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Im Öffentlichen Dienst : „Ich will mit öffentlichen Geldern gewissenhaft umgehen“

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Katharina Brieden hat an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig Architektur (Diplom) studiert. Von 2008 bis 2010 absolvierte sie berufsbegleitend einen Master (M.Sc.) im Bereich Real Estate Management & Construction Project Management. Bild: BLB NRW

Katharina Brieden, 35, ist Abteilungsleiterin Portfoliomanagement beim Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW in der Niederlassung Düsseldorf. Im Interview erzählt sie, wie es dazu kam.

          Katharina, welche Aufgaben übernimmst du derzeit?

          Ich bin Abteilungsleiterin Portfoliomanagement beim Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, kurz BLB NRW. Schwerpunktmäßig beinhaltet das Aufgabengebiet neben dem Portfoliomanagement auch die Immobilienprojektentwicklung und den Grundstücksverkehr für alle Landesimmobilien im Raum Düsseldorf. Dabei verstehen wir uns als interdisziplinärer Bereich zwischen Ingenieurwissenschaft und Immobilienökonomie. Um aus unserem Immobilienbestand einen strategischen Ansatz entwickeln zu können, bedarf es der Erkenntnisse aus dem operativen Baugeschäft und der Immobilienbewirtschaftung.

          Welche Rolle spielt dein ingenieurwissenschaftliches Studium dabei?

          Während meines Architekturstudiums habe ich mich im Hauptstudium auf Immobilienwirtschaft spezialisiert. Neben dem ingenieurwissenschaftlichen Knowhow habe ich somit vertiefend Kenntnisse vor allem in der Immobilienwirtschaft erhalten. Zum Zeitpunkt meines Studienabschlusses 2006 war dieser Studienschwerpunkt noch nicht sehr verbreitet. Der BLB NRW wurde zeitgleich umstrukturiert – mit schwerpunktmäßiger Ausrichtung hin zu einem modernen, wirtschaftlich ausgerichteten Immobilienunternehmen. Mein Abschluss war somit eine perfekte Basis für meinen Einstieg und ist auch noch in meiner Position heute eine wesentliche Voraussetzung. Vertiefend habe ich darüber hinaus die Verknüpfung beider Fachrichtungen in einem berufsbegleitenden, interdisziplinären Aufbaustudium weiter ausgebaut.

          Warum bist du beim BLB NRW eingestiegen?

          Da sich der BLB NRW zum Zeitpunkt meines Berufseinstiegs im Umbruch befand, hatte ich in der Zentrale des BLB NRW mit Sitz in Düsseldorf die Chance, an der Prozessentwicklung und in der Entwicklung von fachlichen Anwendungsprogrammen mitzuwirken. Das war sehr spannend. Mit dem anschließenden Wechsel in eine Niederlassung konnte ich dann – neben den strategischen Ansätzen – auch im operativen Geschäft aktiv Einfluss nehmen.

          Hast du dich bewusst für den öffentlichen Dienst entschieden?

          Tatsächlich habe ich den öffentlichen Dienst nicht bewusst gewählt. Wesentlicher Motivator für meine Bewerbung war das Tätigkeitsprofil. Dass ich seit 13 Jahren im öffentlichen Dienst tätig bin, zeigt, dass dieser Arbeitgeber mir immer noch spannende Aufgaben, Gestaltungs- und Entscheidungsspielraum sowie Karrierechancen bietet, die mich bis heute überzeugen.

          Welche Qualifikationen waren für die Bewerbung wichtig?

          Für meine Einstiegsposition war primär mein Studium mit gewählter Vertiefungsrichtung entscheidend. Neben der fachlichen Ausbildung zählte darüber hinaus auch die Fähigkeit, Beratungsleistungen erbringen und komplexe Aufgabenstellungen bewältigen zu können.

          Was hat dich am Berufseinstieg überrascht?

          Unberechtigterweise genießt der öffentliche Dienst – zumindest teilweise – in Bezug auf Mitarbeitermotivation und Aufgabengebiet einen schlechten Ruf. Tatsächlich begegnen mir täglich sehr motivierte Mitarbeiter mit hoher fachlicher und außerfachlicher Kompetenz. Auch die Projekte, die wir bearbeiten, sind komplex und außergewöhnlich. Die Arbeit ist abwechslungsreich und definitiv nicht langweilig.

          Was sind deine beruflichen Ziele?

          Ich möchte weiterhin aktiv an Prozessen zur Optimierung der Arbeit im öffentlichen Dienst mitarbeiten, um die moderne Verwaltung weiter auszubauen. Der gewissenhafte Umgang mit öffentlichen Geldern steht für mich im Fokus. Mit der Position als Abteilungsleiterin besetze ich bereits eine verantwortungsvolle Stelle in einem spannenden Berufsumfeld. Da man an neuen Aufgaben wächst und mir komplexe Herausforderungen Spaß machen, kann ich mir weitere Karrierestufen im öffentlichen Dienst vorstellen.

          Katharina Brieden, 35, ist Abteilungsleiterin Portfoliomanagement beim Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW in der Niederlassung Düsseldorf. Sie hat an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig Architektur (Diplom) studiert. Von 2008 bis 2010 absolvierte sie berufsbegleitend einen Master (M.Sc.) im Bereich Real Estate Management & Construction Project Management.

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