosystem hat sich wahnsinnig entwickelt. Die Anzahl der Unternehmen ist explodiert, und es gibt eine viel größere Vielfalt. War vorher der E-Commerce vorherrschend, gibt es heute für Biologen Biotech- oder Investmentfonds oder für Mediziner Health-Tech-Unternehmen. Der Bereich ist viel mehr Leuten öffentlich zugänglich. Das sind positive Entwicklungen.

          Welche Rolle spielt der familiäre Hintergrund für den Weg in die Gründerszene?

          Das familiäre Umfeld ist immer wichtig. Offenheit zu erleben und bestärkt zu werden, neue Sachen auszuprobieren, Dinge zu tun, an denen man Freude hat – diese Haltung ist wichtig. Wer etwas mit vollem Einsatz und Herzblut tut, ob das dann die Unternehmensgründung oder eine Forschungstätigkeit ist, entwickelt Leidenschaft. Wenn das nicht der Fall ist, sollte man etwas anderes machen.

          Musstest du dich in deiner Laufbahn auch mal umorientieren?

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