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Berufseinstieg mit Headhunter : Auf der Jagd

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Die große Frage dabei: Warum lohnt es sich für Young Professionales, eine neue Stellte über einen Headhunter anzugehen? Neben dem nicht zu unterschätzenden „direkteren Draht zum Unternehmen“ kommen den Kandidaten verschiedene Beratungsleistungen zugute: von der Prüfung und Optimierung des Lebenslaufs und anderer Unterlagen über die Sichtung von Bewerbungsfotos bis hin zum Verfassen eines passenden Anschreibens. Die Gefahr, dass dabei die Persönlichkeit, das Individuelle, auf der Strecke bleibe, bestehe nicht, findet Hannah Wollenhaupt, Recruitment-Manager bei Optimus Search. Stattdessen könnten sie und ihre Kollegen dabei helfen, Worthülsen zu entfernen, und dafür klipp und klar formulieren, warum ein bestimmter Bewerber eine bestimmte Position besetzen möchte. Sie sagt auch: Ob beide Seiten persönlich zusammenpassen, zeigt sich erst in den Gesprächen vor Ort. Diese finden in der Regel nicht ausschließlich mit der Personalabteilung statt, sondern mit Chefs und Kollegen aus dem Team, in dem seine Stelle besetzt wird.

Bastian Schwärmer von der Media­agentur Initiative wechselte seinen Job bereits zweimal mit Hilfe eines Headhunters: das erste Mal von einem digitalen Start-up als Key-Account-Manager in die Mediaagentur Carat und von dort in die Geschäftsleitung seines jetzigen Arbeitgebers. Seine Vita zeigt, dass man nicht Informatiker sein muss, um auf dem Schirm einer Personalvermittlung zu landen. Schwärmer studierte Kulturmanagement in Freiburg mit dem Plan, ins Musikbusiness einzusteigen – eine der ersten Branchen, die von der digitalen Disruption zerrissen wurden. Als er das erkannte, orientierte sich der heute 32-Jährige in Richtung Digitalmarketing, arbeitete parallel zur Uni in einem Start-up für Performancemarketing und lernte dabei, wie er sagt, mehr als in jedem theoretischen Seminar. Trotzdem habe er als Jahrgangsbester abgeschlossen.“ Verantwortlich dafür macht Schwärmer ganz klar seine Praxiserfahrung.

Berater sollten sich Zeit nehmen

Diese Erfahrung machte ihn auch für die Personalsucher interessant. Woran er erkannt habe, dass der jeweilige Berater ein Gewinn für ihn sei? „Daran, dass er sich schon im ersten Gespräch Zeit für mich genommen hat. Ich hatte das Gefühl, dass er viele Interna kannte und auch von mir genau wissen wollte, was ich kann und was ich von einem Job erwarte.“

Damit spricht Schwärmer einen Punkt an, vor dem im Zusammenhang mit Headhuntern gern gewarnt wird: Geheimniskrämerei. „Wenn dir jemand nicht einmal die Branche oder die Unternehmensgröße verraten kann, lass lieber die Finger davon“, rät etwa eine erfahrene Digitalmanagerin, die seit 20 Jahren ausschließlich über Headhunter an ihre Jobs kam. Kandidaten seien schließlich auch Kunden – auch wenn sie nicht mit Geld, sondern mit Informationen und quasi mit Wechselwillen bezahlten. „Findet heraus, was der Personalberater euch konkret für einen Mehrwert bietet, indem ihr ihm proaktiv Fragen stellt“, meint Schwärmer. „Und lasst euch klar definieren, bis wohin er euch begleitet und ab wann ihr allein weitergeht, zum Beispiel bezüglich des Gehalts.“

Personalvermittlungen arbeiten meist exklusiv für ein Unternehmen und schlagen diesem etwa eine Handvoll Kandidaten pro Stelle vor. Die Chancen, dass es zu einem Vertrag kommt, sind somit relativ hoch. Ein weiterer Vorteil, auf dem Radar eines Headhunters zu sein: „Wir haben Vakanzen in Unternehmen zu besetzen, die viele zunächst gar nicht auf dem Schirm haben. Spannende Mittelständler, die mitten in der digitalen Transformation stecken, Industrie- und B-to-B-Kunden“, sagt Meyerwirth. Gleichzeitig warnt der Experte von Kienbaum Absolventen davor, nur auf ein Pferd zu setzen. „Vernetzt euch, nehmt Kontakt zu Headhuntern auf, aber bewerbt euch auch in den Unternehmen direkt.“ Wer neue Herausforderungen suche, solle ruhig Wechselwillen bekunden, dabei allerdings aufpassen, dass das beim aktuellen Arbeitgeber nicht schlecht ankommt – immerhin kann der die Social-Media-Profile seiner Mitarbeiter auch einsehen. Wir halten in der Regel Ausschau nach Formulierungen wie „offen für Herausforderungen“ oder „offen für Weiterentwicklung“, sagt Meywirth. Er räumt aber auch ein, dass die meisten Arbeitgeber diese wohl durchschauen, wenn sie sich wirklich für die Social-Media-Auftritte ihrer Mitarbeiter interessieren. Sein Rat: Das Profil möglichst ausführlich und aktuell halten – damit sei schon viel getan.

* Name von der Redaktion geändert.

Bei Anruf Headhunter – Dos and Don’ts

Klarstellen, dass man frei sprechen kann. Ist das nicht der Fall, um eine Telefonnummer bitten und später zurückrufen.

 
Sich in Zurückhaltung üben und erst einmal zuhören! Der Headhunter hat schließlich angerufen und soll erst einmal erklären, was er zu bieten hat.

 
Danach jedoch unbedingt Rückfragen stellen. Wenn der Headhunter seriös ist, kann er ohne Probleme seinen vollen Namen sowie Auskünfte zur Branche, zum Unternehmen und zur vakanten Position geben. Wenn nicht: Höflich bekunden, dass kein Interesse besteht.

 
Lächeln. Das spürt man auch am anderen Ende der Leitung, und es sorgt für Sympathiepunkte.

 
Keinen Headhunter fragen, warum er einen anspricht. Er hält einen für einen Topkandidaten, davon sollte man ihm gegenüber überzeugt sein.

 
Im ersten Gespräch nach dem Gehalt zu fragen erscheint gierig. Die Gehaltsfrage sollte man mit dem potentiell zukünftigen Arbeitsgeber direkt besprechen.

 
Wer von Anfang an starken Wechselwillen bekundet, wirkt verzweifelt. Auch sollte man nie den Lebenslauf leichtfertig versenden. Es gibt Headhunter, die damit regelrechten Handel betreiben – im schlimmsten Fall landet der CV dann auf dem Tisch des eigenen Chefs.

 
Absolutes No-Go: schlecht über den aktuellen Arbeitgeber sprechen.

So kommen Young Professionals auf den Radar der Headhunter

- Xing- und Linkedin-Profile pflegen und mit den richtigen Schlagworten versehen

- Recruitingmessen besuchen

- Networken, zum Beispiel auf Branchenveranstaltungen, Stammtischen oder in Onlineforen

 

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