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Als Trainee bei ABB : „Mein Betreuer hat mich empfohlen“

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Clemens Grindler, 28, hat sein Studium der Elektro- und Informationstechnik 2017 am Karlsruher Institut für Technologie mit dem Master of Science abgeschlossen. Bild: privat

Clemens Grindler ist Trainee bei ABB, einem globalen Technologieunternehmen mit Deutschlandsitz in Mannheim. Derzeit absolviert er einen Auslandsaufenthalt in Japan.

          Herr Grindler, welche Rolle spielt Ihr Elektro- und Informationstechnikstudium für Ihre heutige Tätigkeit?

          Durch mein Studium habe ich vor allem gelernt, kreativ zu denken und Innovationen umzusetzen. Das technische Wissen aus dem Studium ist dabei eine notwendige Grundlage für die Arbeit. Gerade im Bereich Energietechnik geht es aber auch darum, sich mit wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragestellungen auseinanderzusetzen. So hat die Digitalisierung zum Beispiel die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stark verändert. Heute verkaufen wir immer weniger standardisierte Produkte, sondern arbeiten gemeinsam mit unseren Kunden an individuellen Produkt- und Servicelösungen. Der Begriff Agilität spielt hier eine wesentliche Rolle. Dieser methodische Teil kommt in vielen Universitäten etwas zu kurz, daher musste ich mir das während der laufenden Projekte im Arbeitsprozess aneignen. Auch gesellschaftliche Fragen sind in der Energietechnik wichtig. Ich finde daher, dass Ethik und Moral in Zukunft in allen Studiengängen fester Bestandteil des Curriculums sein sollten.

          Warum haben Sie sich für eine Karriere im Bereich digitale Energiesysteme entschieden?

          Das Thema Energie und deren Erzeugung, Verteilung und Verbrauch ist sehr faszinierend. Eine sichere, wirtschaftliche, nachhaltige und digitale Energieversorgung bietet viele Herausforderungen und gleichzeitig viele Gestaltungsmöglichkeiten. Das motiviert mich und ich denke, in diesem Bereich warten in den kommenden Jahren viele interessante und spannende Aufgaben auf mich. Außerdem habe ich Spaß am Programmieren und bei der Anwendung innovativer Technologie.

          Wie sind Sie beruflich eingestiegen?

          Zunächst habe ich während einer Werkstudententätigkeit bei einem Energieversorger statistische Vorhersagen für den Energiehandel entwickelt. In dieser Zeit wurde mein Interesse für diesen Fachbereich geweckt. Im Internet habe ich mich dann über mögliche Praktika bei Unternehmen informiert – und bin dabei auf ABB gestoßen. Bei der ABB war ich dann im Praktikum und auch meine Masterarbeit im Bereich „virtuelle Kraftwerke“ habe ich dort geschrieben. So konnte ich die Kultur, Arbeitsweise sowie die Geschäftsbereiche der ABB sehr gut kennenlernen. Von meinem damaligen Betreuer wurde ich dann auf das Traineeprogramm aufmerksam gemacht – und habe mich dann auch dafür beworben.

          Wie sieht das Traineeprogramm genau aus?

          Das lokale Traineeprogramm teilt sich in vier Abschnitte über 18 Monate auf. In der „Heimatabteilung“ verbringt man die ersten und letzten vier Monate seiner Traineezeit. Man bespricht dort mit seiner Führungskraft die Arbeitsfelder und Ziele – und hat so auch die Möglichkeit das gesamte Traineeprogramm mitzugestalten. In der ersten Phase bekam ich Einblick in verschiedene Projekte innerhalb meiner Abteilung und half bei deren Umsetzung. In der zweiten Phase absolviert man weitere vier Monate in einer angrenzenden Abteilung. In meinem Fall war das ein Team aus dem ABB-Forschungszentrum in Ladenburg, in der Nähe von Heidelberg, mit dem meine „Heimatabteilung“ eng zusammenarbeitet. Zentraler Bestandteil des Traineeprogramms ist aber auch ein Auslandsaufenthalt für sechs Monate. Seit Anfang Juli unterstütze ich derzeit meine Kollegen in Mishima. Mishima liegt an der Westküste Japans ganz in der Nähe von Mount Fuji. Ich fühle mich hier sehr gut aufgenommen und integriert.

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