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Beim Ingenieurdienstleister : „Umgang auf Augenhöhe“

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Anna-Lena Dilly ist 25. Sie hat an der Hochschule Furtwangen Maschinenbau und Mechatronik studiert und 2016 mit dem Bachelor of Science abgeschlossen. Bild: Akka

Anna-Lena Dilly ist Projektingenieurin bei Akka, einem global agierenden Ingenieurdienstleister mit Sitz in Sindelfingen. Im Interview erzählt sie, warum sie sich beim Berufseinstieg auf das Thema Konstruktion fokussiert hat.

          Frau Dilly, Sie sind Projektingenieurin. Welche Tätigkeiten üben Sie auf dieser Position aktuell aus?

          Ich entwickle und konstruiere verschiedene Komponenten für den Karosserie-Rohbau eines Elektrofahrzeugs und stimme mich über die Arbeitsergebnisse eigenständig mit unserem Kunden ab. Es geht dabei um technische Detailfragen, um das Erstellen von Präsentationen und technischen Unterlagen, wie etwa Bauraum- und Ausdreh­untersuchungen.

          Welche Rolle spielt Ihr Maschinenbau- und Mechatronikstudium für Ihre Arbeit als Projektingenieurin?

          Das grundlegende Maschinenbauwissen zu den Themen Konstruktionselemente und Werkstoffkunde bringt mich heute enorm weiter. Zusätzlich nützen mir drei Dinge, die ich im Studium gelernt habe: das analytische Vorgehen, die strukturierte Arbeitsweise und unter Druck arbeiten zu können. Auch softere Themen, die im Studium behandelt wurden, wie das Erstellen von Präsentationen, technischen Berichten und die Vorstellung der erarbeiteten Ergebnisse, helfen mir bei der täglichen Arbeit sehr.

          Welchen Berufseinstieg haben Sie gewählt und warum?

          Im Studium stellte ich fest, dass mich vor allem alles rund um das Thema Konstruktion anspricht. Daraufhin habe ich mich für ein Praktikum im Bereich der Fahrzeugkarosserie-Entwicklung entschieden. Meine Faszination für die Entwicklung von Fahrzeugen wuchs während des Praktikums immer weiter, so dass danach für mich der Einstieg in die Automobilbranche feststand. Um Berufserfahrung zu sammeln, entschied ich mich nach meinem Bachelorabschluss für den direkten Berufseinstieg. Die erarbeiteten Fachkenntnisse aus meiner Thesis „Konzeptionierung eines innovativen Vorbau-Konzepts für die Rohbaustruktur eines Pkw mit dem Fokus auf Leichtbau“ kann ich sehr gut in meinem aktuellen Projekt bei Akka einbringen. Ich schließe aber auch nicht aus, dass ich irgendwann noch ein Masterstudium draufsetze.

          Welche Jobpositionen haben Sie seitdem durchlaufen?

          Aktuell bin ich im Bereich der Entwicklung des Karosserie-Unterbaus einer Luxus-Elektro-Limousine eingesetzt. Zuvor habe ich an der Entwicklung einer Aluminium-Heckklappe eines Elektro-SUVs mitgearbeitet.

          Gibt es etwas, das Sie an Ihrem Berufseinstieg überrascht hat?

          Vor meinem Berufseinstieg und trotz meines Praktikums und der absolvierten Thesis im Unternehmen war ich mir nicht sicher, wie meine erfahrenen Kollegen auf Ratschläge oder Ideen meinerseits reagieren würden. Oft hört man im Studium von verfestigten Strukturen und geringem Mitspracherecht für junge Berufseinsteiger. Hier wurde ich positiv überrascht. Inzwischen werde ich öfter von erfahrenen Kollegen eigeninitiativ um Rat gefragt und empfinde das als Umgang auf Augenhöhe – trotz meiner geringeren Berufserfahrung. Überrascht hat mich auch, dass sich mein Verantwortungsbereich rasch vergrößert hat. Nach ein paar Monaten wurden mir Aufgaben übertragen, mit denen ich erst in ein oder zwei Jahren gerechnet hätte. Ich finde, dass das ein großer Vertrauensbeweis ist, der mir entgegengebracht wird.

          Was sind Ihre beruflichen Ziele?

          Ich will mich gern dynamisch entwickeln. Das bedeutet zum einen, mich fachlich weiterzubilden, und zum anderen, meine Soft Skills zu schärfen, um in der Zukunft auch Positionen mit Personalverantwortung übernehmen zu können. Aktuell baue ich meine Fachkompetenzen aus. Meine Stelle ist das Fundament, auf dem ich mich dann in Richtung meiner Ziele weiterentwickeln kann.

          Was würden Sie angehenden Ingenieuren für ihre Karriere raten?

          Ich finde, vor allem für Ingenieurinnen ist es wichtig, mit Selbstvertrauen und einem selbstbewussten Auftreten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden im Job zu agieren. Dadurch können sie ihre Karriere in die Richtung steuern, die ihren persönlichen Vorstellungen entspricht.

          Anna-Lena Dilly, 25, ist Projektingenieurin bei Akka, einem global agierenden Inge­nieurdienstleister und Beratungsunternehmen mit Hauptsitz in Sindelfingen. Sie hat an der Hochschule Furtwangen Maschinenbau und Mechatronik studiert und 2016 mit dem Bachelor of Science abgeschlossen.

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