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LL.M. im Ausland : „Grundsätzlich bietet sich ein englischsprachiges Programm an“

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Thomas Lundmark ist emeritierter Professor für Common Law und Vergleichende Rechtstheorie an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Bild: UNIVERSITY OF HULL/Mike Park

Professor Thomas Lundmark ist Experte zum Thema Master of Laws (LL.M.). Warum man diesen im Ausland machen sollte und worauf es bei der Wahl der Law-School ankommt, erklärt er im Gespräch.

          Herr Lundmark, warum sollten Absolventen auf ein Juraexamen einen Master of Laws im Ausland aufsatteln?

          Ganz wichtig ist aus meiner Sicht, dass ein Auslands-LL.M. kein Muss ist. Daher würde ich Ihre Frage eher umformulieren: Juraabsolventen sollten sich die Frage stellen, ob sie einen LL.M. machen möchten. Überzeugende Gründe gibt es einige: Gerade um das von vielen großen Kanzleien erwartete verhandlungssichere Englisch nachweisen zu können, ist ein Auslandsstudium ideal. Es kann aber auch einfach darum gehen, über den so oft zitierten Tellerrand zu schauen, interessante Leute kennenzulernen, Auslandserfahrung zu sammeln oder sich in einem juristischen Gebiet fachlich weiterzuentwickeln.

          Amerika, Australien oder Europa: Macht es einen Unterschied, in welchem Land man den LL.M. absolviert?

          Grundsätzlich bietet sich natürlich ein englischsprachiges Programm an. Ich empfehle gern Irland und Großbritannien, weil die Programme, die ich dort kenne, vergleichbar gut sind wie die in den USA. Ob Sie dann nach England, Schottland oder Wales gehen, würde ich von der persönlichen Präferenz abhängig machen. Auch Südafrika ist eine Überlegung wert. Die Universität in Stellenbosch hat einen guten Ruf. Wichtig ist auch, auf die inhaltlichen Schwerpunkte zu achten.

          Was halten Sie von ungewöhnlichen Studienorten?

          In Skandinavien sind die LL.M.-Studiengänge auf Englisch und fast umsonst, dort dauert das Studium allerdings zwei Jahre. Ich würde grundsätzlich jedoch ein Jahr empfehlen. Diese Thementiefe reicht vollkommen aus. An der La Trobe University in Melbourne (Australien) werden Blockkurse angeboten. Hier kann man besonders schnell abschließen. Einige Studenten gehen auch nach Frankreich. Entscheidet man sich für einen ungewöhnlicheren Ort, muss man dafür im Bewerbungsgespräch überzeugende Gründe bringen. Etwas exotischer ist auch die bilinguale Ausbildung (Englisch und Französisch) an der Universität in Ottawa (Kanada). Doch die meisten lassen sich von der Wetterlage von bis zu minus 39 Grad abschrecken.

          Wie relevant ist das Renommee der Law-School für den Berufseinstieg ?

          Wenn ich meine deutschen Studenten nach renommierten Universitäten frage, nennen sie meist Oxford und Cambridge. Vielleicht auch noch das King’s College in London oder Harvard. Manchmal kommt auch Princeton zur Sprache – doch dort gibt es gar keine Law-School. Ich will sagen: Die Kenntnis über die renommierten Law-Schools ist nicht so groß, wie man vermuten würde. Ähnlich ist die Kenntnis in den Kanzleien. Wer nicht unbedingt im wissenschaftlichen Bereich bleiben will, kann das Thema Renommee vernachlässigen. Wichtig ist im Bewerbungsgespräch bei einer Kanzlei, dass die Gründe der Ortswahl überzeugend sind.

          Wann erleichtert ein LL.M. den Berufseinstieg?

          Bei Großkanzleien kommt der LL.M. sehr gut an. Oft wird dort als Voraussetzung verhandlungssicheres Englisch gewünscht. Der LL.M. ist hierfür ein guter Beweis. In anderen Bereichen braucht man zwar Englisch nicht im Tagesgeschäft, aber auch für den Berufseinstieg als Richter schadet der LL.M. nicht. Ich bin an der Uni Münster in einer Berufungskommission. Sogar bei jüngeren Professoren wird der LL.M. als Zusatzqualifikation immer wichtiger.

          Das Interview führte Julia Hoscislawski.

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