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Berufseinstieg als Software-In : „Es ist unglaublich wichtig, die Perspektiven der Kollegen zu kennen“

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Severin Friede, 30, hat Software-Technik an der Hochschule Esslingen (Bachelor 2012) studiert und arbeitet heute bei Festo, einer Unternehmensgruppe der Steuerungs- und Automatisierungstechnik mit Sitz in Esslingen. Bild: Festo

Der Software-Ingenieur Severin Friede entwickelt und gestaltet bei Festo webbasierte Bedienoberflächen. Im Interview erzählt er von seinem Unternehmenseinstieg.

          Herr Friede, welche Rolle spielt Ihr Informatikstudium für Ihre heutige Tätigkeit?

          Das Informatikstudium spielt eine wichtige Rolle in meiner täglichen Arbeit. Nach dem Grundstudium hatte ich die Wahl zwischen verschiedenen Zweigen der Informatik. Ich habe mich für die Software-Technik entschieden. Dabei geht es hauptsächlich um die Architektur von Software. Eine Software-Komponente zu schreiben ist nicht schwer – das können viele schon vor dem Studium. Im Studium habe ich allerdings gelernt, eine solche Software-Komponente mit den richtigen Werkzeugen und Methoden so zu bearbeiten, dass sie effizient und zuverlässig funktioniert und im Verbund mit anderen Stücken komplizierte Aufgaben löst.

          Warum haben Sie sich für eine Karriere im Maschinen- und Anlagenbau entschieden?

          Die Branche ist durch die Entwicklungen hin zu Industrie 4.0 im Wandel, und es gibt großes Potential für Innovationen – reale und virtuelle Welt wachsen immer weiter zusammen. Die Herausforderungen bei der Produktherstellung werden immer komplizierter, und es bedarf Lösungen, die einfacher und schneller zu bedienen sind – als Software-Entwickler bin ich hier mittendrin in hochspannenden Themen.

          Wie sind Sie beruflich eingestiegen?

          Ich habe meine Abschlussarbeit bei einer Software-Firma absolviert. Das Thema war sehr nah an ein aktuelles Software-Projekt des Unternehmens angelehnt und hat mir einen sehr praxisnahen Einblick in die Arbeitswelt verschafft. Bei dieser Firma wurde ich im Anschluss übernommen und habe dort gearbeitet, bis ich zu Festo kam.

          Welche Qualifikationen waren Ihren Ansprechpartnern im Bewerbungsgespräch wichtig?

          Ein wichtiger Punkt war das Thema Eigenmotivation – hier ging es um die Frage, was mich persönlich antreibt und wie stark ich mich mit den Themen, die ich beruflich bearbeite, identifizieren kann. Natürlich spielten Fachkenntnisse beziehungsweise Studieninhalte, Noten und Abschlüsse auch eine Rolle, aber auch Aspekte wie Teamfähigkeit: In der heutiges Arbeitswelt sind interdisziplinäre Teams nicht mehr wegzudenken.

          Wie ist das Bewerbungsgespräch abgelaufen?

          Das Gespräch fand in sehr angenehmer und ungezwungener Atmosphäre statt. Es ging um Vorstellungen und Erwartungen an die ausgeschriebene Stelle, aber auch darum, was ich bisher in meinen beruflichen Projekten bearbeitet habe. Dabei haben wir über technische Probleme diskutiert und so auch fachliche Punkte einbezogen. Ich habe selbst auch Fragen gestellt – mich hat zum Beispiel interessiert, was meine Gesprächspartner an Festo begeistert.

          Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

          Festo ist ein tarifgebundenes Unternehmen – daher habe ich eine 35-Stunden-Woche, die ich mit Gleitzeit flexibel gestalten kann. Da ich in Esslingen wohne, fahre ich jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit. Nachdem ich meine Mails gesichtet habe, stecke ich mir in der Regel konkrete Tagesziele und plane meinen Tag. Was beim Erreichen der Ziele ganz wichtig ist: der Austausch mit meinen Kollegen. Bei dem sogenannten Pair-Programming helfen wir uns gegenseitig – gern auch mal bei einer Tasse Kaffee in unserem Atrium. Man denkt oft: Software-Entwicklung ist ein einsamer, stiller Job. Doch es ist unglaublich wichtig, die verschiedenen Perspektiven der Kollegen zu haben – gerade wenn man einmal bei einer Aufgabe ins Stocken gerät. Wir haben auch sehr viele Schnittstellen zu anderen Bereichen, so dass der Tag von Meetings durchzogen ist. Ich nehme mir aber auch Ruhezeiten für meine Aufgaben. Nach Feierabend kriege ich den Kopf frei, indem ich mit einer unserer vielen Betriebssportgruppen eine Runde Mountainbike fahre.

          Was sind Ihre beruflichen Ziele?

          Ich möchte meine bisherigen Fähigkeiten in der Software-Entwicklung noch vertiefen. Was mir bei meiner Arbeit sehr gefällt, sind die interdisziplinäre Zusammenarbeit und der Austausch untereinander. Ich möchte gern mein Wissen weitergeben und auch über Abteilungsgrenzen hinaus vermitteln. Ansprechpartner und Experte für spezifische Themen zu sein, das ist mein Ziel.

          Was würden Sie Studierenden raten, die als Informatiker im Maschinen- und Anlagenbau einsteigen möchten?

          Mir hat es sehr geholfen, während des Studiums als Werkstudent zu arbeiten. Man lernt den Alltag, den Umgang mit Kollegen und auch die Berufspraxis besser kennen und weiß, was einem liegt – und was einen erwartet. So hat man dann die Möglichkeit, reale Problemstellungen kennenzulernen und in einer Studienarbeit zu untersuchen oder sogar als Abschlussarbeit zu bearbeiten. Außerdem sollte man mutig sein und auch mal neue Wege einschlagen – gerade dann, wenn es im Studium heißt: „Das wurde in der Fachwelt schon immer so behandelt.“

          Severin Friede, 30, hat Software-Technik an der Hochschule Esslingen (Bachelor 2012) studiert und arbeitet heute bei Festo, einer Unternehmensgruppe der Steuerungs- und Automatisierungstechnik mit Sitz in Esslingen. Er entwickelt und gestaltet webbasierte Bedienoberflächen, auch Frontend genannt. Zudem kümmert er sich um die Kommunikation mit Cloud-seitigen Diensten, das heißt um die Abfrage und das Speichern von Daten, und er erstellt Bedienkonzepte für Anwendungen im Bereich Industrie 4.0.

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