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Berufseinstieg bei Stihl : „Karriere bedeutet für mich, erfolgreich im Job zu sein“

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Maureen Wittig hat an der Hochschule Bremen Mechanical Engineering/Fertigungstechnik (B. Sc.) studiert und ihren Master in Produktionstechnik/ Materialwissenschaften an der Universität Bremen 2013 angeschlossen. Bild: Stihl

Maureen Wittig, 32, heute Versuchsingenieurin im Bereich Schneidgarnitur bei Stihl, einem Hersteller für Motorsägen und Motorgeräte in der Nähe von Stuttgart, über ihren Einstieg

          Frau Wittig, welche Rolle spielt Ihr ingenieurwissenschaftliches Studium für Ihre heutige Tätigkeit?

          Für mich spielt mein Studium eine wichtige, aber nicht die entscheidende Rolle. Das meiste habe ich „on the Job“ gelernt. Das Studium hilft aber, dabei einen Themenüberblick zu bekommen. Das erleichtert bei Bedarf die Recherche zu neuen Fragestellungen wesentlich. Meine Studienschwerpunkte Fertigungstechnik im Bachelor und Materialwissenschaften im Master sind generell in der Forschung und Entwicklung sehr hilfreich,  da es hier unter anderem um die Prüfung der Herstellbarkeit neuer Produkte oder dessen Werkstoffauswahl geht. Auch statistische Versuchsplanung – ein Thema aus dem Studium – kommt mir als Versuchsingenieurin zugute.

          Welchen Berufseinstieg haben Sie gewählt, und warum?

          Ich habe einen Direkteinstieg gewählt. Ich wollte sofort Verantwortung übernehmen und die Tätigkeit, für die ich mich beworben habe, in einem festen Team ausüben. Eine Traineestelle kam für mich deshalb nicht in Frage. Als Trainee arbeitet man in der Regel nur eine kurze Zeit in verschiedenen Abteilungen und bearbeitet nur kleinere Projekte. Durch ein Einarbeitungsprogramm im ersten Jahr konnte ich – auch mit dem Direkteinstieg – die anderen Bereiche der Entwicklung im Unternehmen kennenlernen.

          Sehen Sie Unterschiede in der Arbeitsweise bei weiblichen und männlichen Kollegen?

          Wirklich große Unterschiede in der Arbeit zwischen Männern und Frauen sehe ich nicht. Es gibt strukturierte und weniger strukturierte Arbeitsweisen auf beiden Seiten. Allerdings würde ich Frauen als eher diplomatischer und empathischer bezeichnen – und vielleicht als nicht so stark karriereorientiert wie Männer. Ich finde, dass ganz allgemein das Arbeitsklima in der Regel positiv beeinflusst wird, wenn eine Frau im Büro oder in einer Besprechung sitzt. Der Umgang ist dann höflicher.

          Wie definieren Sie für sich persönlich „Karriere“?

          Karriere bedeutet für mich, erfolgreich im Job zu sein, Projekte gut abzuschließen und sich fachlichen und persönlichen Respekt zu erarbeiten.

          Was haben Sie sich beim Berufseinstieg anders vorgestellt, was hat Sie überrascht?

          Im Vorstellungsgespräch wurden meine Aufgaben sehr detailliert beschrieben, daher war ich von den Tätigkeiten, die auf mich zukamen, nicht überrascht. Überrascht war ich eher davon, dass man sein Produkt selber ausprobiert, testet und auch selber in den Wald zu Forstarbeitern fährt, um Feedback zu bekommen. Der Endverbraucher wird bei der Entwicklung von Stihl-Produkten einbezogen. Das hätte ich in dem Maße nicht erwartet.

          Was sind Ihre beruflichen Ziele?

          Mein berufliches Ziel ist, bei Stihl in der fachlichen Laufbahn zur Referentin aufzusteigen.

          Was würden Sie Studentinnen der Ingenieurwissenschaften für ihre Karriere raten?

          Das Wichtigste ist, authentisch und sich selber treu zu bleiben. Man sollte nie versuchen, sich zu behaupten, indem man sich verstellt. Das fachliche Know-how ist genauso wichtig – auch wenn Frauen sich hier erst einmal stärker beweisen müssen als ihre männlichen Kollegen. Frauen müssen einfach einen längeren Atem haben und Biss beweisen. Man sollte sich nicht von der Überzahl an Männern einschüchtern lassen, denn am Ende des Tages kochen alle nur mit Wasser. Ein bisschen Schlagfertigkeit schadet jedoch keiner Frau, wenn sie sich in der Männerwelt wohlfühlen will.

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