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Mein Start-up, Teil 5 : Start-up Karriere im E-Commerce | Im Portrait: MyMuesli

  • -Aktualisiert am

Die MyMuesli-Gründer: Philipp Kraiss, Max Wittrock und Hubertus Bessau (v.l.n.r.). Bild: mymuesli/Victor Strasse

Der HOCHSCHULANZEIGER portraitiert drei Start-ups und ihre Gründer. Im zweiten Teil der Serie berichtet der MyMuesli-Gründer Max Wittrock von der Entstehung des Online-Shops.

          Manchmal sind Marktanalysen wirklich sinnlos. Auch wenn jeder sie für richtig und wichtig hält. Max Wittrock erinnert sich noch gern an den Fragebogen, den er und seine Freunde entworfen hatten, um ihre Idee auf Markttauglichkeit hin zu prüfen. Die zentrale Frage lautete, wer der Befragten sein Frühstück, zum Beispiel Müsli, denn online kaufen würde. Die Antwort war ernüchternd: Von 1.000 Befragten antwortete keiner mit Ja. Kein einziger.

          Und doch folgte auf diese Erkenntnis die Gründung von MyMuesli. Denn, da waren sich Max Wittrock und seine Freunde Philipp Kraiss und Hubertus Bessau einig: Ein Supermarktregal mit Müslipackungen steckt voller Herausforderungen. Man bückt sich, man reckt sich, vergleicht Inhaltsstoffe, Preise und Nährwerte – und entscheidet sich zum Schluss doch oft nur für das geringere Übel. Dann eben mit Rosinen, denkt man sich zähneknirschend. Doch seit dem 30. April 2007 ist das anders: An diesem Tag ging MyMuesli online. Seitdem kann sich der Müsli-Freund im Onlineshop ein Müsli nach eigenen Vorlieben zusammenstellen, muss sich nicht mehr bücken und recken und auch keine Rosinenpickerei mehr in Kauf nehmen.

          Heute, acht Jahre nach der Gründung von MyMuesli, können die drei Gründer auf eine beeindruckende Bilanz blicken: Über 566 Billiarden Müsli-Kombinationen lassen sich aus den Zutaten auf der Website mischen. Das Unternehmen beschäftigt rund 400 Mitarbeiter. Sie arbeiten in den beiden Büros in Berlin und Passau sowie in den mittlerweile 16 MyMuesli-Läden in Deutschland und Österreich. Wer gründet, sagt Max Wittrock, müsse auch an verrückte Ideen glauben und dürfe nicht jeder Kritik Gehör schenken. Außerdem müsse man eine Passion für die eigene Idee entwickeln. „Wer nur gründet, um reich zu werden, hat den falschen inneren Antrieb.“

          Das Start-up besitzt eine ausgeprägte Unternehmenskultur. „Vom Kickertisch bis zur Tischtennisplatte erfüllen wir alle Start-up-Klischees.“ Die Tischtennisplatte dient als Konferenztisch im Büro in Berlin. Als „angenehm chaotisch“ bezeichnet Max Wittrock die Arbeitsatmosphäre. „Unsere Kultur ist sehr innovationsgetrieben. Damit unterscheiden wir uns von den oft festgefahrenen Strukturen großer Konzerne.“ Bei Neueinstellungen legen die Gründer deshalb viel Wert auf ein gutes Klima im Team. „Besonders wichtig sind für uns Fähigkeiten wie analytisches Denken, Ehrgeiz, Spaß an der Arbeit und Teamfähigkeit.“

          Karriere im E-Commerce - Interview mit MyMuesli

          2005 gründen drei Studenten das Start-up MyMuesli. 2015 gibt es auf der Website über 566 Billiarden Müsli-Kombinationen, beschäftigt das Unternehmen rund 400 Mitarbeiter und werden zusätzlich zum Onlineshop 16 MyMuesli-Läden betrieben. Ein Gespräch mit Mitgründer Max Wittrock über den Mut zum Gründen, verrückte Ideen und Start-up-Klischees.

          Herr Wittrock, wie sind Sie und Ihre Mitgründer Hubertus Bessau und Philipp Kraiss auf die Idee gekommen, den Frühstückstisch zu revolutionieren?
          Im Sommer 2005 waren wir auf dem Weg zum Badesee und haben im Radio die Müsliwerbung eines bekannten Herstellers gehört. Da wurde die Idee geboren: Das können wir besser!

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